Der Verberger Turnverein kann dieses Jahr den 100. Geburtstag feiern. Alles begann mit dem großen Vorbild Turnvater Jahn.

jubiläum
Gregor Leigraf trainiert die erste Herrenmannschaft und kennt sich in der Vereinsgeschichte des Verberger Turnvereins aus.

Gregor Leigraf trainiert die erste Herrenmannschaft und kennt sich in der Vereinsgeschichte des Verberger Turnvereins aus.

Dirk Jochmann

Gregor Leigraf trainiert die erste Herrenmannschaft und kennt sich in der Vereinsgeschichte des Verberger Turnvereins aus.

Krefeld. 100 Jahre ist es her, dass ein paar engagierte Verberger den Verberger Turnverein ins Leben riefen. Viele der Nachkommen der Gründer leben heute noch im Stadtteil, weiß VTV-Pressewart Gregor Leigraf, der auch Trainer und Spieler der ersten Herrenmannschaft in der Volleyball-Abteilung ist. Das beweise auch ein Blick auf Verberger Klingelschilder, auf denen sich Namen wie ein Gang durch die Vereinsgeschichte lesen lassen.

In den meisten Bereichen läuft das Training eher spielerisch ab

Was auch mit der Ausrichtung des Clubs zu tun habe, ist sich Leigraf sicher. Schließlich zeichne sich dieser seit jeher dadurch aus, dass dort nicht nur sportlicher Ehrgeiz zählt. „Wir verstehen uns als Familienverein, in dem wir einzig in den beiden Sportarten Badminton und Volleyball auch wettkampfmäßig vertreten sind“, erklärt Leigraf. In den anderen Bereichen wie dem Kinderturnen oder dem Seniorensport laufe das Training dagegen eher spielerisch ab.

Bei der Gründung des Verberger Turnvereins am 1. Januar 1914 folgten 20 aktive Verberger Bürger dem Vorbild von Turnvater Jahn, dem Initiator der deutschen Turnbewegung. Erster Vorsitzender des Vereins war zu dieser Zeit Johann Büttgen. Nach dem Ersten Weltkrieg standen beim VTV auch die Sportarten Feldhandball und Leichtathletik auf dem Programm. Frauen waren da bereits vertreten.

Nach den beiden Weltkriegen war die Zahl der Mitglieder des Turnvereins zurückgegangen. „Nach 1945 mussten sich die Mitglieder noch bei den britischen Besatzern melden, wenn sie sich – damals im großen Saal der Verberger Gaststätte Auler – treffen wollten“, berichtet Leigraf. Dennoch ging es aufwärts: Der VTV entwickelte sich bis 1985 vom Dorf- zum Großverein.

So kamen zum Gerätewettkampf im heutigen Verberger Hof 1950 rund 700 Zuschauer. Später wurden die Sportarten Badminton (1955) und Prellball (1961) eingeführt. „1970 kam die Volleyballabteilung hinzu.“ Und als einer der ersten Vereine näherte sich der VTV 1975 dem Behindertensport.

Stockfahne von 1922 erzählt von der langen Geschichte des Vereins

Der Verberger Turnverein feiert seinen Geburtstag unter anderem mit einem Galaabend am 24. Mai um 19.30 Uhr.

Dass der Club mehr als eine reine sportliche Zweckgemeinschaft ist, zeigt sich auch im Umgang mit der traditionsreichen Historie. Über Jahrzehnte ist zum Beispiel das Protokollbuch zur Vereinsgründung aufbewahrt worden. „Wir sind auch noch im Besitz der Stockfahne von 1922“, berichtet Leigraf nicht ohne Stolz. Diese wird besonders in diesem Jahr zu vielen feierlichen Anlässen herausgeholt werden.

Und nicht zuletzt verbinden sich mit dem Verein auch zahlreiche Anekdoten. Fast schon legendär sind etwa die Fahrten der Volleyballabteilung ins englische Leicester. „Der Kontakt besteht heute noch. Ich kann mich daran erinnern, dass wir in den 1980er Jahren jährlich dort waren und unter anderem auf angemalten Betonböden gespielt haben.“ Und dann wären da noch die Pfingstfahrten, die 1966 ihren Anfang nahmen. „Bis heute haben wir an dieser Tradition festgehalten und machen uns an Pfingsten auf den Weg zum Zelten nach Belgien.“

Heute hat der Verein 750 aktive Mitglieder. Ein Großteil davon kommt heute noch aus Verberg. So wird der Empfang zum 100-jährigen Bestehen zu einem Familientreffen, bei dem sicher die eine oder andere Anekdote erzählt werden wird.

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