Radrennfahrer Manfred Nepp droht wegen einer Zwechfell-Lähmung das Ende der Karriere. Noch kämpft er dagegen kräftig an.

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Sein Rennrad ist sein Zuhause: Manfred Nepp (68) muss wegen einer Zwerchfell-Lähmung an das Aufhören denken. (Archiv

Sein Rennrad ist sein Zuhause: Manfred Nepp (68) muss wegen einer Zwerchfell-Lähmung an das Aufhören denken. (Archiv

Andreas Bischof

Sein Rennrad ist sein Zuhause: Manfred Nepp (68) muss wegen einer Zwerchfell-Lähmung an das Aufhören denken. (Archiv

Krefeld-Oppum. Irgendwas kam Manfred Nepp im Sommer vergangenen Jahres komisch vor, als er bei einem Radrennen die Berge hochkrakselte. Körperlich fühlte er sich fit, dennoch musste der erfolgsverwöhnte 68-Jährige nach exakt 1136 Siegen bei Radrennen bis Dezember 2008 Konkurrenten an sich vorbei fahren lassen.

Keinen einzigen Sieg gab es für ihn im Jahr 2009, ein Jahr zuvor waren es immerhin 22 gewesen. "Ich hatte keinerlei Schmerzen, trotzdem waren die Rennzeiten plötzlich mies", erinnert sich der "Sir auf zwei Rädern", wie er in seinem Heimatstadtteil Oppum genannt wird, mit Grausen zurück.

Bei drei Rippenbrüchen hatten sich Knochen in die Lunge gebohrt

Erst eine Untersuchung bei einem Krefelder Lungenfacharzt brachte die Gewissheit: Eine Zwerchfell-Lähmung sorgte dafür, dass Manfred Nepp nur noch mit 50 Prozent seines Lungenvolumens in die Pedalen treten konnte.

Schuld sind, vermutet der Radrennfahrer, drei Rippenbrüche, die er in seiner fast 55-jährigen Karriere bei Stürzen erlitt. "Teilweise hatten sich die Rippen in die Lunge gebohrt", erklärt Manfred Nepp, der für das Krabo-Team des RSV Bochum fährt.

"Ich werde ohne Radfahren depressiv, muss raus aus dem Sumpf."

ManfredNepp

Ans Aufhören denkt der Radfahr-Senior trotzdem noch lange nicht. Mit einem eisernen Trainingsprogramm will Nepp versuchen, die Lähmung des Zwerchfells zu beheben. Ein dreiwöchiges Trainingslager auf Mallorca, das er seit Jahrzehnten im Frühjahr gemeinsam mit seinen Söhnen Robert und Uwe bestreitet, ist fest gebucht. "Ich werde sonst depressiv, muss raus aus dem Sumpf", sagt der Oppumer ohne Umschweife. Körperliche Gefahren muss er nach Aussage der Ärzte nicht befürchten.

Die Darstellung der Erfolge von Manfred Nepp kann bei der Fülle der Siege immer nur ein Auszug sein. Seine 1136 Siege werden in diesem Jahr im Guinness-Buch der Rekorde erscheinen. 13 Mal gewann er die Welt- und Europameisterschaft, siegte mehrfach bei Rennen in Mexico, Mallorca, USA, Südafrika oder Australien. Zudem war er Mitglied der Bahn-Nationalmannschaft. In Asten (Niederlande) wurde er nach drei Siegen in Folge zum Ehrenbürger ernannt.

In der Radfahrerszene hat Manfred Nepp verschiedene Namen: Manni, Sir auf zwei Rädern oder Mountain-Manfred.

Bei vielen Rennen war seine Frau Gabriele im Begleitfahrzeug dabei.

Und trotz der Tatsache, dass es 2009 zu keinem Sieg bei einem Radrennen gereicht hat, kann der 68-Jährige einigermaßen zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken. Bei der Weltradsportwoche in Deutschlandsberg (Österreich), bei der Manfred Nepp obendrein noch durch einen eingeklemmten Nerv im Knie behindert wurde, wurde er neunter im Sprintrennen, Sohn Robert wurde sechster. Im Straßenrennen erreichte der Oppumer Platz sieben.

Im Mannschaftsfahren Vater und Sohn lag das Nepp-Duo lange Zeit vorne, erst durch einen Fahrfehler kurz vor der Ziellinie mussten sich die Krefelder mit Platz vier begnügen.

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