Heinz Zelt wird 90 Jahre alt. Der „Vater“ des Oppumer TC sammelte bei den Senioren viele Deutsche Meisterschaften.

Heinz Zelt mit einem seiner vielen Tennis-Pokale. Vom Handball kam der Jubilar zum „weißen Sport“.
Heinz Zelt mit einem seiner vielen Tennis-Pokale. Vom Handball kam der Jubilar zum „weißen Sport“.

Heinz Zelt mit einem seiner vielen Tennis-Pokale. Vom Handball kam der Jubilar zum „weißen Sport“.

Dirk Jochmann

Heinz Zelt mit einem seiner vielen Tennis-Pokale. Vom Handball kam der Jubilar zum „weißen Sport“.

Krefeld. Es wird keinen großen Empfang im Tennisclub geben, wie lange geplant, kein stetes Telefonieren oder Dauer-Klingeln an der Haustür. Heinz Zelt bleibt seinen Prinzipien treu. Auch an seinem 90. Geburtstag  ist die Oppumer Sportlegende - so wie an den runden Jubiläen zuvor - nicht zu Hause. Die vielen Gratulanten kommen vergebens.

"Ich bin in einem Wellness-Hotel. Mehr verrate ich nicht", sagt der Jubilar. Wer ihn kennt, weiß, dass der mehrmalige Europa- und Deutsche Meister im "weißen Sport" nicht wegfährt, um keinen ausgeben zu müssen. "Das geschieht termingerecht zur Saisoneröffnung", verspricht er. Er will nur keinen großen "Bahnhof".

Heinz Zelt, der gebürtige Oppumer, treibt seit rund 85 Jahren Sport. "Mit sechs Jahren begann ich beim TV Oppum mit dem Handball." Von 1936 bis 1939 stürmte er in der damals höchsten Klasse. "Nationalspieler konnte ich nie werden. Unter 1,70 Metern Körpergröße durfte im Dritten Reich keiner auflaufen." Von 1962 bis 1972 leitete er die Geschicke des TVO als Sportwart. "Als wir 1972 aus der Hallen-Bundesliga abgestiegen sind, habe ich Schluss gemacht."

"Reaktion ist alles" war sein Motto auf der roten Asche

Auf Zelt wartete eine neue sportliche Herausforderung. "Mein Vetter spielte Tennis bei Blau-Rot Uerdingen. ,In einigen Monaten kann ich das auch’, habe ich zu ihm gesagt." Die ersten Bälle schlug der Senior bei Fritz Keilhau in Tackheide übers Netz. "Reaktion ist alles", wurde sein Motto, an dem viele Gegner verzweifeln sollten. Wenn er in seinem silbergrauen 220 SE Coupé vorfuhr, bedeutete das für die Gegner: "Warm anziehen".

Schnell wurde ihm klar: Der Stadtteil braucht einen Tennisklub. "Ich habe den Oppumer Tennisclub dann 1978 gemeinsam mit Jochen Schmalbach, Werner Hoff und einigen anderen gegründet." Die rote Asche beim OTC wurde seine zweite Heimat. Ballgefühl und Trainingsfleiß brachten ihm 1980 den ersten Sieg, die Stadtmeisterschaft an der Seite von Wilhelm Deimert vom TV 03 im Doppel.

Seine größten Erfolge sind die Titel des Doppel-Europameisters und Einzel-Vizeeuropameisters, die er in Seefeld gewann. Die genaue Anzahl der Deutschen Meistertitel hat der fitte 90-Jährige nicht parat. "Unter den Top-Ten der Rangliste war ich immer."

Scharen von Kindern hat er trainiert und das Geld dafür stets dem Klub zur Verfügung gestellt. Zu seinem Ehrentag spendet er großzügig an die Jugendabteilungen des TVO und OTC.

Zelt hat die Großen des weißen Sports getroffen wie Heide Orth, Heidi Eisterlehner oder Helga Masthoff und ist dabei immer bodenständig geblieben. Es sei denn, er flog mit seiner Ehefrau Maria über den großen Teich. "Zwölf Jahre lang waren wir jedes Frühjahr drei Monate in Florida oder Kalifornien. Wir haben dort die Turniere von Boris Becker und Steffi Graf gesehen. Mit Steffis Mutter Heidi haben wir oft gesprochen."

Heute besucht Zelt mit Vorliebe die Regionalliga-Damen beim Tennis-Verein 03 Schwarz-Gelb im Stadtwald, die seine Unterstützung beim Medenspiel gerne sehen. Stets hat der gelernte Weber eine Tüte mit den geliebten "Sieknöngels" aus Schokolade zur Stärkung im Gepäck. Die eigenen Schläger hat er vor einigen Jahren, als es mit der Beweglichkeit nicht mehr so klappen wollte, an die Kinder verschenkt, das Auto vor einigen Jahren verkauft. Heinz Zelt ist eben ein Mann mit Prinzipien.

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