Gotteshaus, Funzel und Kindergarten haben runden Geburtstag.

Die Lukaskirche wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Zum Fest am 30. Mai wird es kein Glockengeläut geben: Der Glockenturm ist nicht mehr standsicher.  (LS)
Die Lukaskirche wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Zum Fest am 30. Mai wird es kein Glockengeläut geben: Der Glockenturm ist nicht mehr standsicher. (LS)

Die Lukaskirche wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Zum Fest am 30. Mai wird es kein Glockengeläut geben: Der Glockenturm ist nicht mehr standsicher. (LS)

Die Lukaskirche wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Zum Fest am 30. Mai wird es kein Glockengeläut geben: Der Glockenturm ist nicht mehr standsicher. (LS)

Krefeld-Gartenstadt. Es war die Zeit, als Gartenstadt im Zuge der Bebauung des ehemaligen Flugplatzgeländes in Bockum noch "Flugplatzsiedlung" genannt wurde, als Monat für Monat junge Familien mit Kindern in die gerade fertig gewordenen Häuser zogen und auch eine neue Kirche für die vielen Neubürger auf dem Baugrund entstand.

Das alles ist 50 Jahre her, die Lukaskirche ist ein halbes Jahrhundert alt. Das ist ein triftiger Grund für die evangelischen und katholischen Gartenstädter"ihre" Lukaskirche an der Breslauer Straße 2-4 zu feiern. Zumal die angeschlossene Kita und die "Funzel" auch je einen runden Geburtstag begehen. Und Ökumene wurde im Stadtteil schon von jeher gelebt.

Zum Fest gibt’s kein Glockengeläut, der Turm ist nicht mehr standsicher

Viel hat sich in einem halben Jahrhundert in Gartenstadt und in der Gemeindearbeit geändert. Eines wird zum Jubiläum genauso sein wie zur Einweihung am 13. März 1960: Kein Glockengeläut weiht den Festgottesdienst ein. "Damals wurde das Geläut erst ein Jahr nach der Einweihung des Gotteshauses geliefert", erzählt Presbyterin Ute Stettin. "Heute ist der Glockenturm nicht mehr standsicher. Der Turm schwankt durch die Pendelbewegungen so stark, dass er zu einer Gefahr für die Umgebung geworden ist."

Das bedauert auch Christoph Tebbe, der seit knapp einem Jahr als Pfarrer an der Kirche wirkt. "Wir müssen überlegen, was mit dem Turm geschieht. Eine Grundsanierung würde 180 000 Euro kosten, die wir nicht haben. Vielleicht richten wir ein Schlagwerk ein, das nicht schwingt." Und lakonisch: "Oder wir lassen das Glockengeläut irgendwann vom Band kommen…"

Gerne erinnern sich die Gemeindeglieder an die Anfänge ihrer Arbeit. Um 1964 waren die meisten Familien ohne TV-Gerät zu Hause. Stettin: "Wir haben einmal wöchentlich einen Film angeboten, den die Menschen bei uns ansahen." Heute sieht die Gemeindearbeit anders aus. "Für Kinder und Jugendliche hat sich zwar nicht so viel verändert", erklärt Almut Gätjen, die ehemalige Pfarrerin in Elfrath, dessen Kirchenbezirk zum Bezirk der Lukaskirche gehört. "Die vielen älteren Menschen stellen neue Anforderungen. ,Haben sie in der Kirche ein Zuhause?’", ist eine der Fragen, die behandelt werden müssen."

Das 50-jährige Bestehen der Lukaskirche wird einen Tag lang gebührend gefeiert. Am Sonntag, 30. Mai, lädt die Gemeinde um 10 Uhr zum Festgottesdienst. Er steht unter dem Leitwort: "Gott baut ein Haus, das lebt." Es folgt ein buntes Programm rund um die Kirche mit viel Spaß und leckeren Sachen für Groß und Klein. Wer mehr über die Geschichte des Gotteshauses und der Gemeinde damals und heute wissen möchte, für den liegt eine sehr schöne, knapp 70 Seiten starke Festschrift in Hochglanz und Farbe bereit.

Zehn Jahre nach der Kirche öffnete der Evangelische Kindergarten der Lukaskirche erstmals seine Türen. "Damals besuchten 100 Kinder den Drei-Gruppen-Kindergarten", berichtet Sylvia Sämann, die Leiterin der Einrichtung. Auch hier haben sich die Anforderungen gewandelt. "Die Zahl der Alleinerziehenden ist ebenso gestiegen wie der Betreuungsbedarf für Kinder ab zwei Jahren." Als besondere Überraschung ist für den Kindergarten an der Breslauer Straße am 30. Mai um 15 Uhr "Taufe". Er bekommt endlich einen eigenen Namen.

Der Name der Einrichtung wurde vor über 40 Jahren durch einen Wettbewerb ermittelt. Das mit 700 Quadratmetern wohl größte Jugendzentrum in Krefeld war und ist als Treffpunkt für die Kinder und Jugendlichen wichtig. "Damals gab es keinen Bus und keine Freizeitangebote im Stadtteil, die jungen Leute waren wie eingesperrt", erzählt Einrichtungsleiter Hans Zischewski. "Heute haben wir einen Karaoke- und einen Probenraum, kochen, töpfern und tanzen miteinander." Und im Herbst feiern die Jugendlichen noch einmal "Funzel-Jubiläum".

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