Manfred Steinborn vom Bürgerverein Verberg schlägt eine Fahrradtour entlang des Baumlehrpfades vor.

Eine Radtour entlang des Verberger Baumlehrpfades lohnt sich immer, nicht nur am frühen Morgen.
Eine Radtour entlang des Verberger Baumlehrpfades lohnt sich immer, nicht nur am frühen Morgen.

Eine Radtour entlang des Verberger Baumlehrpfades lohnt sich immer, nicht nur am frühen Morgen.

Jochmann, Dirk (dj)

Eine Radtour entlang des Verberger Baumlehrpfades lohnt sich immer, nicht nur am frühen Morgen.

Krefeld. Was der Krefelder in diesem Sommer im Stadtteil getan haben muss? „Ganz einfach. Einmal mit dem Fahrrad den Baumlehrpfad abgefahren sein“, sagt Martin Steinborn vom Bürgerverein Verberg und schlägt dem Ortsunkundigen vor, ihn auf der Tour zu begleiten. „Passt Ihnen 7 Uhr am Dienstagmorgen?“ „Auweia, so früh?“, denkt sich der Morgensport-Laie und sagt dann doch zu. Schließlich hat Steinborn versichert, dass es um diese Zeit im Naturschutzgebiet besonders schön sei.

Pünktlich um 7 Uhr reibt sich der Ausflügler den letzten Schlaf aus den Augen und schwingt sich neben Steinborn aufs Rad. Vom Startpunkt an der Heyenbaumstraße geht’s Richtung Nordosten entlang des Hermann Kresse Wegs. Die Sonne lässt sich nicht lumpen und macht Geschmack auf einen heißen Sommertag.

Der Ortsunkundige lässt sich den Wind um die Nase wehen und lauscht den Ausführungen des Bürgervereinsvorsitzenden. Der erzählt, dass die Idee zum Baumlehrpfad vom ehemaligen Bürgervoreinsvorsitzenden Karl-Heinz Buskamp stammt und dass der Bürgerverein mehr als 40 Tafeln entlang des Rundweges aufgestellt habe. Dann steigt Steinborn in den Rücktritt. „Sehen Sie, hier haben wir ein Beispiel.“ Ein Ahorn tippt die Begleitung bevor sie einen Blick auf die Informationstafel wirft. Falsch gedacht. Bei dem Baum mit der ausladenden Krone handelt es sich um eine Platane, heißt es auf der Informationstafel. „Die Ahornblättrige Platane ist als Wildform nicht bekannt“, steht dort weiter. Ahornblättrig? Ha, so falsch lag der Laie also nicht.

Im Niepkuhlen nimmt ein Blässhuhn seine Morgendusche

Die Ausflügler treten wieder in die Pedale und biegen wenige Meter weiter zum Niepkuhlen ab. Auf der Aussichtsplattform, für die sich der Bürgerverein eingesetzt hat, legen sie eine kleine Pause ein. Über dem stillen Wasser hängt noch der Morgennnebel, hier und da spiegelt sich die Sonne auf dem See. Ein Blässhuhn nimmt seine Morgendusche.

Der ideale Ort, um die Gedanken schweifen zu lassen, findet auch Steinborn, der allerdings beschäftigt ist. Eine der Stahlstangen, mit der die Plattform eingefasst ist, ist aus der Verankerung gebrochen. „Das ist ärgerlich. Leider gehen hier oft Dinge kaputt“, erklärt der Bürgervereinsvorsitzende, während er versucht, den Träger in die ursprüngliche Position zurückzubiegen.

Eine Infobroschüre zum Herunterladen finden Interessenten im Netz.

Was muss der Krefelder in diesem Sommer getan haben? Machen Sie mit und lassen Sie uns Ihre Vorschläge zukommen per Mail an: stadtteile@wz-krefeld.de
 

Doch der Morgen ist viel zu schön, um sich zu ärgern oder harte Arbeit zu verrichten und schließlich setzen die Radler ihren Weg fort. Die Ausflügler passieren eine wunderschön-wildwüchsige Auenlandschaft, wo Steinborn früh morgens schon dem ein oder anderen Reh begegnet ist. Sie schieben das Rad entlang eines kleinen Feldwegs, rechts neben sich ein Gerstenfeld, das in der Morgensonne schimmert. Sie radeln einen Waldweg entlang, hoch über den Köpfen rascheln die Blätter im Wind. Die Tafeln des Baumlehrpfads fliegen vorbei: Kornelkirsche, Serbische Fichte, Kopfesche und Pyramidenpappel. Stileiche, Schierlingstanne, Rotbuche und Stechpalme. Wer hätte gedacht, dass dies alles in Krefeld wächst.

Irgendwann rollen der Bürgervereinsvorsitzende und der Ortsunkundige, der jetzt gar nicht mehr so ortsunkundig ist, wieder in Verberg ein. Die Tour ist geschafft. Die Müdigkeit ist jetzt endgültig verflogen, glücklich und gutgelaunt kanns’s jetzt mit dem Auto weiter zur Arbeit gehen und der Ausflügler denkt sich: „7 Uhr? Das ist doch keine Zeit!“ Eine Tasse Kaffee im Mühlencafé, die muss allerdings noch sein.

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