Die Nachbarn beklagen sich, dass sich an der Werkstättenstraße nichts tut.

Krefeld-Oppum. An der Eingangstür verrät das Klingelschild noch den Namen des letzten Bewohners. Doch seitdem der betagte Herr vor zwölf Jahren starb, hat sich an dem Haus an der Werkstättenstraße 46 nichts mehr getan. Mit verbretterten Fenstern und Graffiti ist der Bau der Schandfleck in der Nachbarschaft. Ähnlich verwahrloste Häuser gibt es mehrfach im Stadtgebiet. Die Eigentümer stehen in der Pflicht, denn solange die Sicherheit etwa von Fußgängern nicht gefährdet ist, kann die Stadt nicht eingreifen. Eine unbefriedigende Situation, die die Besucher am WZ-Mobil kritisierten.

Einige Erben des Gebäudes sind kaum aufzufinden

Heinz Brembt bewohnt seit 30 Jahren das Haus Nummer 48 an der Werkstättenstraße. Seine Schwester Roswitha Pliester, die für ihn beim WZ-Mobil sprach, beklagt die mangelnde Information der Anwohner über das verfallene Nachbarhaus. "Von der Stadt gab es auf Anfrage keine Informationen über die Eigentumsverhältnisse", sagt Pliester. Sorgen macht sie sich vor allem um die Sicherheit. Vom Garten des Hauses ihres Bruders lässt sich der marode Zustand des Wintergartens gut beobachten. "Wer kommt dafür auf, wenn hier etwas zusammenfällt? Wer hat die Haftung?", fragt Roswitha Pliester.

Es gebe doch den Slogan "Krefeld - schön hier" sagt Nachbar Dieter Pielensticker spöttisch. "Man versucht selbst, sein Haus gut in Schuss zu halten, muss aber gezwungenermaßen mit so etwas leben", sagt er und zeigt auf die hässliche Fassade.

Familie Laux wohnt im Haus Nummer 44 und hat seit Jahren Interesse, das Nachbarhaus zu kaufen. "Wir haben alles probiert, an die Besitzer heranzukommen", erzählt Gerd Laux. Es handele sich um eine Erbengemeinschaft. Ein Vorkaufsrecht besitze man bereits. "Aber es fehlen die Unterschriften von drei, vier Erben. Die lassen sich nicht auftreiben und sitzen irgendwo in den Niederlanden", sagt Laux. Die Suche sei erfolglos gewesen, jetzt bleibe nur der Weg vor Gericht, ergänzt Tochter Saskia. Von ihrer Terrasse aus sieht man, wie verwahrlost auch der Garten ist. "Und bei uns zieht langsam die Feuchtigkeit rüber."

Harald Brinkmann ist aus dem Südbezirk zum WZ-Mobil gekommen. "Auch bei uns gibt es einige solcher Häuser. Darunter leidet der Ruf der ganzen Straße", ärgert er sich. Es sei eine Kettenreaktion. Mit so einem Haus in der Nachbarschaft verlieren auch die anderen Häuser an Wert. "Und egal, an wen man sich wendet, man hört immer nur, da könne man nichts machen."

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