Eine Lebensmittelkette möchte an der Breslauer Straße eine neue Filiale eröffnen.

EDEKA
Noch ist der Edeka-Markt an der Breslauer Straße geschlossen. Doch das könnte sich bald ändern.

Noch ist der Edeka-Markt an der Breslauer Straße geschlossen. Doch das könnte sich bald ändern.

Jochmann, Dirk (dj)

Noch ist der Edeka-Markt an der Breslauer Straße geschlossen. Doch das könnte sich bald ändern.

Krefeld-Gartenstadt. Nach dem Aus für den Edeka-Markt in Gartenstadt sehen die Anwohner nun Licht am Ende des Tunnels. Ein neuer Mieter stehe Gewehr bei Fuß, sagt Maik Janßen, Mitarbeiter der Krefelder Fürsorgekasse von 1908, Vermieter des Gebäudes an der Breslauer Straße. „Eine namhafte Lebensmittelkette möchte dort möglichst bald eine Filiale eröffnen. Es steht nur noch die Entscheidung der Sparkasse aus.“

Edeka-Schließung war für viele eine Katastrophe

„Vor allem ältere Menschen sind auf einen Nahversorger angewiesen. Die Schließung des Edeka-Marktes ist für sie eine Katastrophe. Mit Rollator fällt jeder Umweg schwer“, sagt Stephan Goerlich, Vorsitzender des Bürgervereins.

So sind auch die rund 800 Meter Entfernung vom bisherigen Edeka-Markt an der Ecke Traarer Straße zum Netto-Markt, fast am Ende der Breslauer Straße, für viele ältere und gehbehinderte Menschen ein Problem. „Außerdem hat der Discounter ein anderes Angebot.“ Goerlich verweist darauf, dass auch die Stettiner Straße mit Rollator- und Rollstuhl tauglichen Absenkungen an den Bürgersteigen ausgestattet werden solle.

Doch auch wenn ein Ersatz-Nahversorger gefunden wird, bleibt die Situation rund um das Einkaufszentrum problematisch.

„Auf dem Wochenmarkt steht in letzter Zeit meist nur noch der Kartoffelhändler.“

Stephan Goerlich, Vorsitzender des Bürgervereins

Das Einkaufszentrum scheint langsam auszusterben: Die Videothek hat wird am 21. Januar dicht machen, bedauert Goerlich. Der Schlecker-Markt hat vor einem halben Jahr die Kassen geschlossen. Ein Ladenlokal – eine ehemalige Gaststätte – steht bereits seit Monaten leer. Nur noch ein Döner-Imbiss, ein Grieche und die Apotheke sind dort zu finden.

Das Einkommensniveau im Stadtteil ist niedrig

In Gartenstadt gab es 2011 im Vergleich zu 2002 (4735 Einwohner) mit 4210 Bürgern einen Rückgang von 525 Bewohnern (11 Prozent). 1537 (37,3 Prozent) der Gartenstädter sind älter als 60. Von den 2129 Haushalten sind 871 Einpersonenhaushalte.

Mit einem verfügbaren Jahreseinkommen je Steuerpflichtigen (2004) von 16 964,78 Euro gehört Gartenstadt zu den ärmsten Vierteln der Stadt.

Grund für das „Wegsterben“ der Geschäfte könnte das geringe Einkommensniveau, die geringe Kaufkraft und der stete Rückgang der Bewohner (siehe Kasten) sein. Aber auch das attraktive Konkurrenzangebot in Bockum und Uerdingen mag eine Rolle spielen. Allein in im Rheinstadtteil gibt es fünf Lebensmittelmärkte bzw. Discounter. Dazu kommen funktionierende Wochenmärkte.

In Gartenstadt hingegen hat sich – trotz des Umbaus am Insterburger Platz – der Wochenmarkt fast aufgelöst. „Es steht in letzter Zeit meist nur noch der Kartoffelhändler dort“, sagt Stephan Goerlich. Auch die Bemühungen der Wohnstätte wirken sich zumindest noch nicht aus. Die städtische Tochter investiert rund 21 Millionen Euro um 630 Wohnungen in Gartenstadt und Elfrath zu modernisieren.

In Gartenstadt werden bzw. wurden 248 der insgesamt 630 Wohnstätte-Wohnungen von Grund auf saniert.

Anmerkung: Dieser Artikel ist von der Redaktion nachträglich bearbeitet worden. In einer ersten Version hieß es fälschlicherweise, dass der Edeka-Markt erst zum Ende des Jahres geschlossen hat.

Leserkommentare (6)


() Registrierte Nutzer