Die Verbindung zum Internet ist mehr als dürftig, beklagen die Bürger am WZ-Mobil.

Gellep
In Gellep ist man derzeit nicht gerade im weltweiten Netz zu Hause. Die Verbindung ist schlecht.

In Gellep ist man derzeit nicht gerade im weltweiten Netz zu Hause. Die Verbindung ist schlecht.

Dirk Jochmann

In Gellep ist man derzeit nicht gerade im weltweiten Netz zu Hause. Die Verbindung ist schlecht.

Krefeld-Gellep-Stratum. Die Einschätzungen zu Verfügbarkeit und Geschwindigkeit beim Thema Internetzugang in Gellep-Stratum fielen am WZ-Mobil größtenteils einhellig aus: Der Bedarf sei da und man wolle nicht unberücksichtigt bleiben, wenn es darum gehe, Krefeld für den künftigen Bedarf und die Standards von Morgen auszurüsten. Unabhängig von den Anbieterfirmen sei die aktuelle Versorgungssituation unbefriedigend und die Menschen – auch aus anderen Stadtteilen – fühlen sich abgeschnitten vom weltweiten Datennetz.

Telekom schickt Ansprechpartner zum Bürgerverein

„Ich habe zwar einen Internetzugang, aber die Geschwindigkeit lässt zu wünschen übrig“, sagt etwa Markus Kreutz. Sobald man leistungsintensive Angebote wie Mediatheken von Fernsehsendern nutzen wolle, stoße man an die Grenzen. Als nebenberuflicher Webdesigner ist für ihn eine gewisse Mindestschnelligkeit unverzichtbar. „Meine aktuelle Leitung soll zwar eine Übertragungsrate von 6000 Kilobits pro Sekunde beinhalten. Tatsächlich ist hiermit aber eine Maximalgeschwindigkeit gemeint, die höchstens nachts erreicht wird.“

„Mails verschicken oder Textdokumente empfangen ist möglich – viel mehr jedoch nicht“, beschreibt Klaus Jagusch vom Bürgerverein Gellep-Stratum. Immerhin habe die Telekom ihm zugesagt, einen Ansprechpartner zur nächsten Versammlung des Bürgervereins im April zu entsenden, um Fragen der Bewohner zu beantworten und die Möglichkeiten zu erörtern.

Mehr Infos zum Thema wünschen sich auch Carla Ingenpaß und Jutta Hartl aus Traar: „Die Stadtverwaltung sollte den Bürgern besser erklären, warum, wann und wo der Zugang zum Internet ausgebaut wird.“ Ingenpaß: „Momentan habe ich gar keine Internetverbindung mehr. Man hat das Gefühl, es wird eher schlechter als besser und Kapazitäten werden zurückgeschraubt.“ Hartl steht im Dauerkontakt zu Vodafone. „Die werben mit schnellen, neuen Internetverbindungen, können das aber hier gar nicht anbieten.“

„Da fühlt man sich veräppelt“, pflichtet Joachim Malek bei. „Viele Firmen machen Versprechungen, um Neukunden anzulocken – aber dann ändert sich doch nichts.“ Gabriele Kopannia reicht ihre Verbindung derzeit noch. Die Gellep-Stratumerin befürchtet allerdings, dass dies künftig nicht mehr so sein wird: „Für viele findet ein Großteil des Alltags bereits im Internet statt – man will doch mit anderen in Verbindung bleiben. Und schnelles Internet gehört einfach zu einem modernen Lebensstandard.“

Wojciech Wnuk nickt heftig. Als IT-Techniker ist er gut über die Details informiert: „Ich lebe eigentlich gern in Gellep-Stratum. Aber wenn ich etwas Passendes mit schnellerem Zugang finde, würde ich umziehen. Das Thema hier zu verschlafen, kann noch böse für den Standort Krefeld enden.“

Nicole Koch und ihre Mutter Ingrid klagen über die instabile Netzverbindung und die niedrige Übertragungsrate. „Uploads und Internetnutzung an zwei Computern gleichzeitig ist unmöglich“, berichtet Nicole Koch. Ihre Mutter meint: „Einerseits will die Stadt, dass sich immer mehr Firmen in Gellep-Stratum ansiedeln, sorgt aber andererseits nicht für eine schnelle Internetanbindung. Wenn hier keine guten Arbeitsbedingungen gewährleistet sind, werden die Unternehmen mit Sicherheit auch fernbleiben.“

Verbindungen sind oft langsam und nicht zuverlässig

Auch die jugendlichen Stratumer beschweren sich: Heidi Vinter ist selbst zwar eher selten im Internet, ihr Sohn dafür umso unzufriedener. „Er klagt oft über schlechte oder instabile Verbindungen.“ Lars Opden: „Finde ich gut, dass dieses Thema mal diskutiert wird. Ich bin zugezogen. Hätte ich gewusst, wie schlecht die Internet-Bedingungen hier in Gellep sind, dann hätte ich mir einen anderen Stadtteil ausgesucht. Das ist nicht zeitgemäß und auch nicht bürgerfreundlich. Und jeder schiebt den schwarzen Peter einem anderen zu.“

Auch Tim Mertens ist frustriert: „Meine Internetverbindung – ich hab eine 6000er Leitung – funktioniert. Ich wohne im westlichen Teil Gelleps. Aber Internetfernsehen ist in unserem Stadtteil nicht möglich. Und gerade junge Leute wollen doch die vielen Vorteile schneller Internetverbindungen nutzen.“

Die Stratumerin Beate Rippers nutzt das Internet nur bedingt. Aber ihre Tochter hat oft Probleme. „Wir haben eine funktionierende Verbindung, aber sie ist langsam. Und oft fliegen wir mitten beim Surfen einfach so raus aus dem Netz. Dann muss man sich neu einwählen. Das ist sehr lästig.“

Janine Wirtz findet die Internetverbindungen einfach zu langsam. „Wenn ich eine Seite hochladen möchte, dann nehme ich mir Zeit. Kleine Filme bleiben mittendrin stecken und dann lädt und lädt der Computer. Da kann ich zwischendurch ein Vollbad nehmen.“

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