Bei der Bombenentschärfung in Uerdingen lief alles glatt.

Zweieinhalb Zentner wiegt die entschärfte Fliegerbombe.
Zweieinhalb Zentner wiegt die entschärfte Fliegerbombe.

Zweieinhalb Zentner wiegt die entschärfte Fliegerbombe.

Dirk Jochmann

Zweieinhalb Zentner wiegt die entschärfte Fliegerbombe.

Uerdingen. Als um kurz nach 10.30 Uhr der erlösende Anruf in der Einsatzzentrale von Polizei und Feuerwehr eingeht, macht sich Erleichterung breit. Gerade einmal 30 Minuten benötigten am Montag die Experten des Kampfmittelräumdienstes der Düsseldorfer Bezirksregierung, um eine zweieinhalb Zentner schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg zu entschärfen, die Mitte letzter Woche bei Rohrleitungsarbeiten der SWK an der Bergstraße in Uerdingen gefunden worden war.

Der Blindgänger lag relativ flach im Boden

Toni van de Kerkof wohnt an der Bergstraße Nummer 20. Ihn hat es mit seiner Frau Renate nach der Entschärfung zum Fundort gezogen. Er staunt über das Volumen des Sprengsatzes: "Ich hab mir die Zünder viel größer vorgestellt." Er räumt ein, während der Entschärfung ein mulmiges Gefühl im Magen gehabt zu haben: "Wenn man bedenkt, dass man jahrelang über das Ding drüber gelaufen ist, ist das schon komisch."

Der für die Entschärfung des Blindgängers vom Typ "Demo 250" zuständige Feuerwerker Jost Leisten sieht die Sache erwartungsgemäß etwas unaufgeregter: "Am Anfang hatte ich Bedenken, dass der Kopfzünder der Bombe beschädigt sein könnte. Das hat sich aber nicht bewahrheitet".

Dem Kampfmittelräumdienst kam zu Gute, dass der Sprengkörper zum einen relativ flach im Boden lag und sich zum anderen in lediglich vier Metern Tiefe befand. "Wir konnten deshalb die beiden Enden der Bombe sehr schnell vom Dreck befreien und dann mit einer Rohrzange die Zünder rausdrehen", beschreibt Leisten die Vorgehensweise des Entschärfungsteams. Der Sprengkörper und die beiden Zünder werden nun in einem Munitionszerlegungsbetrieb im westfälischen Ringelstein zerlegt.

Erfreut über den reibungslosen Ablauf der Aktion waren auch die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr. "Problemloser kann so eine Entschärfung nicht laufen", sagt Hans Pöpperl, Teamleiter Zivilschutz bei der Feuerwehr Krefeld. Der Bereich um den Fundort war in einem Radius von 150 Metern weiträumig abgesperrt worden, Anwohner im Umkreis von 80 Metern wurden evakuiert.

Wegen des Entschärfungstermins am Montag morgen blieb die extra eingerichtete Evakuierungsstelle weitgehend leer: Laut Stadtsprecher Dirk Sänger fanden sich dort lediglich ein Rollstuhlfahrer und eine ältere Dame ein. Die Bombenbeseitigung in NRW wird noch 20 Jahre dauern

Die Krefelder Einsatzkräfte haben Erfahrung mit der Entschärfung von Blindgängern aus dem zweiten Weltkrieg: So wurde im Juni 2008 in Traar eine Zehn-Zentner-Bombe entschärft. "Nach dem Krieg ist man in NRW davon ausgegangen, die Reste in wenigen Jahren beseitigen zu können. Heute müssen wir sagen: Das wird noch mindestens zwei Jahrzehnte dauern", sagt Rolf Vogelbacher, Dezernent für den Kampfmittelräumdienst bei der Bezirksaregierung.

Hans Pöpperle stimmt ihm zu: "Diese Blindgänger sind keine Seltenheit in Krefeld. Vor allem Industriestandorte wie Bayer, Verkehrsknotenpunkte wie das Gleisdreieck Oppum oder der ehemalige Flughafen an der Magdeburger Straße waren Ziel der Bombenangriffe."

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