Die Kirmes in der Rheinstadt wird ab Samstag wieder viele Besucher anlocken.

Uerdingen
Auf die Besucher der Kirmes warten auch viele Fahrgeschäfte.

Auf die Besucher der Kirmes warten auch viele Fahrgeschäfte.

Dirk Jochmann

Auf die Besucher der Kirmes warten auch viele Fahrgeschäfte.

Uerdingen. Eine fast 600 Jahre alte Tradition wird ab Samstag wieder in der Rheinstadt zu genießen sein – die Kirmes in Uerdingen. Im Februar 1462 verlieh Erzbischof Dietrich von Köln den Rheinstädtern einen „neuen Jahrmarkt“, der am St. Laurentiustag (10. August) abgehalten werden sollte. Und noch heute sorgt diese Veranstaltung – wenn auch nicht mehr am gleichen Datum – für viel Spaß.

Auf dem Platz Am Röttgen steht dieses Jahr eine Raupenbahn, Super Allround (Rundfahrgeschäfte) und ein Autoscooter sowie mehrere Kinderfahrgeschäfte. Auf dem historischen Marktplatz sind unter anderen ein „Musik Express“, ein Kettenflieger und weitere Kinderfahrgeschäfte, sowie die bekannten Ausschankgeschäfte mit Ihren Biergärten zu finden. Neben Edlings „Airport Bar“ ist auch ein Weinstand aus der Pfalz vertreten.

Samstag beginnt die Kirmes um 14 Uhr und geht bis 23 Uhr. Am Sonntag wird mit dem traditionellen Zylinderschwenken ab 12 Uhr das bunte Treiben auch offiziell eröffnet. Das Zylinderschwenken des Bürgermeisters oder des Bezirksvorstehers findet immer erst nach dem Gottesdienst vom Balkon des Rathauses am historischen Marktplatz statt. Außerdem können die Besucher am Sonntag von 10 bis 18 Uhr auf einem Kram- und Trödelmarkt stöbern. Die Kirmes endet um 23 Uhr. Am Montag laden die Schausteller zu einem Aktionstag von 14 bis 23 Uhr ein.

Früher war der Kirmesbesuch ein Sehen und Gesehen-Werden

Früher beschallten Drehorgelspieler den Platz und das Fest begann. Der Besuch auf dem Festplatz war ein gesellschaftliches Ereignis. Für den Kirmesbesuch putzten sich die Uerdinger heraus, denn man wollte nicht nur sehen, sondern auch gesehen werden. In manchen Gesinde-Verträgen wurden sogar freie Tage für den Jahrmarkt und ein zusätzliches Kirmesgeld vereinbart. In den Familien wurde eifrig gebacken und geschmort; es gab besonders leckeren Kirmesweck mit Rosinen, Mandeln, Citronat und saftigen Kirmesbraten. Abends ging es gemeinsam zum Tanz. Nachbarschaften feierten miteinander und Verwandtenbesuche wurden erwartet.

Mit dem Anwachsen der Uerdinger Bevölkerung wurde auch der Kirmesplatz ausgeweitet. Nördlich der Krefelder Straße kam ein zusätzlicher Platz für Buden und Karussells hinzu. Die lukrative Kirmes in der Rheinstadt bestückten die Schausteller auch mit modernen Fahrgeschäften.

Der Dampfantrieb verdrängte die Pferde, und im Jahr 1920 baute ein Düsseldorfer Schausteller erstmalig eine Berg- und Talbahn in Uerdingen auf. Nachdem dieser Kirmesplatz verkauft worden war, verlagerte sich das Kirmestreiben auf das Röttgen. Den Abschluss der Kirmestage bildete damals wie heute noch ein großes Feuerwerk. Es wird am Dienstag, dem letzten Tag, gegen 22.30 Uhr am Rhein abgefeuert.

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