Der 88-jährige Wilhelm Hülbusch hält sich bereits seit 75 Jahren mit Schwimmen fit. Für seine Treue hat ihn der Verein gerade ausgezeichnet.

Uerdingen
Wilhelm Hülbusch im Schwimmbecken des SV Bayer 08: Seit 75 Jahren ist er Vereinsmitglied und zieht seine Bahnen.

Wilhelm Hülbusch im Schwimmbecken des SV Bayer 08: Seit 75 Jahren ist er Vereinsmitglied und zieht seine Bahnen.

Andreas Bischof

Wilhelm Hülbusch im Schwimmbecken des SV Bayer 08: Seit 75 Jahren ist er Vereinsmitglied und zieht seine Bahnen.

Krefeld-Uerdingen. Mit einem weißen Badetuch über der Schulter, einer Shampooflasche in der Hand und einem vorfreudigen Lächeln im Gesicht schlürft Wilhelm Hülbusch gemütlich durch die Schwimmhalle des SV Bayer Uerdingen 08. Vom Beckenrand wird der Mann mit der schwarzen Badehose schon von den anderen Schwimmgästen begrüßt, wie jede Woche. Und das schon seit fast acht Jahrzehnten.

Der gebürtige Uerdinger ist 88 Jahre alt und nun schon seit 75 Jahren Mitglied beim SV Bayer Uerdingen. Für seine Treue ist er vom Verein gerade ausgezeichnet worden.

Im Wasser fühlt sich Hülbusch nicht nur wohl, sondern auch sicher. „Schwimmen ist der unfallsicherste Sport“, sagt Hülbusch und lacht herzhaft. „Beim Volleyball hat man alles kaputt.“

Aber auch diese Sportart hat der Rentner noch bis Ende letzten Jahres ausgeübt. Dann hat sich die Volleyballtruppe leider aufgelöst. Aus dem Schwimmbad lässt sich der fitte Rentner aber nicht vertreiben. „Ich mache so lange weiter, bis ich nicht mehr kann. Der liebe Gott entscheidet, wann ich aufhöre.“

Angefangen hat alles vor 76 Jahren, da war Hülbusch gerade einmal zwölf Jahre alt. Sein Vater meldete ihn und seine drei Brüder im Schwimmverein an. „Irgendeine Sportart mussten wir ja machen“, sagt der heute 88-Jährige. „Damals sind wir jede Woche schwimmen gewesen, im Sommer lagen wir immer am Waldsee, früher noch Baggerloch.“

Zum Profischwimmer hat es für Hülbusch nie gereicht. „Dafür bin ich viel zu klein. Bedauert habe ich das aber nie.“

Mehrere Jahre hat Wilhelm Hülbusch als Jugendleiter im Schwimmverein agiert, über zehn Jahre war er im Ehrenamt tätig.

Heute zieht der Schwimmbegeisterte jeden Dienstag im Bayer-Schwimmbad seine Bahnen, donnerstags geht er in die Sauna, freitags zum Skat. Wilhelm Hülbusch genießt sein Rentner-Dasein, übernehmen will er sich dabei aber nicht.

Fußball im Fernsehen ist seine zweite große Leidenschaft

„Ich mache kein Stressschwimmen, ich bade vielmehr. Am Beckenrand klüngel ich immer mit meinen Freunden über das Wetter oder über andere Leute“, lacht Hülbusch.

Mittlerweile ist er der Star des Schwimmvereins. Kaum ein Badegast hat den Mann mit der schwarzen Badehose noch nicht im Becken gesehen. Hülbusch bleibt bei all der Bekanntheit aber bescheiden. „Andere hier in meinem Alter schwimmen ja viel mehr als ich. Ich höre nach 500 Metern meistens auf.“

In Bezug auf Ausdauer und körperliche Fitness kann sich die Jugend allerdings noch viel von dem fitten Rentner abschauen. „Heute haben die jungen Menschen ja ganz andere Möglichkeiten und Abwechslungen. Es wird nur noch Sport im Fernsehen geguckt. Und ständig sind diese Stecker im Ohr. “

Obwohl Wilhelm Hülbusch seinen Körper am liebsten im Wasser und nicht auf dem Rasenplatz bewegt, schaut er sich zu Hause vor dem Fernseher sehr gerne Fußballspiele an. „Ich fiebere noch richtig mit. Mit großer Leidenschaft gucke ich mir aber auch die deutschen Schwimmweltmeisterschaften an“, sagt er.

Nach etwa einer Stunde im beheizten Becken steigt Wilhelm Hülbusch aus dem Wasser, duscht sich ab und macht sich auf den Weg nach Hause. Und wie es sich für die 88-jährige Sportskanone gehört, natürlich mit dem Fahrrad.

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