Fernfahrer nutzen in Elfrath den Parkplatz des Friedhofs für ihre Pausen. Motorenlärm und Dreck sind die Folge.

Fernfahrer nutzen in Elfrath den Parkplatz des Friedhofs für ihre Pausen. Motorenlärm und Dreck sind die Folge.
Stefan Theens (l.) und Gabriele Blittgens (r.) vor dem Parkschild am Eingang des Elfrather Friedhofs, das ausschließlich Pkw das Parken dort erlaubt. Verbotenerweise parken in den Abendstunden aber auch Lkw dort.

Stefan Theens (l.) und Gabriele Blittgens (r.) vor dem Parkschild am Eingang des Elfrather Friedhofs, das ausschließlich Pkw das Parken dort erlaubt. Verbotenerweise parken in den Abendstunden aber auch Lkw dort.

Yvonne Brandt

Stefan Theens (l.) und Gabriele Blittgens (r.) vor dem Parkschild am Eingang des Elfrather Friedhofs, das ausschließlich Pkw das Parken dort erlaubt. Verbotenerweise parken in den Abendstunden aber auch Lkw dort.

Krefeld. Die Nachtruhe von Gabriele und Michael Blittgens ist in manchen Nächten sehr kurz. Ob Sommer oder Winter – immer wieder nutzen Fernfahrer die Parkbuchten auf der Rather Straße und dem nahen Friedhof, um ihre Lkw dort während der vorgeschriebenen Ruhepausen zu parken. „Widerrechtlich“, sagt Gabriele Blittgens. Diese Stellplätze sind ausschließlich für Pkw ausgewiesen. „Die Lkw-Fahrer kümmert das nicht“, ergänzt Stefan Theens.

Ab 17 Uhr steuern die Fernlastwagen die Parkbuchten an. „Dort stehen sie ihre acht Stunden, am Wochenende noch länger“, erzählt Gabriele Blittgens. Dann harren sie dort wegen des Fahrverbots von Freitagabend bis Sonntagnachmittag aus. „Und oftmals laufen dann die Motoren“, sagt Stefan Theens.

Die Trucks sind hochwertig mit Generatoren ausgestattet, im Sommer für die Kühlung, im Winter für die Heizung. Größere Lkw ab 7,5 Tonnen haben außerdem eine Druckluftbremsanlage, deren Druck erst bei laufendem Motor aufgebaut wird.

Nicht nur dieses Brummen und die Abgase stören die Anwohner der umliegenden Wohnhäuser. „Auch die Fäkalien und Abfälle, die vor allem zur Feldseite hin überall rumliegen“, führt Gabriele Blittgens aus. Die Flächen auf dem Friedhofsparkplatz und der Rather Straße werden von der GSAK regelmäßig gereinigt.

„In Spitzenzeiten stehen bis zu acht Lkw hier.“ Von der Verwaltung fühlen sich die Anwohner inzwischen im Stich gelassen. Zwar sind nach den ersten Schreiben an die Verwaltung vor bald zwei Jahren neue Schilder an den Parkbuchten aufgestellt worden, die ausschließlich Pkw das Parken dort gestatten.

„Doch daran halten sich die Lkw-Fahrer nicht“, sagt Gabriele Blittgens aus zahlreichen Beobachtungen. Zumal das angeschriebene Ordnungsamt auch nur bedingt Unterstützung zusagen konnte. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Überprüfung lediglich innerhalb der üblichen Dienstzeiten (7 Uhr bis 21.30 Uhr) stattfinden kann“, lautet die schriftliche Antwort eines Mitarbeiters des Ordnungsamtes.

Immerhin hatte sich nach einigen Kontrollen laut Gabriele Blittgens für wenige Monate die Situation etwas beruhigt. „Die Fahrer haben vermutlich darüber gesprochen, dass neue Schilder aufgestellt und Kontrollen stattgefunden haben.“

Doch dieser Lerneffekt sei längst wieder verpufft. Etliche von Gabriele Blittgens und Stefan Theens geschossene Handy-Fotos aus den vergangenen Wochen belegen das. Deshalb haben sich die beiden nun hilfesuchend an Bezirksvorsteher Wolfgang Merkel gewandt.

„Das Thema ist schon lange bekannt und stört uns als Eigentümer der Fläche wahrscheinlich genauso wie die Anwohner.“

Wolfgang Merkel, Bezirksvorsteher Ost

In einer Verkehrsschau der BZV Ost morgen will Merkel das Thema aufgreifen. Bei einem Besuch vor Ort vor einigen Tagen hat er die Aufstellung von einem oder zwei Pollern in den Parkbuchten vorgeschlagen.

„Lkw kämen dann dort nicht mehr rein, Pkw schon.“ Auch hält Merkel die von Gabriele Blittgens vorgeschlagene Höhenbeschränkung für den Friedhofsparkplatz für sinnvoll. In Parkhäusern oder auf Festplätzen leisteten die auch gute Dienste. „Und für die Anlieferungen an den Steinmetz könnte man einen Schlüssel hinterlegen.“

Den Anwohnern wäre es am liebsten, die Parkbuchten würden entweder verkleinert oder aber ganz abgeschafft. Bei einer Verkehrsschau im Jahr 2013 hatte sich auch einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht erschlossen, „zu welchem Zweck die Haltebucht angelegt wurde“.

„Das Thema ist schon lange bekannt und stört uns als Eigentümer der Fläche wahrscheinlich genauso wie die Anwohner“, sagt Pressesprecher Manuel Kölker auf Nachfrage im Namen der Stadt.

Der Einbau von Schranken sei zu teuer. Derzeit würden die Kosten für eine drehbare Höhenbegrenzung zum Friedshofs-Parkplatz von der Verwaltung geprüft. Die Aufstellung von Pollern sei nicht sinnvoll, da die Firma Feldhaus als städtischer Auftragnehmer für Baumfällungen zulässigerweise häufiger dort parke.

Die Verwaltung habe außerdem gezielt Lkw-Fahrer vor Ort angesprochen. „Dabei haben wir herausgefunden, dass die Lkw oftmals ihre Ruhepausen nach Anlieferung zur Müllverbrennung auf unserem Parkplatz verbringen und auch von dort einen Hinweis darauf bekommen hatten“, sagt Kölker.

Daraufhin habe man das Gespräch mit dem Betreiber der Müllverbrennungsanlage gesucht, mit der Bitte, keine Lkw mehr dort hinzuschicken. „Die Anzahl der Lkw hat sich in letzter Zeit dadurch verringert“, sagt Kölker. Eine Aussage, die Gabriele Blittgens und Stefan Theens so nicht bestätigen können. Ihre Handyfotos zeigen etwas anderes.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer