Anonym Geben und Nehmen ist angesagt.

Bockum
Roswitha Tapper vor der Givebox. Der Rucksack war gerade hineingelegt worden und zehn Minuten später schon wieder weg.

Roswitha Tapper vor der Givebox. Der Rucksack war gerade hineingelegt worden und zehn Minuten später schon wieder weg.

Dirk Jochmann

Roswitha Tapper vor der Givebox. Der Rucksack war gerade hineingelegt worden und zehn Minuten später schon wieder weg.

Krefeld-Bockum. Wegschmeißen war gestern. Eine mit Graffiti besprühte Holzkiste steht seit vergangener Woche in Bockum an der Sparkasse. Es ist eine Givebox, wie es sie in anderen Städten schon lange gibt. Hier können die Bockumer Sachen hinbringen, die sie nicht mehr brauchen. Vielleicht ist unter den Nachbarn jemand, der etwas davon gut gebrauchen kann. Das ist die Idee dahinter. Geben und Nehmen, so dass beide Seiten profitieren.

Die Idee wird von Anfang an gut angenommen

„Wenn jemandem etwas gefällt, kann er es sich einfach rausnehmen. Wenn jemand etwas nicht mehr braucht, was noch gut erhalten ist, legt er es in die Box“, erklärt Roswitha Tapper. Das Prinzip funktioniert auf Anhieb. „Ich bin total dankbar für die Möglichkeit. Ich habe vor dem Einkaufen zwei Paar Schuhe reingestellt, die waren richtig hochwertig, ich wusste nicht, wohin damit. Jetzt ist schon ein Paar weg“, sagt Annette Grote.

Die Idee zur Givebox stammt aus Berlin. Sie wird in immer mehr Städten aufgegriffen. Tapper hat darüber einen Beitrag im Fernsehen gesehen. In Düsseldorf gibt es bereits acht von den Boxen. „Zuviel haben ja nun alle, da liegt immer etwas rum, was anderen Menschen helfen oder eine Freude bereiten könnte“, sagt Tapper.

Sie hatte die Idee nicht alleine, auch bei der Umsetzung hatte sie Unterstützung. Von wem, will sie nicht sagen. „Wir haben niemanden um Erlaubnis gefragt, bevor wir die Box aufgestellt haben, deshalb will niemand genannt werden.“ Eine Handvoll Bockumer hätten sich für das Projekt engagiert, so haben sie die Box innerhalb von drei Wochen realisiert. Gefüllt wurde die Box mit Sachen der Initiatoren. „Vorerst wurde mehr genommen als gegeben, aber das kommt sicher noch.“

Tapper appelliert an die Eigenverantwortung der Bürger

Tapper hofft vor allem, dass die Bockumer auch Eigenverantwortung übernehmen, entfernen, was nicht in die Kiste gehört und sie vor allem erhalten wie sie ist. „In Düsseldorf wurde mal eine in Brand gesteckt, ich hoffe, dass das hier nicht passiert.“

Sie zähle dabei aber auch auf Paten, Nachbarn, die mal nach dem Rechten schauen. „Für uns ist auch wichtig, dass sich niemand Sachen nimmt, um sie zu verkaufen. Das ist nicht Sinn der Sache.“

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