Die Idee eines Literaturaustauschs kommt gut an. Die Initiatoren wollen am Angebot festhalten, auch falls das Rathaus schließt.

Im offenen Bücherregal ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Im offenen Bücherregal ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Im offenen Bücherregal ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Andreas Bischof

Im offenen Bücherregal ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Krefeld. Wer gern liest, hat in Traar eine neue Anlaufstelle. Im Rathaus gibt es seit Dezember ein „Offenes Bücherregal“ – Zeit für eine erste Bilanz. Nach Herzenslust kann dort gestöbert werden. Wer etwas findet, das ihm gefällt, nimmt es mit nach Hause – er kann es behalten, wieder zurückbringen oder eigene Bücher ins Regal stellen.

Die Idee dazu hatte Hella Simons aus Traar. „Wir fahren seit 20 Jahren in einen Ort in Österreich. Vor etwa 15 Jahren hat ein Student als Diplomarbeit so ein offenes Bücherregal aufgestellt. Das gibt es immer noch und mit den Jahren wurden es auch mehr Bücher“, sagt sie.

„Bücher wegzuwerfen, tut immer ein bisschen weh.“

Hella Simons, Initiatorin

Diese Idee hat Simons der KAB-Basargruppe St. Josef vorgetragen. In Kooperation mit dem Amt für Gebäudemanagement der Stadt Krefeld und dem Bürgerverein wurde das Projekt umgesetzt. „Es sind so viele Bücher übrig und welche wegzuschmeißen, tut immer ein bisschen weh“, erklärt Simons. Mit dem neuen Konzept muss nun nichts mehr weggeschmissen werden, sondern es findet eine sinnvollere Verwendung. „Die ersten Bücher haben wir hingestellt, aber die Resonanz ist gut und es kamen immer neue dazu.“ Es sei allerdings nicht so gedacht, dass die Leute ihren Keller entrümpeln und kistenweise alte Bücher mitbringen. „Wir legen Wert auf eine Mischung aktueller Literatur.“

Simons ist sicher, dass sich zur Not ein anderer Standort findet

Ob Romane, Sachbücher, Bildbände, Reiseführer oder Kinderbücher – für jeden Geschmack soll etwas dabei sein. So steht Khaled Hosseinis „Tausend strahlende Sonnen“ neben einem Karl May-Klassiker „Das Vermächtnis der Inka“ von 1954.

Vom witzigen Frauenroman über Krimis bis hin zu Koch- und Gartenbüchern gibt es eine große Auswahl. „Gerade spannende Bücher wie Krimis werden nur einmal gelesen und dann zurückgebracht“, sagt Simons. Immer mal wieder schauen sie oder andere Paten vorbei und prüfen, ob niemand Bücher hingestellt hat, die nicht in ein solches Angebot gehören. „Bei uns war noch nichts, aber in der Bücherei wurde auch schon mal rechtsradikale Literatur gefunden, da achten wir natürlich drauf.“ Sorge, ob die Idee auch überlebt, falls das Rathaus und die darin ansässige Bezirksverwaltung geschlossen werden, macht sie sich nicht. „Das wäre total schade, vor allem für unsere älteren Mitbürger in Haus Lange. Sie müssen nur klingeln und dann kommt jemand, der sich um sie kümmert. Es hängt ja alles noch etwas in der Luft, aber so wie ich uns kenne, wird und schon etwas einfallen.“

Bei jedem Besuch können zwei Bücher ohne Formalität mitgenommen werden. Mitbringen kann jeder, was er selbst nicht mehr behalten möchte, aber es auch zu schade zum Wegschmeißen findet. Dabei sollte es sich allerdings um aktuelle Literatur handeln.

Das Rathaus Traar hat Mo-Fr von 8 bis 12.30 Uhr geöffnet. Mo-Mi zusätzlich von 14-16 Uhr, Do von 14-17.30 Uhr.

Es sei dann allerdings schwer, das Angebot so zentral und leicht zugänglich zu gestalten, wie es im Moment im Rathaus zu den regulären Öffnungszeiten möglich ist.

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