Weder mit Geld aus dem Konjunkturpaket II noch aus dem Haushalt will die Stadt aktuell die Fenster des Gebäudes sanieren. Das ärgert den Bürgervereinsvorsitzenden Andreas Heinrich.

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Ist da mehr als nur ein Erhaltungsanstrich notwendig? Ja, meint zumindest Andreas Heinrich, Vorsitzender des Bürgervereins Traar. (Fotos (2): Andreas Bischof)

Ist da mehr als nur ein Erhaltungsanstrich notwendig? Ja, meint zumindest Andreas Heinrich, Vorsitzender des Bürgervereins Traar. (Fotos (2): Andreas Bischof)

Ist da mehr als nur ein Erhaltungsanstrich notwendig? Ja, meint zumindest Andreas Heinrich, Vorsitzender des Bürgervereins Traar. (Fotos (2): Andreas Bischof)

Traar. Ratlos steht Andreas Heinrich vor dem maroden Fenster im Erdgeschoss des Traarer Rathauses. Der weiße Lack ist an vielen Stellen abgebröckelt und verteilt sich auf der Fensterbank. Einfachverglasung. Relativ neu ist nur der Griff. "Der Stadt nach müssten wir das machen", erzählt der Vorsitzende des Bürgervereins Traar (BV). Die geschätzten Kosten: rund 4000Euro.

Doch nicht nur das Fenster im Vereinsraum des BV, auch die in den anderen Zimmern des denkmalgeschützten Gebäudes wirken verfallen. Obendrein übersähen Risse, Wasserkränze und schwarze Schimmelflecken die Wände im Treppenhaus sowie in den Räumen der Musikschule.

Bürgerverein fordert 60.000 Euro aus dem nationalen Fördertopf

Für eine energetische Sanierung hat Heinrich bereits Ende März in einem Schreiben 60.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II gefordert. Die Post landete, weitergeleitet von den Ratsherren Marc Blondin (CDU) und Paul Hoffmann (FDP), bei Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU). Die Antwort: Es gibt kein Geld.

"Da kam leider nichts, weil das wohl noch nicht konkret genug war", sagt Blondin. Eine genaue Kostenaufstellung und energetische Messungen fehlten, berichtet auch Hoffmann. Für Heinrich eine unbefriedigende Erklärung. Er fügt hinzu: "Ich bin nicht damit einverstanden mit der Antwort der Stadt, dass hier nur Erhaltungsanstriche notwendig sind."

Derzeit lässt die Stadt zumindest über die Toilettenanlage mit sich verhandeln. Gut 10000Euro will der Verein dazu aus seiner Kasse in die Hand nehmen. Streubel kündigt an: "Den Kanalanschluss würden wir übernehmen."

Der Bürgerverein Traar hat rund 1500 Mitglieder und ist damit der größte im Stadtgebiet. Sie alle zahlen einen jährlichen Beitrag von zwölf Euro. Seit etwa fünf Jahren hat der Verein im Erdgeschoss des Rathauses einen Raum gemietet. Dort will er nun eine Anlaufstelle für Bürger einrichten.

Das Rathaus in Traar ist sowohl eine Berzirksverwaltungsstelle als auch Standbein der städtischen Musikschule. Ebenso ist dort die Bezirksstelle der Polizei untergebracht. Andreas Heinrich vom Bürgerverein bezeichnet das Gebäude für Traar als "letztes Überbleibsel der eigenen Selbstständigkeit".

Doch insgesamt sieht es weiter nach Sanierungsstau aus: Das Rathaus in Traar steht laut Streubel nicht auf der Tagesordnung der nächsten Ratssitzung im September. Gleichzeitig betont er, dass erst vor wenigen Jahren Dach und Fassade gemacht worden sind. "Was überholungsbedürftig ist, sind die Fenster", sagt Streubel. Dicht seien sie allerdings noch.

In den Unterrichtsräumen
der Musikschule zieht es

Und es zieht trotzdem. Das weiß der Leiter der Musikschule Ralph Schürmanns. "Im letzten Winter war es heftig." Und er ist auch ehrlich: "Wenn hier mal wieder richtige Fenster drin sind, können wir wieder ein richtiges Schmuckstückchen draus machen." Vorher lohne es sich nicht.

"Wir wollen zwingend den Erhalt des Rathauses", betont Heinrich. Auch Klaus Kokol (SPD) fordert im aktuellen BV-Blatt: "Das Rathaus sollte endlich instand gesetzt" werden. Wenn schon keine neuen Fenster aus dem Konjunkturpaket, dann vielleicht doch aus einem anderen Topf? "Wir hoffen, dass wir das aus den Mitteln des Haushalts machen können", sagt Hoffmann. Er habe sogar gehört, dass möglicherweise noch in diesem Jahr was machbar sei.

Doch Stadtsprecher Timo Bauermeister betont: Auch Gelder außerhalb des Konjunkturpakets sind für das Traarer Rathaus momentan nicht vorgesehen. Andere Gebäude hätten Vorrang. "Es gibt zur Zeit keine Priorisierung, aber es gibt den Schwerpunkt Stadthaus."

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