Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski ist vom Potenzial Uerdingens überzeugt. Er appelliert an den Verstand der Eigentümer, Gewerbetreibenden und Politiker.

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Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski.

Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski.

privat

Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski.

Krefeld-Uerdingen. Verlassene Ladenlokale, abnehmende Attraktivität, scheuende Investoren - signifikante Merkmale, die nur Uerdingen betreffen?

Nein, meint Elmar Jakubowski. "Man ist nicht allein", sagt Jakubowski nach Betrachtung des Umfelds und Zahlen vom Einzelhandelsverband, Handwerkskammer und IHK. "Es ist eine allgemeine Entwicklung, der Einzelhandel geht aus den Städten." Gerade für ältere Bürger sehe er da Probleme, wenn der kleine Laden am Eck der Vergangenheit angehört.

Andernorts werden die Bürger bereits selber aktiv und versuchen, der Entwicklung entgegenzuwirken. In Aachen gebe es einen Bürgerzusammenschluss, der den Einzelhandel wieder belebt, indem er ihn selber trägt. Dass die Leerstände nicht hausgemacht seien, soll nicht das Engagement der Städte schmälern. "Der Geschäftskern muss attraktiv sein, so dass eine Magnet- oder Sogwirkung entsteht", formuliert der Bezirksvorsteher das Ziel.

"Die Mietpreise sind nicht mehr angemessen und das Risiko ist einfach zu hoch."

Elmar Jakubowski

Uerdingen habe ein Riesenpfund - die Rheinpromenade mit der direkten Verbindung zum Markt und der Fußgängerzone. "Das sind ideale Bedingungen für gemütliches Einkaufen", sagt der wiedergewählte Bezirksvorsteher. Dass ein Ladenlokal schnell wieder besetzt wird, ist aber nicht immer die Regel.

Nach Kaiser's folgt nun Rossmann, aber gerade kleinere Geschäftsleute haben es schwer: "Die Mietpreise sind nicht mehr angemessen und das Risiko ist einfach zu hoch", sagt der Ratsherr. Gewinne seien dadurch kaum mehr zu erwirtschaften. Jakubowski schlägt vor, die Mieten zu staffeln und niedrig anzufangen, so dass sich ein Geschäft entwickeln kann.

"Die Immobilien sind teilweise wenig einladend."

Elmar Jakubowski

Zu den Mietpreisen käme der Zustand der Immobilien - "sie sind wenig einladend". Eigentümer müssen, so das CDU-Mitglied, mit der Sanierung eine Signalwirkung schaffen.

Neben den Leerständen und der abnehmenden Attraktivität der Rheinstadt gibt es noch ein anderes schwerwiegendes Problem: Zu wenig Branchen sind angesiedelt. Bäckereien, Apotheken und Friseure sind viele vorhanden. Jakubowski versucht, andere Branchen für das schöne Fleckchen am Rhein zu begeistern und hat auch schon Franchise-Unternehmen im Bistro- und Café-Bereich angefragt.

"Aber da sind zu viele Bedingungen zu erfüllen, wie zum Bespiel hunderte Büros in der näheren Umgebung. Die können wir hier nicht bieten", sagt der gebürtige Uerdinger. Bei allen Mankos wird er nicht müde, das Positive zu betonen: "Wir haben einen gut funktionierenden Markt, vor allem samstags." Das neue Edeka-Geschäft zieht auch viele Kunden aus der Umgebung an. Man schaue sich nur die Nummernschilder an.

"Das ist keine politische Frage, sondern eine der Vernunft."

Elmar Jakubowski

Der Uerdinger Markt sei einer der schönsten Plätze am Niederrhein, aber es bestehe nicht der Mut, die Autos zu verbannen. "Gastronomie und Handel müssten mehr nach draußen gehen, dann würden die Leute auch ein paar Meter Fußweg in Kauf nehmen, wenn der Platz wie ein Magnet wirkt." Die Zille am Rheintor würde auch gerne Sitzplätze auf dem Markt aufstellen.

Ein Ziel soll sein, Ober- und Niederstraße zu verbinden, der gesamte Bezirksvorstand arbeite daran. "Das ist keine politische Frage, sondern eine der Vernunft", betont Jakubowski. Ein weiteres wäre der Deichausbau und das Projekt Rheinblick. "Es ist die Schauseite Krefelds. Da müssen Angebote geschaffen werden."

Ideen sind reichlich vorhanden, nur an deren Umsetzung hapert es

Der Bezirksvorsteher kann sich gut vorstellen, oberhalb des Rheintores Bierzeltgarnituren oder einen Eisstand zu platzieren. Die Unterführung zum Rhein sei realisiert, daher könne das auch funktionieren.

Es gebe Überlegungen, auf dem ehemaligen Rheinlust-Gelände im Sommer einen provisorischen Biergarten zu errichten. Jakubowski will die Projekte voranbringen, aber die Realisierung sei von einigen Parametern abhängig: "Die Stadt hat das Rheintor saniert, aber die Bezirksregierung muss den Damm errichten - damit steht und fällt das Ganze."

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