Katja Löthen ist 85 geworden. Ihr größter Erfolg in 60 Sportler-Jahren: Sie half, den Weg zu ebnen für Frauen unter Segeln.

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Katja Löthen

Katja Löthen

Lothar Strücken

Katja Löthen

Bockum. Engagement und Hingabe haben Katja Löthen zur bekanntesten Frau des Krefelder Segelsports gemacht. Auf ein Leben mit spannenden Momenten und schönen Erinnerungen - darauf kann die Blauwasserseglerin, die jetzt das 85. Lebensjahr vollendet hat, zurückblicken. Internationale Regatten, wunderschöne Tage auf hoher See, da kommt Katja Löthen schon mal ins Schwärmen. Doch das für sie wertvollste Andenken ist ihr Verdienst für die Emanzipation.

"Anfangs wurden Frauen ganz komisch angeguckt"

"Ich segle seit nunmehr 60 Jahren und anfangs wurden Frauen noch ganz komisch angeguckt. Ich war eine der ersten, die die Vorurteile gegenüber segelnden Frauen verändert hat." Geboren wurde Katja Löthen in Neviges im Kreis Mettmann und machte während des Krieges ihre Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin in Berlin.

Wie es der Zufall wollte, traf sie dort auf einen jungen Offizier, dem sie öfter Blut abnahm. Der lud sie dann zum Segeln ein. "Tja, und so bin ich dann daran hängen geblieben. Am Segeln, nicht am Offizier", lacht Katja Löthen.

Stattdessen lernte sie ihren Mann Günther kennen und lieben. Ihm folgte sie nach Krefeld, trat 1957 der Krefelder Seglervereinigung 1933 e. V. bei und gehörte bald zu den ersten Krefeldern, die sich auf die ferneren Reviere in Nord- und Ostsee wagten.

Dem Verein verhalf Katja Löthen von 1973 bis 1997 zu großen Erfolgen. In der Jugend- und Ausbildungsarbeit tätig, holte sie mit ihren Jungs insgesamt 25 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen in den Fahrtenwettbewerben der Kreuzerabteilung.

Katja Löthen behielt die Prüflizenz bis zum 78. Lebensjahr

Seit 1957 bei der Krefelder Seglervereinigung. Fünfmalige Stadtmeisterin im Fahrtensegeln. Nach dem Tod ihres Mannes 1973 Leiterin der Jugendabteilung der KSVg bis 1997. In dieser Zeit wurden 25 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen gewonnen und zweimal - gegen die harte Konkurrenz der Küstenvereine - der Wanderpreis "Der Jugendkutter" des Deutschen Segler-Verbandes (DSV).

Zweimal gab es sogar den begehrten Wanderpreis "Der Jugendkutter". Die Krefelder Seglervereinigung war in dieser Zeit insgesamt acht Mal der erfolgreichste Klub in Deutschland.

Außerdem war die Seglerin dienstälteste Ausbilderin und Prüferin in Nordrhein-Westfalen. Eigentlich ist die Altersgrenze bei 68 Jahren festgelegt, doch Katja Löthen behielt ihre Prüf-Lizenz bis zum 78. Lebensjahr. "Wie es zu dieser Ausnahmereglung vom Bundesverkehrsministerium kam weiß ich selbst nicht, aber ich war ja nicht mehr berufstätig und so wusste man, dass man mich überall hin jagen konnte", grinst die 85-Jährige.

Natürlich wurden ihre Verdienste auch belohnt. Unter ihren vielen Auszeichnungen sind drei ganz besonders wertvoll für Katja Löthen: Die Goldnadel vom Seeschlossverband NRW, die Silbermedaille des Stadtsportbundes Krefeld und die Bundesverdienstmedaille vom Bundespräsidenten Horst Köhler.

Neben ihrer Segelleidenschaft geht die Krefelderin auch gerne mal ins Theater oder zum Ballett. Ein weiteres abenteuerreiches Hobby ist das Reisen in ferne Länder wie Nepal, Indonesien, Australien und China.

Doch auch mit 85 Jahren ist das Segeln nicht ganz aus ihrem Leben verschwunden. Die Dame organisiert weiterhin Treffen von Segelyachten auf dem Ijsselmeer und geht noch selbst mit an Bord. "Ich komme noch gut rauf und runter. Der einzige Unterschied: Jetzt lasse ich mich segeln lasse."

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