Der Heimatbund muss seine neue Bleibe am Zollhof sanieren. Außer den Fenstern und Fliesen muss alles erneuert werden.

Uerdingen
Das Bügeleisen muss aufwendig saniert werden. In das denkmalgeschützte Haus soll der Uerdinger Heimatbund einziehen.

Das Bügeleisen muss aufwendig saniert werden. In das denkmalgeschützte Haus soll der Uerdinger Heimatbund einziehen.

Heimatbund-Vorsitzender Elmar Jakubowski in den maroden Räumen.

Die Theke kommt weg. Wer sie haben will, kann sich melden.

Blick aus dem Eingangsbereich in den ehemaligen Gaststättenbereich.

Andreas Bischof, Bild 1 von 4

Das Bügeleisen muss aufwendig saniert werden. In das denkmalgeschützte Haus soll der Uerdinger Heimatbund einziehen.

Krefeld. Die Mitglieder des Uerdinger Heimatbundes stehen in den Startlöchern. Sobald die Verträge mit den Vertretern der Stadt unterzeichnet sind, wollen sie im Bügeleisen loslegen und das seit fünf Jahren leerstehende Haus sanieren. „Vor dem Winter muss die marode Heizung in unserer neuen Bleibe noch dringend ersetzt werden, um weitere Schäden zu vermeiden“, erklärt Heimatbundvorsitzender Elmar Jakubowski.

Beim Rundgang durch das Haus wird klar, welch ein erhaltenswertes Gebäude Am Zollhof steht. „Es wird ein kleines Schmuckstück werden“, ist der Vorsitzende sicher. „Um es zu verwirklichen, müssen wir bald loslegen können. Es gibt viel zu tun.“ So hängen die elektrischen Leitungen aus der Wand heraus und die Tapeten von den Wänden. Die Heizkörper sind allesamt geplatzt. Gut erhalten sind lediglich die Fenster und der alte Fliesenboden.

„Es gibt viel zu tun.“

Elmar Jakubowski, Vorsitzender des Uerdinger Heimatbundes

Im Erdgeschoss steht noch die alte hölzerne Theke der früheren Gaststätte. „Wer möchte, kann sie haben“, verspricht Jakubowski. In den Gastraum wird die Geschäftsstelle des Heimatbundes einziehen, dort wird der Publikumsverkehr stattfinden. Zwischen den Fenstern werden große Apothekerschränke installiert, die das Archiv aufnehmen werden. „Hier können wir auch Vorträge halten und die Muschelabbildung für die Pilger des Jakobsweges ausgeben.“

In die erste Etage wird das Heimatmuseum einziehen. „Es beinhaltet Unterlagen über die Uerdinger Geschichte und Vereine, über Brauchtum und Karneval. Ein Bereich ist der Industriegeschichte gewidmet“, sagt Jakubowski.

Die Heimatbund-Mitglieder möchten nicht nur so bald wie möglich, sondern auch so kostengünstig wie möglich sanieren. Fachkundige Mitarbeiter des Landschaftsverbandes beraten bei der Sanierung des originellen Denkmals.

Das denkmalgeschützte 150 Quadratmeter große Bügeleisenhaus erhielt den Namen aufgrund des kegelförmigen Grundrisses. Es ist kein einheitlicher Bau, sondern ist aus zwei Häusern – beziehungsweise Häuschen – zusammengewachsen, die aus verschiedenen Zeiten stammen. Ein Beweis: Die Fensterbänke des Obergeschosses liegen rechts höher als auf der linken Seite.

Ein Teil des heutigen Hauses wurde 1880 errichtet, der andere stammt aus der Zeit davor. Als Glücksfall wird die Erhaltung der schönen Barocktür angesehen, die nicht wie die anderen Holzteile wie Fensterbänke und Fußböden verheizt wurde. Sie zeugt von Alt-Uerdinger Wohnkultur und Bürgersinn und spiegelt das damalige Schönheitsempfinden wider. Sie gehört zum Leben der Rheinschiffer und Fischer und der Kleinbürger und Krämer, die ehedem in Uerdingens Mauern wohnten.

Elmar Jakubowski freut sich auch, dass sich Schlosser für das eiserne Geländer, Maler und Fliesenleger angeboten haben, tatkräftig und kostenlos Hand anlegen zu wollen. Trotzdem fehlt Geld. „Dafür haben wir bei Sparkasse und Volksbank unter dem Stichwort ,Sanierung Bügeleisen‘ ein Konto eingerichtet. Alle Bürger, die spenden und dadurch einen so genannten Baustein erwerben, werden wir namentlich nennen.“

Es wird ein Gärtner für das wuchernde Grün gesucht

Es gibt nicht nur im Haus viel zu sanieren, auch die Außenwand bis zum Heiligenhäuschen am schmalen Teil des Hauses ist wenig ansehnlich. „Wir brauchen auch einen Gärtner für das Grün.“ Das wuchert beispielsweise auch aus der Hintertreppe. Dort befindet sich eine kleine Gasse, auf der sich das Wasser sammelt, was dem Haus Feuchtigkeit beschert. Dort muss schnell Abhilfe geschaffen werden.

Und zum Schluss wünscht sich der Vorsitzende, dass die kleine Gasse ein historisches Pflaster und einen passenden Namen erhält.

Leserkommentare (3)


() Registrierte Nutzer