Bei der WZ beschweren sich einige Bürger, dass Rheinblick an einer Stelle acht Etagen haben soll.

Investoren wollen Wohnungen direkt am Rhein bauen, Anwohner sind von den Plänen nicht begeistert.
Investoren wollen Wohnungen direkt am Rhein bauen, Anwohner sind von den Plänen nicht begeistert.

Investoren wollen Wohnungen direkt am Rhein bauen, Anwohner sind von den Plänen nicht begeistert.

DJ

Investoren wollen Wohnungen direkt am Rhein bauen, Anwohner sind von den Plänen nicht begeistert.

Krefeld. Am Rhein soll gebaut werden – das finden alle Uerdinger am WZ-Mobil gut. Doch eines der Gebäude soll 22 Meter hoch sein, damit sind die meisten nicht einverstanden. Vor allem die Anwohner der Kronenstraße nicht, die dadurch ihren Blick auf den Rhein verlieren. „Wir warten jahrelang darauf, dass was passiert, aber wir hatten mit einem schönen Biergarten gerechnet“, sagt Inge Schmitz, die an der Kronenstraße wohnt. Zumindest erwarte sie, dass aus Rücksicht vor den Anwohnern Flachbauten geplant werden. „Wir können dann nicht mal mehr die Sonne aufgehen sehen.“

Barbara Weber findet die Bebauung grundsätzlich richtig. „Aber die Höhe ist nicht okay. Man muss auf das Panorama der Altstadt Rücksicht nehmen. Die Stadt denkt nur an das Geld und nicht an die Bürger. Den Anwohnern wird der Blick zugebaut, und die waren vorher da.“

Anke Skotarek findet deutliche Worte: „Das ist absolut schwachsinnig, dort ein Haus mit acht Stockwerken hinzubauen.“ Das Projekt an sich fände sie super, aber vier bis fünf Etagen müssten reichen. „Am schönsten Platz von Uerdingen, da stellen die so einen Klotz hin.“

Wolfgang Rudies hingegen sieht das anders. „Ich befürworte das sehr. Durch Deich und die Bäume haben die meisten auch jetzt schon keinen Blick auf den Rhein. Ich glaube, durch das Projekt würde auch die Fußgängerzone belebt.“

Für Marga Weienberg passt das neue Gebäude eher nach Düsseldorf. „Es ist zu modern. Das soll ja auch schön aussehen und zu so einem urigen Städtchen passen.“ Außerdem gehe sie davon aus, dass sich der Durchschnittsbürger in Uerdingen eine solche Wohnung gar nicht leisten könnte und wer sich diese leisten könne, der gehe nicht in Uerdingen einkaufen, wo die Fachgeschäfte um 18 Uhr schließen.

„Wir warten seit zehn Jahren darauf, dass etwas passiert. Überall, wo sie hinkommen, gibt es eine schöne Rheinpromenade, wo man flanieren kann. Würde ich an der Kronenstraße wohnen, würde es mich aber auch ärgern, wenn ich von nun an auf so ein Hochhaus schauen müsste“, erklärt Renate Kämmerer.

Sabine Alofs findet es schade, dass die alte Industriekultur nicht eingebunden wird. „Warum muss das Moderne immer so markant sein, warum muss es 22 Meter hoch sein. Jeder Bauherr weiß, was es bedeutet, wenn in der Nachbarschaft ein wesentlich höheres Gebäude errichtet wird. Das Hochhaus Bleichpfad war auch mal supermodern. Ich finde gut, dass etwas passiert, aber ich finde die Ausführung nicht schön.“ In ihren Augen fehlen auch Cafés, wenn man am Rhein sonntags spazieren gehen möchte.

Waltraud Mertenschledde ärgert die Planung immens: „Vor Jahren hieß es, maximal fünf bis sechs Geschosse, nie 22 Meter. Dass Dujardin genauso hoch ist, darauf kann man sich nicht stützen, die stehen dort seit 100 Jahren. Die Leute auf der Kronenstraße sehen gar nichts mehr.“

Margot von Zalwesky sieht das etwas anders: „Immer wenn was gemacht werden soll, sind die Leute dagegen. Und wenn nichts gemacht wird, ist das auch nicht gut.“ Es müsse doch mal was passieren, es könne doch nicht immer nur alles brach rumliegen. „Dann schreien zwei, sie können nichts sehen. Und wenn es fertig ist, sind sie dann vielleicht begeistert.“

Ähnlich sieht das auch Hans-Jacob Cloerkes. „Das Projekt ist die Chance für Uerdingen. Es könnte endlich wieder attraktiv werden, Besucher anziehen und die gesamte Rheinpromenade ein Ausflugsziel werden.“

Seiner Ansicht nach wäre es ein nie wieder gut zu machender Fehler, wenn das Projekt an der Haltung einiger Kritiker scheitern würde. „Die Höhe der Gebäude vermittelt Modernität. Uerdingen sollte sich endlich vom Kleinstadtmilieu lösen und zukunftsorientiert motiviert sein.”

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