Der 43-jährige Stefan Mostardt kämpft um den grünen Moselpokal.

wza_1500x930_727848.jpeg
Stefan Mostardt mit seinem Renneiner auf dem Weg zum See.

Stefan Mostardt mit seinem Renneiner auf dem Weg zum See.

Susanne Böhling

Stefan Mostardt mit seinem Renneiner auf dem Weg zum See.

Krefeld-Uerdingen. Stefan Mostardt will es noch einmal wissen. Seit Januar bereitet sich der 43-jährige ehemalige Leistungssportler des Uerdinger Ruderclubs auf eine Regatta im Herbst vor. Am 25. September geht es in Bernkastel um den Grünen Moselpokal. Dafür absolviert er 16 Trainings-Einheiten im Monat, die alle zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmen.

749 Kilometer hat er in seinem Renneiner in diesem Jahr schon absolviert. 3,5 Kilometer sind es vom Bootshaus unter der Rheinbrücke zum Ende des Hafenbeckens. Mostardt kennt auf dieser Strecke jeden Strauch, jeden Laternenmasten, jeden Ladekran. "An denen orientiere ich mich, wenn ich meinen Kurs korrigieren muss."

Sieben Kilometer voller Konzentration, immer bemüht, weit nach vorne in die Auslage zu kommen, die Blätter lang durch das Wasser zu ziehen, langsam vorzurollen und dabei die Balance zu halten. Nur wenn die Technik stimmt, kann der Ruderer seine Kraft optimal wirken lassen und das Boot gleitet in perfekter Eleganz und mit maximaler Geschwindigkeit durch das Wasser.

Mostardt startet in der Mastersklasse, in der ambitionierte Ruderer teilnehmen, die entweder für den Leistungssport zu alt sind oder den dazu gehörigen Trainingsaufwand nicht mehr leisten können. "Früher haben wir sechsmal in der Woche im Boot gesessen. Mindestens", erinnert er sich an die Zeit, als er 1983 zusammen mit Christian Poppe im "Zweier ohne" gestartet ist. Der hat sich schon lange vom Rudersport verabschiedet, Mostardt ist dem UeRC als Kassenwart und Breitensportler treu geblieben.

Im Renneiner trainiert er allein im Hafen

In Bernkastel war der UeRC schon öfter vertreten, meist jedoch im gesteuerten Doppelvierer, in dem sich ebenfalls frühere Rennruderer mit ins Boot setzten. "Aber die haben Familie oder als Selbstständige so wenig Freizeit, dass man selten miteinander trainieren konnte." Mostardt selbst arbeitet als Chemielaborant im Bayerwerk im Zweischichtbetrieb und stand zu "normalen Zeiten" nur alle 14Tage zum Training zur Verfügung. Die Folge: "Wir belegten mittlere Plätze." Das ist auch diesmal realistisch. Weil er mehr Ehrgeiz hat, trainiert Mostardt nun im Renneiner, in dem er sich unabhängig von den anderen optimal vorbereiten kann.

Inzwischen braucht Mostardt 14 Minuten für den halben Hafen. "Damit habe ich Chancen, in Bernkastel vorne mitzufahren", sagt er. Die Distanz beträgt bei den Master-Rennen 4000 Meter, mehr als bei den meisten anderen Regatten, was besondere Ausdauer erfordert. Um diese zu trainieren steigt er auch mit Anfängern und weniger versierten Breitensportlern im Verein in ein breiteres Gig-Boot, beispielsweise war er mit den Rentnern im Verein auf einer Donau-Wanderfahrt.

Um seine Ausdauer zu trainieren, rudert er mit mehreren im Boot

"Ich ziehe dann mit maximaler Kraft und tue was für meine Ausdauer", sagt er. "Ich will meine Kameraden nicht zu kurz kommen lassen", begründet er. "Wer weiß, ob ich mich nochmal auf so ein Ziel vorbereiten will. Und dann ist es zu mehreren lustiger im Boot." 500 Kilometer kamen auf diese Art zusätzlich auf sein Konto.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer