Im Frühjahr könnten neue Pläne für das Denkmal vorgestellt werden.

Uerdingen
Der Uerdinger Bahnhof ist eines der langwierigsten Bauprojekte der Stadt. Doch bald soll es voran gehen. Archiv

Der Uerdinger Bahnhof ist eines der langwierigsten Bauprojekte der Stadt. Doch bald soll es voran gehen. Archiv

Das Bahnhofsgebäude ist seit Jahren eine Ruine.

Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Der Uerdinger Bahnhof ist eines der langwierigsten Bauprojekte der Stadt. Doch bald soll es voran gehen. Archiv

Uerdingen. ist der Stadtteil mit den zeitaufwändigsten Bauvorhaben. Jahre gingen ins Land, bis der Rheindeich oder das Projekt Rheinblick in Angriff genommen wurden. Jahrelang gammelt das frühere Klärwerk vor sich hin. 80 Jahre gar dauerte der im Vereinigungsvertrag 1928 zugesicherte Tunnel-Durchstich am Bahnhof. Und der Bahnhof selbst? Das Gebäude ist seit Jahren eine Ruine. Eine Reihe von Investoren drückten sich die Klinke in die Hand und scheiterten immer wieder an den verschiedenen Immobilienfirmen der Bahn.

„Das wäre zu früh und könnte sich negativ auf die weiteren Gespräche auswirken.“

Jürgen Hengst, Bezirksvorsteher, hält sich zu den konkreten Plänen für den Bahnhof noch zurück

Zuletzt platzte der Plan eines Brauhauses mit Biergarten daran, dass die Bahn nur das unter Denkmalschutz stehende Gebäude, aber nicht das dazugehörige Grundstück verkaufte. Das aber war für den Brauhaus-Investor unbedingte Voraussetzung für Biergarten und Parkplätze. Mittlerweile scheint jedoch, dass ein Strategiewechsel bei der Bahn neuen Investoren wohl die Möglichkeit eröffnet, auch das Grundstück zu nutzen. Es entwickle sich „eine realistische Perspektive“, sagt Bezirksvorsteher Jürgen Hengst (SPD) gegenüber der Westdeutschen Zeitung.

„Die Bahn wirkt stärker an einer Lösung mit als vorher“, sagt Hengst, der bei mehreren Terminen mit am Tisch saß. „Ich halte eine Realisierung des neuen Vorhabens für denkbar.“ Spruchreif werde das neue Projekt, so Hengst, „hoffentlich im kommenden Frühjahr.“ Was konkret dort geplant wird, will Hengst nicht sagen. „Das wäre zu früh und könnte sich negativ auf die weiteren Gespräche auswirken.“ Mit am Tisch sitzen auch Vertreter der städtischen Bauverwaltung. Doch auch dort ist nichts zu erfahren. Die Pressestelle der Verwaltung schweigt zu Fragen nach aktuellen Entwicklungen. „Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, hatte WZ-Leser Jürgen Matz im vergangenen September skeptisch das Thema kommentiert.

Vom Tisch sind offenbar auch die Bahn-Pläne, auf dem Grundstück ein als „Ufo“ in der Uerdinger Bevölkerung abgelehntes Projekt eines großen Bürokomplexes mit eigener Gastronomie. In einer Machbarkeitsstudie hatte die Bahn im März 2011 auf der Fläche zwischen Tunnel und Parkplatz ein dreigeschossiges Bürogebäude vorgestellt. Die Brauhaus-Investoren begriffen das als Konkurrenz zu ihrem eigenen Vorhaben. Sie wollten das Gebäude vor rund einem Jahr zum Kauf anbieten und aus dem Projekt aussteigen. Ob der Bahnhof inzwischen anderen Eigentümern gehört, ist nicht zu erfahren.

1849 wurde die erste Eisenbahnlinie eröffnet, die Uerdingen berührte. Es war die Linie Oberhausen-Ruhrort-Homberg-Krefeld- Viersen, die sogenannte Bergisch-Märkische-Bahn. Die 2009 eröffnete Tunnel-Verbindung zwischen dem Zentrum der Rheinstadt und dem Uerdinger Nordwesten war bereits Bestandteil des Vereinigungsvertrages zwischen den Städten Krefeld und Uerdingen aus dem Jahr 1928.

Die Länge des Tunnels beträgt insgesamt 44 Meter, die Breite rund sechs Meter und die Höhe zweieinhalb Meter. Im Tunnel ist eine Blindenleitspur eingelassen.

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