Der Heilmannshof ist der einzige anerkannte Betrieb dieser Art in der Stadt. Ein regionales Netzwerk hilft weiter.

Traar
Ralf Heindl und Katja Leendertz bei der Arbeit in einem Treibhaus auf dem Heilmannshof. Foto/Repro: Dirk Jochmann

Ralf Heindl und Katja Leendertz bei der Arbeit in einem Treibhaus auf dem Heilmannshof. Foto/Repro: Dirk Jochmann

Jochmann, Dirk (dj)

Ralf Heindl und Katja Leendertz bei der Arbeit in einem Treibhaus auf dem Heilmannshof. Foto/Repro: Dirk Jochmann

Traar. Bio-Lebensmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Selbst Supermärkte und Discounter haben längst ihr Angebot entsprechend erweitert. Doch wo kommt all dieses Gemüse, Obst und Fleisch her?

Der einzige anerkannte Bio-Betrieb in Krefeld sitzt an der Maria-Sohmann-Straße in Traar – im Heilmannshof. „1989 haben wir mit der Umstellung angefangen“, erinnert sich Katja Leendertz. Damals hatte der Vater Berthold Leendertz das Zepter an die beiden Töchter weitergegeben. Dieser habe bereits damals gut überlegt, wo er auf die sonst im Obstanbau übliche Giftspritze verzichten könne, sagt Katja Leendertz. Die Töchter verabschiedeten sich mit ihrer Betriebsgemeinschaft endgültig von Herbiziden. Seit 2003 zieht außerdem Bio-Bauer Ralf Heindl am Heilmannshof sein Gemüse. Seit 1993 wird im eigenen Hofladen Bioware angeboten.

34 Bio-Bauern der Region haben sich zusammengeschlossen

Jetzt haben die Krefelder Einzelkämpfer Verstärkung bekommen. Nicht in Form weiterer Krefelder Höfe – zumindest noch nicht. Aber 34 Bio-Bauern der Region bis hinauf nach Kleve haben sich im Verein Bio-Region Niederrhein zusammengeschlossen. „Da sind sehr große bis sehr kleine Höfe dabei“, berichtet Leendertz. Sehr unterschiedliche seien es, „doch eins haben alle gemeinsam: sie sind einem Bioverband angeschlossen“. Was am Niederrhein bedeutet, dass sie gewöhnlich Demeter, Bioland oder Naturland angehören, sprich: von diesen auch auf Einhaltung der Richtlinien überprüft werden.

Ein solch biologischer Anbau erfordert allerdings Erfahrung, und manchmal müssen auch ungeahnte Herausforderungen bewältigt werden. So habe es im Sommer Probleme bei der Tomatenzucht gegeben, erzählt Heindl. „Es war einfach zu heiß.“ Da entpuppte sich der Austausch mit Kollegen als Segen, um Ursachen und Lösungen zu finden. Ein Netzwerk kann da umso hilfreicher sein, auch um Technik und Gerätschaften auszutauschen.

Vor allem aber wollen sich die Bio-Landwirte mit dem Verein besser in der Öffentlichkeit präsentieren, nicht zuletzt, um das Bewusstsein für die regionalen Produkte zu stärken. „Es gibt eindeutig zu wenig inländische Ware in Deutschland“, moniert Leendertz. So scheute manch ein Landwirt die aufwendige und teure Umstellung auf Bio-Anbau. „Weil die kleinen Betriebe keine Subventionen bekommen.“ Zum anderen macht den Öko-Landwirten die Konkurrenz der vergleichsweise billigen Bio-Ware in Supermärkten zu schaffen.

Wer Produkte aus der Region kauft, vermeidet lange Transportwege

Alle Mitglieder gehören einem ökologischen Anbauverband an; das heißt, sie müssen höheren Ansprüchen als beim EU-Öko-Zeichen genügen, deren Einhaltung kontrolliert wird. Der Stautenhof in Anrath macht ebenfalls im Verein mit.

Seit den 1920er-Jahren wird an der Maria-Sohmann-Straße 93 Landwirtschaft betrieben. Bei den Leendertz-Geschwistern wird Obst wie Beeren, Pflaumen und Äpfel in kleinem Rahmen angebaut. Im Bio-Hofladen gibt es ein umfassendes Angebot samt Fleisch und Käse.
 

Ralf Heindl hat 1995 seine Ausbildung zum Landwirt begonnen, seit 1998 ist er auf dem Bauernmarkt an der Dionysiuskirche vertreten, er baut am Heilmannshof sein Bio-Gemüse an.

Wer sich über die Bio-Region informieren oder mitmachen möchte, kann sich an Katja Leendertz wenden unter Telefon 56 11 68.

Der Verband will daher mit Qualität punkten. „Wir machen nachvollziehbar: Diese Personen stehen für die qualitätsvollen Produkte“, wirbt Leendertz. In diesen Zeiten der Lebensmittelskandale sicher ein Vorteil. Und ganz nebenbei wird durch den Kauf regionaler Produkte auch noch CO2 gespart, da keine langen Transportwege nötig sind.

Leendertz, Heindl und ihre Mitstreiter jedenfalls möchten den Bio-Anbau der Region vorantreiben. Dafür sei derzeit auch ein gemeinsamer Internetauftritt in Arbeit. Ein Logo ist bereits gefunden, das dem Verbraucher signalisieren wird, hier handelt es sich um ein regionales Produkt. „Wir sind noch im Aufbau“, sagt Katja Leendertz, die weitere Betriebe einlädt, mitzumachen: „Bei Interesse können sie sich an den Heilmannshof wenden.“

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