Krefelder sammeln Präsente in bunten Schuhkartons ehrenamtlich für die Organisation „Geschenke der Hoffnung“.

Uerdingen/Traar. Das Glöckchen klingelt, die Kinder stürmen ins Wohnzimmer. Unter dem bunt geschmückten Weihnachtsbaum stapeln sich die Geschenke. Für die meisten Kinder in unserem Land ein gewöhnliches Bild. In Osteuropa oder Afrika ist es für viele ein Wunschtraum.

Damit das Weihnachtsfest in Krisengebieten für die Kleinen ein Abend der Freude wird, sammelt der Verein "Geschenke der Hoffnung" jedes Jahr Päckchen für die Kinder dieser Welt. Viele Ehrenamtliche setzen sich ein, damit reichlich zusammenkommt. Mit dabei: Edelgard Düwell und Dorothee Wend aus Traar sowie Ulla Angerhausen und ihr achtköpfiges Frauen-Team aus Uerdingen.

479451 Kartons machten sich 2008 aus Deutschland auf den Weg

Aus Deutschland kamen im vergangenen Jahr 479451 Geschenkpakete, die verteilt wurden. Allein 400 davon aus der Traarer Sammelstelle. Die Pakete aus Krefeld werden in große Kartons verpackt und per LKW nehmen sie ihre Reise auf. Bevor das geschieht, ist jede Menge Einsatz notwendig: "Seit vier Wochen basteln wir, bekleben Schuhkartons und sind auf der Suche nach kleinen Geschenken", sagt Ulla Angerhausen. Sie und ihre Gruppe setzen ihre Freizeit für "Weihnachten im Karton" ein.

Dieses Jahr hat Angerhausen zum ersten Mal ihre Privatadresse für die Aktion hergegeben. So auch Düwell und Wend, die sonst in der Thomaskirche die Pakete angenommen haben. "Wir dürfen es nicht abreißen lassen", sagt Angerhausen, die sich seit drei Jahren mit den Donnerstagsmüttern aus der Pfarre St. Paul für die Sammelaktion einsetzt. Da fällt einiges an, "denn die Pakete sind schon mal unvollständig und müssen aufgefüllt werden".

"Die Großen freuen sich über Taschenrechner und Zirkelkasten."

UllaAngerhausen

Am 10. November können bei Edelgard Düwell, Am Egelsberg 37, oder bei Dorothee Wend, Liesentorweg 17b, von 17 bis 19 Uhr Pakete abgegeben werden.

Bei Ulla Angerhausen, Traarer Straße 93, können noch bis zum 15. November Pakete abgegeben werden.

In die Pakete können Hygieneartikel (keine flüssigen), Schulsachen, Süßigkeiten (nur Vollmilchschokolade, mindestens haltbar bis Juni 2010), und Bekleidung. Alle Dinge müssen unbenutzt und original verpackt sein.

Es eignet sich ein Schuhkarton (30x20x10 cm - kein Stiefelkarton), bei dem Boden und Deckel getrennt mit Geschenkpapier beklebt werden.

Das heimische Wohnzimmer wird Arbeitsplatz und Lagerstätte. "Aber es geht ja nur sechs Wochen so zu", wirft Angerhausen ein. Das Ganze verselbstständigt sich und die Frauen gehen darin auf: "Ich kann nicht an reduzierten Anspitzern vorbei gehen", sagt Angerhausen.

Zahnpasta, Bürste, Stifte und Hefte, eine warme Mütze oder ein paar Murmeln kommen genauso in das Paket, wie Vollmilchschokolade oder Lutscher. Es gibt einige Richtlinien zu beachten, denn nicht alles darf mit. "Wenn der Zoll einen Karton findet, der nicht korrekt befüllt ist, dann kommt die ganze Ladung nicht weiter", sagt Angerhausen. Aber die "Profipacker" haben ein Auge darauf. "Wir kontrollieren die Päckchen und das, was nicht richtig ist, kommt zur Krefelder Tafel - alles was gespendet wird, wird jemanden glücklich machen", verspricht Angerhausen.

Auf den Karton kommt ein Aufkleber, wo Geschlecht und Alter des beschenkten Kindes anzugeben ist. Die Altersgruppen sind in Zwei- bis Vierjährige, Fünf- bis Neunjährigen und Zehn- bis 14-Jährige eingeteilt. "Die Großen freuen sich auch über Taschenrechner oder Zirkelkasten", gibt Angerhausen einen Tipp.

Die Päckchen zusammentragen ist die eine Aufgabe, Geld für den Transport sammeln eine andere: "Wer möchte, kann mit einer Spende von 6 Euro helfen", sagt Wend. Die Gruppe um Ulla Angerhausen veranstaltet jedes Jahr einen Basar mit Handarbeiten, Pralinen und Adventskränzen, um Spenden zu sammeln. Dieses Jahr ist er am 15. November von 11 bis 17.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus an der Bergstraße 52a in Uerdingen.

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