In diesem Monat soll eine „Machbarkeitstudie“ für das Umfeld des künftigen Brauhauses vorgestellt werden.

Uerdingen
Nach der Sanierung viel Platz für Gastronomie? Das Brauhaus am Uerdinger Bahnhof.

Nach der Sanierung viel Platz für Gastronomie? Das Brauhaus am Uerdinger Bahnhof.

Dirk Jochmann

Nach der Sanierung viel Platz für Gastronomie? Das Brauhaus am Uerdinger Bahnhof.

Krefeld-Uerdingen. Der Optimismus vom Sommer ist bei Architekt Arno Gollner zwar nicht verflogen, hat sich aber doch deutlich reduziert. „Wenn sich nicht bald etwas bewegt, sehe ich schwarz für unsere Pläne, im Frühjahr 2012 im Uerdinger Bahnhof das neue Brauhaus zu eröffnen.“

Auch Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski läuft mit Sorgenfalten durch die Rheinstadt: „Hoffentlich zeigen die Investoren Geduld. Die braucht man in Verhandlungen mit der Bahn.“

 Gemütliche Gastronomie soll Uerdinger Zentrum neu beleben Derzeit ist es still im denkmalgeschützten Gebäude. Es ist mittlerweile entkernt. Drei Wochen hat es gedauert, alle Um-, Ein- und Ausbauten der Vergangenheit rückgängig zu machen. „Wir haben die historische Bausubstanz freigelegt“, sagt Arno Gollner. „Der Bahnhof sieht jetzt von innen wieder so aus wie um das Jahr 1900.“

Neben der Entrümpelung war auch viel Abrissarbeit nötig: Toilettenanlagen, Büros und sogar eine Wohnung verschwanden, der versperrte Zugang zum Dachboden ist wieder offen. Die Arbeiten sind der erste Schritt zur Umwandlung des 111 Jahre alten Bahnhofs in ein Uerdinger Brauhaus (die WZ berichtete).

Eine gemütliche Gastronomie mit Biergarten und Veranstaltungssaal soll an dem zentralen Platz entstehen und das Zentrum weiter beleben. Ein wichtiger Punkt in dem Projekt ist die Gestaltung des Umfeldes rund um das Bahnhofsgebäude. Eine Investorengruppe nimmt dafür eine hohe sechsstellige Summe – die Rede ist von rund einer halben Million Euro – in die Hand.

Am 27. März 2010 stellt Architekt Arno Gollner in nichtöffentlicher Sitzung der Bezirksvertretung das Projekt Brauhaus vor. Am 14. April fasst der Stadtrat den einleitenden Beschluss für einen Bebauungsplan. Dies war der erste von acht notwendigen Schritten für die Erstellung eines Bebauungsplanes. Im September trifft sich ein Runder Tisch mit allen Beteiligten und beschließt eine „Machbarkeitsstudie“. Am 10. November beauftragt die Stadt die Bahn-Agentur mit der Umsetzung der Studie. Im Januar 2011 soll diese vorgestellt werden.
 

„Aber die werden nicht unendlich warten bis zur Realisierung“, sagt der Rheinhausener Architekt mit sorgenvoller Stimme. „Je nach wirtschaftlicher Lage kann es durchaus sein, dass sie sich anderen Investitionsbereichen zuwenden.“ Für den weiteren Umbau liegt noch keine Baugenehmigung vor. Die Frage nach dem Grund dafür beantwortet Stadtsprecher Dirk Senger damit, dass „die Eigentumsverhältnisse derzeit in Klärung“ seien.

Ein zentraler Punkt verhindert derzeit den weiteren Fortgang. Die Bahn AG (DB Immobilien GmbH, Köln) setzt seit ihrer Börsen-Orientierung alles daran, außer den reinen Verkehrsflächen und -einrichtungen ihr gesamtes Vermögen einschließlich umfangreicher Immobilien zu Höchstpreisen zu verkaufen. Das steigert den Börsenwert. Und der DB gehören die wichtigen Flächen rund um den Bahnhof. Einen Teil wollen die Investoren des Brauhauses kaufen, ein anderer Teil fiele an die Stadt, die dafür kaum Geld haben dürfte.

Stadt will auf Grundlage der Studie über Kauf entscheiden

Deshalb traf sich im Herbst ein „Runder Tisch“ mit allen Beteiligten. An die Öffentlichkeit drang damals nur, dass bis Januar 2011 eine „Machbarkeitsstudie“ für das Bahnhofsumfeld erarbeitet werden sollte.

Wie Dirk Senger für die Stadtverwaltung mitteilt, hat die Stadt die Studie am 10. November bei der DB-Agentur in Auftrag gegeben. Den Beteiligten soll sie in diesem Monat vorgelegt werden. Von der Studie hänge auch ab, ob auch die Stadt Gelände der Bahn kauft.

Als Ergebnis der Runde bilanziert die Stadt: „Alle Beteiligten waren sich einig, dass das Investorenkonzept für den Bahnhof Uerdingen einschließlich Biergarten und Stellplätze befürwortet und unterstützt wird. Es soll bei allen weiteren Planungen berücksichtigt werden.“

Die Investorengruppe werde parallel zur Erarbeitung der Machbarkeitsstudie ihre Planung konkretisieren und weitere Abstimmungsgespräche, insbesondere mit der Unteren Denkmalbehörde und der Deutschen Bahn AG, führen.

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