Ein Relief der Stadtbücherei des Künstlers Hubertus Brouwer hat eine neue Heimat gefunden.

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Am Freitag wurde die Plastik von Hubertus Brouwer in Anwesenheit seiner Witwe Marlies Brouwer offiziell am Verschubbahnhof enthüllt. Das Kunstwerk zierte früher die alte Stadtbücherei.

Am Freitag wurde die Plastik von Hubertus Brouwer in Anwesenheit seiner Witwe Marlies Brouwer offiziell am Verschubbahnhof enthüllt. Das Kunstwerk zierte früher die alte Stadtbücherei.

Andreas Bischof

Am Freitag wurde die Plastik von Hubertus Brouwer in Anwesenheit seiner Witwe Marlies Brouwer offiziell am Verschubbahnhof enthüllt. Das Kunstwerk zierte früher die alte Stadtbücherei.

Krefeld-Oppum. Zwei schmale Bretter, Sandpapier, zig Streichhölzer und Farbe - darüber hat sich der Unternehmer Hansgeorg Hauser unbändig gefreut. Marlies Brouwer aus Ochtrup, Witwe des Künstlers Hubertus Brouwer (1919-1980), brachte ihm am Freitag das 1960 entstandene Modell der Westwand der Stadtbücherei mit. Das Original-Keramikrelief wurde am Freitag an seinem neuen Platz an der Straße Am Verschubbahnhof enthüllt. Marlies Brouwer hatte das Modell verstaubt in einem Schrank gefunden.

Die Reliefs waren dem Neubau der Mediothek im Weg

Hansgeorg Hauser, auch Vorsitzender des Fördervereins "Haus der Seidenkultur", könnte sich heute noch ärgern. Zu spät hatte er davon erfahren, dass die Stadt die beiden von ihm geschätzten Reliefs zerstören wollte, weil sie dem Neubau der Mediothek im Wege waren. "Noch fünf Tage, dann hätte ich auch das zweite Relief noch retten können", sagt er heute.

Das kleinere Relief konnte er abnehmen und unter anderem mit Hilfe von Klaus Peter Noever (80), der schon 1960 mitgearbeitet hat, und dessen Sohn Florian auf einer großen Betonplatte wieder aufbauen lassen. Hauser: "Das zweite hätte maßstäblich hier auch Platz finden können."

Über die Anerkennung von Marlies Brouwer freut sich Hauser besonders. Sie hat auch zwei literarische Zeichnungen und eine Zeichenfeder dabei, um sie Mediotheksdirektor Helmut Schroers zu überreichen, der die "halbe Rettung" mitgetragen hatte.

Die Mediothek informiert zurzeit bis zum 6. Februar in einer Ausstellung über das Wirken von Hubertus Brouwer, der vor allem in den Niederlanden und in Westfalen künstlerisch tätig war. Er hatte in Den Haag studiert und war auch in Amsterdam als Kunsterzieher tätig. Für die frühere Stadtbücherei hatte er auch 30 Mosaikplatten mit Köpfen von wichtigen Denkern gestaltet, die vor dem Abbruch an Marlies Brouwer geschickt wurden. Der von ihr ins Auge gefasste Zweck für die Wiederverwendung hat sich bisher nicht realisieren können. Vielleicht können die Platten wieder nach Krefeld zurückkehren?

Der Verein "Kunst und Krefeld" an der Girmesgath widmet dem Maler Brouwer bis zum 14. Februar eine Ausstellung, die am Sonntag, 17. Januar, um 11.30 Uhr eröffnet wird.

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