Das Gewässer bei Maria-Schutz soll entschlammt und abgedichtet werden. Weitere Arbeiten sind bis 2014 geplant.

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Die Kull hat ihren Namen in Anlehnung an das benachbarte Caritas-Seniorenheim erhalten.

Die Kull hat ihren Namen in Anlehnung an das benachbarte Caritas-Seniorenheim erhalten.

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Die Kull hat ihren Namen in Anlehnung an das benachbarte Caritas-Seniorenheim erhalten.

Krefeld-Traar. Die „Caritas-Kull“ ist nicht ganz dicht. Johann Heller-Steinbach vom Fachbereich Grünflächen runzelt bei der Namensnennung die Stirn. „Die korrekte Bezeichnung ist Kull bei Maria-Schutz.“ Der Volksmund aber wählt die griffigere Form, die auf die Ansiedlung des Caritas-Seniorenheimes am Kloster Maria Schutz zurückgeht.

Wie immer die Kull genannt wird; sie ist ein eher kleines Gewässer im Zuge der Niepkuhlen und liegt im Rückraum der Maria-Sohmann-Straße in Traar. Das Gewässer ist etwa 50 Mal 80 Meter groß. Für rund 145 000 Euro, bei einem städtischen Anteil von knapp 30 000 Euro, soll sie auf Vordermann gebracht werden. Heller-Steinbach verspricht sich von diesen Arbeiten bessere hydrologische Verhältnisse und dass kein Wasser mehr versickert.

Er erläutert, dass in dieser Kull als einzigem Gewässer im Krefelder Norden Teile der abdichtenden Schicht fehlen und es dadurch bei niedrigem Grundwasser zu Wasserverlusten kommt. Vermutlich wurde die natürliche Tonschicht bei einer Entschlammung in den 1970er Jahren beschädigt. Da in Trockenperioden das Wasser in den Niepkuhlen knapp wird, soll vermeidbarer Wasserverlust verhindert werden.

Wasser soll in Trockenzeiten nicht mehr versickern

Es ist daher geplant, diese Kull wieder mit Ton abzudichten, damit das Wasser in Trockenzeiten nicht versickert, sondern in die nördlich gelegenen Gewässern fließt. Untersuchungen haben ergeben, dass der Schlamm nicht belastet ist und deshalb eine teure Entsorgung entfällt.

Baubeginn könnte im kommenden Juli sein

Der Schlamm kann für die Bodenverbesserung in der Landwirtschaft genutzt werden. Die Vorplanung für dieses Projekt soll der Politik noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Baubeginn, so rechnet Heller-Steinbach, könnte im kommenden Juli sein.

Die Niepkuhlen bilden eine einzigartige Auenlandschaft, die durch die letzten beiden Eiszeiten am linken Niederrhein entstanden ist. Sie sind ehemalige Arme des Rheins. Das schmale, lang gestreckte Auenwald- und Sumpfgebiet bot bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts einer vielseitigen, interessanten Pflanzen- und Tierwelt Lebensraum. Heute sind die Nieper Kuhlen Naturschutzgebiet.

Vor der Caritas stand hier der Bruchhof als Sommersitz des Ehepaars Sohmann. Conrad war ein wohlhabender Bankier. Maria Sohmann, (1848-1938) nach der die Straße benannt ist, hieß eigentlich Marie (nicht Maria) Sohmann und war eine Tochter des reichen Mülheimer Speditionsunternehmers Matthias Stinnes. Aus dessen Unternehmen entstand das spätere Imperium von Hugo Stinnes. Der Bruchhof wurde 1988 abgerissen.

Aber das ist längst nicht alles, was der Fachbereich noch mit den Niepkuhlen vor hat. Zwischen 2012 und 2014 sind weitere fünf Schritte geplant, die rund eine halbe Million Euro kosten. Eine Brücke nördlich des Busenpfades ist ebenso vorgesehen wie der Umbaut dreier weiterer Brücken. Ohne konkreten Zeitplan ist die Entschlammung dreier weiterer Kull-Abschnitte vorgesehen. Die Verberger Kull, die Kull beim Heilmannshof und die große Kull. Bei den beiden ersten Projekten werden je 10 000 Kubikmeter Schlamm anfallen, bei der großen Kull das Doppelte. Da der Schlamm in diesen Fällen wahrscheinlich stark belastet ist, kann er nicht als Bodenverbesserer verwendet werden. Die Deponie-Entsorgung wird zwischen 160 000 und 320 000 Euro kosten. Abhängig ist das vom Trockensubstanzgehalt des Schlamms, der zwischen fünf und zehn Prozent liegt.

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