Vier Skatfreunde gehen mit dem erspielten Geld regelmäßig auf Weltreise.

Das Skat-Quartett im namibischen Seebad Swakopmund an der Südatlantikküste (von rechts): Peter Kampmann, Dieter Göller, Klaus Bachmann und Günter Scheffler.
Das Skat-Quartett im namibischen Seebad Swakopmund an der Südatlantikküste (von rechts): Peter Kampmann, Dieter Göller, Klaus Bachmann und Günter Scheffler.

Das Skat-Quartett im namibischen Seebad Swakopmund an der Südatlantikküste (von rechts): Peter Kampmann, Dieter Göller, Klaus Bachmann und Günter Scheffler.

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Das Skat-Quartett im namibischen Seebad Swakopmund an der Südatlantikküste (von rechts): Peter Kampmann, Dieter Göller, Klaus Bachmann und Günter Scheffler.

Elfrath. Einmal im Monat dreschen Schreinermeister Dieter Göller (48), Kältebaumeister Peter Kampmann (50), Chemiemeister Günter Scheffler (50) und Amtsrichter Klaus Bachmann (48) ordentlich Skat. Veranstaltungsorte sind abwechselnd jeweils die Privatwohnungen im äußersten Norden der Rheinstadt. Dort, in unmittelbarer Nähe des Elfrather Sees, ist das Quartett zu Hause. Es nennt sich "The best men", spielt immer an einem Samstagabend von 19 Uhr bis 1 Uhr nachts.

Eine Stunde nach Beginn nehmen sich die Kartenfreunde ausgiebig Zeit für ein Abendessen. Göller: "Dann wird aus dem Skat-Club ein Hobby-Koch-Club. Es werden immer tolle, neue Gerichte serviert und ausprobiert." Gespielt wird um ein Viertel Cent. Da man die gesamte Skatbreite nutzt, also mit "Bock" und "Ramsch", kommen an einem Abend im Schnitt zwischen 80 und 150 Euro zusammen, also etwa 1200 Euro im Jahr. Hinzu kommt der Grundbeitrag von 20 Euro monatlich pro Person.

Von dem erspielten Geld machen sie alle zwei bis drei Jahre eine große Reise, die sie schon bis nach London, Dublin, Lissabon, St. Petersburg, Kapstadt und Kalifornien führte - alles selbst geplant und organisiert, jeweils maximal acht Tage. Das letzte Ziel war im Dezember 2008 eine Rundreise durch den Süden von Namibia, die frühere Kolonie "Deutsch-Südwestafrika". Seit 1990 ist Namibia Republik.

Die Vier wandelten auf den Spuren deutscher Kolonialgeschichte. Nach neun Stunden Flug erreichten sie die Hauptstadt Windhoek. 2600 Kilometer legte das Quartett dann mit dem Jeep über Schotterpisten durch die Namib-Wüste zurück. Die Unterkunft erfolgte in Privatpensionen, die vorher per E-Mail gebucht wurden. "Mitunter haben wir unterwegs nach sechs Stunden den ersten Menschen getroffen. Wir haben unsere Routen gut eingeteilt, da nachts in Namibia nicht gefahren werden darf."

Deutsch wird fast überall noch gesprochen und auch sonst ist der frühere Einfluss festzustellen. Dieter Göller berichtet: "Bezeichnungen wie Kaiser-Wilhelm-Straße oder Berliner Allee sind nicht selten. In manchen Stadtteilen kommt man sich vor, als stünde man vor Häusern auf der Uerdinger Straße in Krefeld. Eine 1907 erbaute Gaststätte wirbt noch heute mit Aufschrift ,Deutsches Bier, Kegelbahn sowie Konzert- und Ballsaal’. Speisenkarten bieten u.a. Kassler mit Sauerkraut oder Schweinshaxe. In der Hauptstadt wird sogar Karneval gefeiert." Manche Herausforderungen mussten die Abenteurer meistern, so einen Reifenwechsel in der Wüste bei 40 Grad im Schatten.

Das nächste Reiseziel steht schon fest: der Norden Namibias mit Urwald und Nationalparks.

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