Auch in der zweiten Sitzung der Bezirksvertretung bestimmte die Abbiegespur am Bockumer Platz die Diskussionen.

Krefeld. Auch in der zweiten Sitzung der Bezirksvertretung (BZV) Ost dominiert der Bypass, die gesperrte Rechtsabbiegespur am Bockumer Platz, die Diskussion im großen Saal im Bockumer Rathaus. Und das, obwohl das Thema gar nicht offiziell auf der Agenda steht.

Die Publikumsreihen sind gut gefüllt, als die Sitzung eröffnet wird. Mehrere Bürger nutzen die Fragestunde, um vor allem mit der CDU abzurechnen. Die hatte bei den Kommunalwahlen über zehn Prozent der Stimmen im Wahlbezirk Bockum-Kirche verloren. Wohl als Konsequenz daraus waren die Christdemokraten gemeinsam mit der FDP umgeschwenkt und treten jetzt für eine Wiederöffnung der Spur ein.

Nacheinander treten vier Bockumer Bürger auf und verlangen nachdrücklich die zügige Umsetzung der neuen CDU-Position. Aber mehr noch: "Die Befürworter der Bypass-Schließung in Politik und Verwaltung sollen für die Kosten aufkommen, die das Hin und Her verursacht haben." Ein anderer Kritikpunkt ist das fehlende Gesamtkonzept für das Bockumer Zentrum.

Fraktion UWG fordert die Vorstellung der Pläne bis Ende Februar

FDP-Chef Joachim C. Heitmann kann beruhigen: Die Baukosten von mindestens 10000 Euro (soviel hatte im Mai auch die Herrichtung des jetzigen Zustands gekostet) würden von den gut 270000 Euro bezahlt, die für die Planung und Umgestaltung des Zentrums zwischen Rathaus und Schütenhof zur Verfügung stehen. Erste Pläne dafür sollen im Februar vorgelegt werden.

Zum Thema Bypass hat sich gestern auch die Fraktion Unabhängige Wählergemeinschaft - Freie Wähler zu Wort gemeldet. In einem Antrag stellt die Fraktion ein Ultimatum: Wenn bis zum 28. Februar kein Gesamtkonzept für die Umgestaltung der Bockumer Mitte vorliegt, werden die drei Ratsherren für eine sofortige Öffnung des Bypasses eintreten. "Das Geld für eine Planung steht seit Monaten bereit. Uns reist langsam der Geduldsfaden. Die Untätigkeit im Rathaus passt uns nicht. Wenn die Verwaltung nicht in die Gänge kommt, muss sie den schwarzen Peter annehmen, was die Öffnung des Bypasses angeht", sagt Fraktionsvorsitzender Ralf Krings.

Weiteres Thema bei der BZV-Sitzung sind die Fahrräder im Kaiserpark. Bürgermeisterin Jutta Pilat (FDP) stellt vorweg eines richtig: "Die Politessen haben die Kinder auf Fahrrädern im Park nicht abkassiert, sondern nur ermahnt." Jetzt müsse ein konfliktfreier Weg gesucht werden, der Spaziergängern und Rad fahrenden Kindern auf dem Weg zur oder von der Schule gerecht werde." Christoph Aretz (SPD) ist gegen eine "Überregulierung", während Heidi Matthias (Grüne) bekennt, den Park auch schon Mal per Rad durchquert zu haben. Einen Beschluss zu dem Thema bleibt jedoch aus.

Ähnlich salomonisch geht die BZV beim leidigen Thema Löschenhofweg vor. Da dort die Grenze zwischen der Vertretung Ost und Uerdingen verläuft, ist das Gremium ebenfalls stimmberechtigt, was die Angelegenheit zusätzlich knifflig macht. Da die Uerdinger für eine Verlängerung der Tempo-30-Strecke eintreten, der das Tempo-50-Schild in Höhe Damaschkestraße überflüssig macht, schließt sich die BZV-Ost dieser Position in einer Empfehlung an den Planungsausschuss an.

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