Hinter den Gartenpforten verbergen sich ein kleines Schätzchen und ein 15 Jahre alter Knotengarten.

Ulrike Metzer in ihrem Garten in Verberg. Mit Buchsbäumen und anderen niedrigwüchsigen Pflanzen sind knotenartige Formen entstanden. 	Fotos (2): Dirk Jochmann
Ulrike Metzer in ihrem Garten in Verberg. Mit Buchsbäumen und anderen niedrigwüchsigen Pflanzen sind knotenartige Formen entstanden. Fotos (2): Dirk Jochmann

Ulrike Metzer in ihrem Garten in Verberg. Mit Buchsbäumen und anderen niedrigwüchsigen Pflanzen sind knotenartige Formen entstanden. Fotos (2): Dirk Jochmann

Das Hospiz am Blumenplatz präsentierte zum Tag der offenen Gartenpforte einen Rückzugsort für Gäste. Auf dem Foto: die stellvertretende Pflegedienstleiterin Regina Prill (l.) und Leiterin Brigitte Schwarz.

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Ulrike Metzer in ihrem Garten in Verberg. Mit Buchsbäumen und anderen niedrigwüchsigen Pflanzen sind knotenartige Formen entstanden. Fotos (2): Dirk Jochmann

Den Schnitt zum falschen Zeitpunkt nimmt selbst der geduldigste Buchsbaum der Gärtnerin übel. Wenn keck kleine Ästchen aus der Ordnung – sprich: der glatten Blätterfläche spitzen – darf Ulrike Metzer noch längst nicht im gärtnerischen Reflex zur Schere greifen. „Den Buchs kann ich nur bis Ende Mai schneiden, sonst knallt die Sonne zu sehr und es gibt braune verbrannte Flecken.“

Die gerade vergangenen heißen Tage haben sie demzufolge gebremst, den Buchsformschnitt in ihrer Orangerie Verberg zu perfektionieren, ihm den letzten Schliff für den Tag der offenen Gartenpforte zu geben. am vergangenen Wochenende haben zum drittem Mal in diesem Jahr Privatleute ihre Gärten für Besucher geöffnet.

Vor fünfzehn Jahren hat Metzer ihren Knotengarten angelegt. Mit Buchs und anderen niedrigwüchsigen Pflanzen entstand ein keltisches Muster, bei dem durch geschicktes Anordnen und Schneiden ein grünes Relief gewachsen ist, das auch noch den Eindruck von einem Über- und Untereinanderwachsen der Pflanzenbänder entsteht. Topiary oder Ars topiaria ist ein Formschnitt von Pflanzen, der nicht nur die Illusion von Reliefs, sondern auch grüne Skulpturen entstehen lässt.

Ulrike Metzer liebt diese kreativen Möglichkeiten. An anderen Stellen ihres Gartens kann man sehen, dass sie Beete oder auch einen Springbrunnen mit Buchsbaumkugeln umrahmt oder mit verschieden geschnittenen Formen eine wachsende Gartenskulptur als Gartenmauer geschaffen hat.

Ein charmanter Garten umgeben von Backsteinmauern

Im Hospizgarten an der Jägerstraße bestimmen Stauden das Bild des Gartens hinter einer hohen Backsteinmauer. Brigitte Schwarz, die Leiterin des Hospizes, nennt die Philosophie der Gartengestaltung: „Unsere Gäste bleiben durchschnittlich drei bis fünf Wochen. Deshalb ist der Staudengarten so angelegt, dass zu jeder Jahreszeit etwas blüht.“ Nachdem die Duftrosen vor der Backsteinmauer gerade verblüht sind, präsentiert sich der stille Garten gerade etwas arm an strahlenden Sommerfarben. Kleine violette oder grüngelbe Blüten an niedrigen Stauden und blassgelbe oder schwarzrote Stockrosenblüten lassen die Farbenpracht des Sommers vermissen.

Die Kunst des Formschnitts (lat. Ars topiaria, engl. topiary) gibt es seit der Antike. Ursprünglich diente sie dazu, für ein besseres Wachstum und einen höheren Ertrag kranke oder wilde Triebe auszuscheiden. Schon die Römer nutzten Zypressen und Buchs für gartenkünstlerische Gestaltungen.

Der nächste Tag der offenen Gartenpforte findet am 12. und 13. September statt. Wer dabei ist:

offene-gartenpforte.de

Wichtige Elemente im Hospizgarten sind die unterschiedlichen Sitzgruppen, die den Gästen und ihrem Besuch Rückzugsmöglichkeiten im Grünen bieten. Hier wird geredet, gespielt und die gemeinsame Zeit genossen. Als nächstes Projekt soll ein kleiner Springbrunnen mit seinem Plätschern die Atmosphäre in diesem Gartenraum noch bereichern. Dafür werden allerdings noch spenden benötigt. „Er soll mit seinem Becken hoch stehen, damit man auch vom Rollstuhl aus in das Wasser greifen kann“, sagt Schwarz.

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