Filzhüte, Gemälde, Skulpturen: An den Niepkuhlen zeigten Künstler am Wochenende ihre Werke unter freiem Himmel.

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Dietmut Hammelrath (rechts) und Kirsten Ebner präsentieren ihre ausgefallenen Filzhüte.

Dietmut Hammelrath (rechts) und Kirsten Ebner präsentieren ihre ausgefallenen Filzhüte.

Andreas Bischof

Dietmut Hammelrath (rechts) und Kirsten Ebner präsentieren ihre ausgefallenen Filzhüte.

Krefeld. Die Warnung vor einer großen offenen Wasserfläche hat man an beiden Gartentoren befestigt, denn das Markenzeichen, der „blaue Faden“ dieses Kull-Gangs sind die Teiche der Niepkuhlen. Zwei der Gärten, die sich malerisch mit dem Wasser verbinden, sind am vergangenen Wochenende Ausstellungsorte des Kull-Gangs 2013.

Kunst und Kunsthandwerk in privater Atmosphäre und auch als ein kleiner, meist farbenfroher Akzent in der Landschaft locken Liebhaber kreativer Dinge und Neugierige an die Maria-Sohmann-Straße. Bei der Hausnummer 119 flattert lustig im kühlen Frühjahrswind eine Fahne mit einer gekrönten Erbse an der Dachrinne. Die gekrönte Erbse ist das Label zweier Filzkünstlerinnen: Kirsten Ebner und Diemut Hammelrath.

Das trägt man im Frühling: Leichte Strohhüte mit Filzdekoration

Ebner hat ihr Wohnzimmer und ihren Garten zum Ausstellungsraum umfunktioniert. „Wo die Blüten gerade ’rauskommen und die Gärten besonders schön sind, wollten wir das in Verbindung mit der Kunst, dem Kunsthandwerk, setzen“, meint Ebner, die Hausherrin in dem kleinen blühenden Paradies. „Wir haben uns schon auf die Sommersaison spezialisiert, auf leichte Strohhüte mit Filzdekoration“, sagt Hammelrath und weist auf eine fröhliche Hutparade.

Naturalistische Erdbeeren und Stiefmütterchenblüten zieren die Kopfbedeckungen. Die Reste der Winterkollektion an gut wärmenden Filzhüten bilden mit ihrem farbenfrohen und teils witzigen Aussehen einen markanten Akzent in der Gartenarchitektur, am Rand einer Terrasse zum Wasser. Da gibt es Kappen, aus denen Filzstachel herausragen oder überdimensionale Erdbeeren als Baskenmützen.

Einige Gastkünstler, wie Inga Vowinckel-Peschkes mit Bambusbildern und Folke Seelen mit Schmuck aus Naturmaterialien, erweitern das Angebot verkäuflicher Exponate. Am weißen Gartentor bei Nummer 141 wird ebenfalls vor dem Wasser Niepkuhlen gewarnt. Hier lebt die Initiatorin des Kull-Gangs Dietlind Dorbach. Auf die Frage, wie sie auf die Idee gekommen sei, antwortet sie: „Das ist typisch für die Biografie einer Frau mittleren Alters, einer ehemaligen Lehrerin: Was kann ich Sinnvolles tun im Ruhestand?“ Ihr geht es darum, das alte Haus, ein ehemaliges Gärtnerhaus, das schief am Seeufer steht, als müsse es langsam abtauchen, mit mehr Leben zu füllen.

Sieben Künstlerinnen und ein Bildhauer zeigen ihre Kunst in der Natur direkt am Wasser. Initiatorin Dietlind Dorbach hilft gerne auf die kreativen Sprünge. Demnächst will sie in ihrem Workshop „Malen im Kullgarten“ Acrylmalkurse an.

Sie nutzt es selber als Atelier für ihre Acrylmalerei. Doch als Ausstellungsort auch für andere, möchte sie weiteres Leben in den lauschigen Garten und seine Gebäude bringen. Eine Besucherin kann sie gleich ermutigen, sich für eine Ausstellung mit ihr in Verbindung zu setzen. Als Gastkünstler des Kull-Gangs 2013 sind bei ihr unter anderem Roger Löcherbach mit Holzskulpturen und Dagmar Zander mit Quilts vertreten.

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