Das Bistum Köln zahlt nicht mehr für Restaurierung und Reparaturen, Spender sollen einspringen.

Küster Wolfgang Hermanns und Pfarrer Christoph Zettner setzen sich für den Erhalt der Kirche St. Matthias in Hohenbudberg ein.
Küster Wolfgang Hermanns und Pfarrer Christoph Zettner setzen sich für den Erhalt der Kirche St. Matthias in Hohenbudberg ein.

Küster Wolfgang Hermanns und Pfarrer Christoph Zettner setzen sich für den Erhalt der Kirche St. Matthias in Hohenbudberg ein.

St. Matthias liegt am Rhein direkt im Chemiepark. Sie ist die älteste Kirche Krefelds. Archiv

Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Küster Wolfgang Hermanns und Pfarrer Christoph Zettner setzen sich für den Erhalt der Kirche St. Matthias in Hohenbudberg ein.

Krefeld. Die Nachricht, dass St. Matthias kein Geld mehr vom Bistum bekommt, schockt Pfarrer Christoph Zettner und Küster Wolfgang Hermanns nicht. „Das war das Traurige, wir mussten dem Bistum sagen, welche Kirchen kein Geld mehr bekommen sollen“, sagt Zettner.

Die Verantwortlichen der Pfarre St. Nikolaus, die acht Kirchen zusammenfasst, mussten eine Liste erstellen, welche der Gotteshäuser auf die Gelder verzichten können oder sollen. Vier der acht Kirchen bekommen nun keine Mittel mehr für Restaurierungen, Reparaturen und alles, was im Gebäude anfällt. Die Personalkosten sind nicht betroffen.

„In Krefeld ist St. Matthias eine Herzens- angelegenheit.“

Christoph Zettner, Priester

„Wir haben St. Matthias auf die Liste gesetzt, weil das eine wichtige Kirche ist. Und das ist sie für alle Krefelder“, sagt Zettner. Das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein. Nicht aber, wenn man die Pläne der beiden hört. „Wir setzen auf Spender.“

Was bei der Sagrada de Familia seit Jahrzehnten funktioniert, soll auch in Krefeld fruchten. Der Bau der imposanten Kirche in Barcelona wurde komplett aus Stiftungen, Eintritts- und Spendengeldern bezahlt. „Wir glauben, dass St. Matthias als älteste Kirche den Krefeldern und auch Besuchern aus Duisburg eine Herzensangelegenheit ist.“ Das sieht er auch darin bestätigt, dass jeden Sonntagabend 90 bis 120 Gläubige in den Kirchenbänken sitzen. Obwohl St. Matthias im längst verschwundenen Hohenbudberg mitten im Chemiepark liegt, kommen die Menschen gerne und das sind nicht ausschließlich ehemalige Hohenbudberger.

Küster Wolfgang Hermanns ist das Herz der Kirche

Für Hermanns ist der Grund klar: „Ich gebe mir Mühe, eine freundliche Atmosphäre zu schaffen.“ Warm, hell und freundlich ist die kleine Kirche. „Hermanns ist das Herz von St. Matthias. An Neujahr hat er Sekt dabei, an Nikolaus Weckmänner und auch die Kirchenführungen sind ein Erlebnis“, sagt Zettner. Hermanns ist in Hohenbudberg geboren und aufgewachsen. Sein Vater war mehr als 35 Jahre Küster in St. Matthias. „Ich bemühe mich, dass man sich hier wohlfühlt“, erklärt Hermanns.

Einen eigenen Priester hat das Kleinod am Rheinufer schon seit etwa 35 Jahren nicht mehr.

1150 wird die Kirche St. Matthias zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Damit ist es nicht nur das älteste Gotteshaus in Krefeld, sondern auch eines der ältesten am Niederrhein.

Bei einem Kirchenneubau 1852/54 blieb der alte Westturm erhalten, am 27. August 1854 wurde die neue Kirche geweiht.

Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut und zwischen 1990 und 1997 erneut restauriert.

Wer sich über die Spendemöglichkeiten informieren oder an einer Kirchenführung teilnehmen möchte, der kann sich an das Pfarrbüro St. Nikolaus wenden, Telefon: 02151/480186

Die Pfarrer Christoph Zettner und Andreas Bühner sind gemeinsam für die Kirche zuständig. Jeden Sonntagabend finden Messen statt, abgehalten werden sie von Priestern aus ganz Krefeld. „Die kommen gerne zu uns. Es ist auch eine Besonderheit von St. Matthias, dass immer jemand anderes die Messe liest“, erklärt Hermanns.

Akute Geldnot hat die Pfarre aufgrund der Entscheidung des Bistums nicht. In den 1990er Jahren wurde St. Matthias restauriert. „Zum Glück“, sagt Hermanns. Außerdem hat die Kirche Rücklagen, auf die sie zugreifen kann. Dennoch, wenn mal Arbeiten anstehen, ist das mit hohen Kosten verbunden. Die Kirche ist denkmalgeschützt, und wenn etwas repariert werden muss, kommt das die Pfarre teuer zu stehen. „Das Finanzkonzept muss morgen noch nicht stehen, aber wir wollen der St. Matthias Bruderschaft vorschlagen, einen Förderverein zu gründen. Wenn etwas zu reparieren ist, wären das ohne Spenden horrende Summen, die die Pfarre stemmen müsste“, erklärt Zettner, der selbst in der Bruderschaft aktiv ist. Außerdem soll das traditionelle Hohenbudbergfest am 1. Juli dazu genutzt werden, Spenden zu sammeln.

Sowohl Hermanns als auch Zettner schauen zuversichtlich in die Zukunft von St. Matthias. „Das Bistum und das Pastoralteam stehen hinter der Kirche, sie ist eine beliebte Hochzeitskirche und als Mutterkirche fester Bestandteil der Krefelder Geschichte“, sagt Hermanns. Es gebe von allen Seiten das Interesse, dass sie erhalten bleibt. „Wir sorgen dafür, dass wir den Bestand wahren können“, fügt Zettner hinzu.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer