Wut und Ärger am WZ-Mobil über das Aus der Bücherei.

Uerdingen

Bischof, Andreas (abi)

Krefeld. Lange hatten Bürger gegen die Schließung der Uerdinger Bücherei protestiert. Im Rat wurde das Vorhaben jetzt dennoch beschlossen – und sofort umgesetzt. Am WZ-Mobil äußerten viele Krefelder ihren Unmut darüber.

„Es ist eine Katastrophe!“, sagt Regina Hellmann, die sich in einem Brief beim Bürgermeister beschwert hat. Für ältere Leute sei es viel beschwerlicher, woanders hin zu gehen. Und auch für Kinder sei es nun schwieriger, Bücher auszuleihen, ergänzt Julia Trapp. „Es ist traurig. Es wird immer von Bildung geredet, und dann bleibt die Bücherei auf der Strecke.“

Traurig und wütend ist auch Anne von Cappeln: „Leider wird auch dieses Mal auf Kosten der Schwächeren – – Kindern und älteren Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind oder sich die Bahnfahrt nicht leisten können – gespart. „Mit Bürgernähe hat das nichts zu tun“, sagt Susanne Tyll.

„Die Schließung ist ein Fehler“, sind sich Margarethe und Hans Backes einig. Das findet auch Brigitte Küppers. Die Bibliothek habe eine große Bedeutung für Uerdingen. „Sie hat viel zum sozialen und kulturellen Leben beigetragen. Es gab zahlreiche beliebte Lesungen, die schnell ausverkauft waren.“

Für Achim Gehring war es ein „Schock“, dass die Schließung sofort erfolgte. „Aber wir werden weiter kämpfen.“ Norbert Sinofzik ist sauer. „6400 Unterschriften, 1250 Postkarten und eine Menschenkette mit über 400 Leuten“, zählt er auf. „Aber weder der OB noch der Leiter der Mediothek haben den Kontakt gesucht.“ Die „handstreichartige Schließung sofort nach Ratsbeschluss setzt der Missachtung der Bürgerreaktionen die Krone auf“.

„Uerdingen ohne Bücherei? Das ist nicht gut. Es gibt doch sicher andere Sparmöglichkeiten“, sagt Bücherwurm Renate Schwinghoff. Für Edith Pittelkau ist das Einsparpotenzial ohnehin, „nicht erkennbar – die Angestellten werden weiterbezahlt, das Gebäude muss ebenfalls unterhalten werden“.

Horst Völker glaubt, dass viele Uerdinger ihre Mitgliedschaft nun beenden werden. Das fehlende Geld müsse bei der Ersparnis herausgerechnet werden. Dieter Kölzer bevorzugt mittlerweile eBooks, aber früher haben er und seine Kinder die Bücherei regelmäßig genutzt. „Ich habe alles unterschrieben, aber leider war der Widerstand umsonst“, sagt er.

„Generell schade“, findet Renate Haverkamp Schließungen von Büchereien. „Die sparen sich noch kaputt“, sagt sie kopfschüttelnd.

„Wann macht die Bücherei denn wieder auf?“, fragt der achtjährige Tim. Er hat noch einen „Büchereischein“ und kann nicht fassen, dass er in Uerdingen keine Bücher mehr ausleihen darf.

Simone Moldenhauer hat einen Tipp, wie die enttäuschten Büchereifreunde ihrem Ärger Luft machen können: „Wählen gehen!“

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