Viele Ladenlokale stehen leer. An der Niederstraße drehte sich dagegen zum Jahreswechsel das Umzugskarussell.

Die Oberstraße wirkt trist, Leerstände prägen das Gesamtbild.
Die Oberstraße wirkt trist, Leerstände prägen das Gesamtbild.

Die Oberstraße wirkt trist, Leerstände prägen das Gesamtbild.

Im Gegensatz dazu hat sich an der Niederstraße zum Jahreswechsel viel getan.

Jochmann, Dirk (dj), Bild 1 von 2

Die Oberstraße wirkt trist, Leerstände prägen das Gesamtbild.

Krefeld. Um 18.30 Uhr gehen an der Oberstraße die Lichter aus. „Dann versinkt die Straße in der Dunkelheit“, ärgert sich Kaufmannsbund-Vorsitzender Ulrich Lohmar. „Ich habe schon oft angeregt, die Schaufensterbeleuchtung nicht vor 20 Uhr auszuschalten. Nichts ist passiert.“

Es sieht jedoch ganz so aus, als versinke diese Einkaufsstraße nicht erst nach Geschäftsschluss in der Dunkelheit. „Leerstände prägen das Gesamtbild“, sagt der Vorsitzende, der dafür auch die hohen Mieten verantwortlich macht.

Die Bücherinsel ist jetzt ebenfalls an der Niederstraße beheimatet

An der Niederstraße drehte sich dagegen zum Jahreswechsel das Umzugskarussell. Günter Meyer, Inhaber der Bücherinsel, ist mit seinem Geschäft von der Ober- an die belebtere Niederstraße gezogen. „Die Oberstraße hat stark nachgelassen“, sagt er. „Dramatisch wurde es, als sich die archäologischen Untersuchungen am Obertor über ein Jahr lang hingezogen haben. Das war der Todesstoß.“ Außerdem seien die Forderungen des Denkmalschutzes zu hoch, die Sanierung der Häuser zu teuer. So entstünden Leerstände.

Oberstraße: Viele Privat- und wenig Geschäftshäuser

Die Bücherinsel ist jetzt in den ehemaligen Geschäftsräumen der Uerdinger Küchenwelt beheimatet, in Nummer 63-67. Die Küchenwelt wiederum ist in Hausnummer 43 zu finden, wo früher Be Trendy war. Dieses Geschäft ist jetzt dorthin gezogen, wo bisher Twinkle zu finden war. Und dieser Laden hat inzwischen geschlossen.

Dass es viele Privat- und weniger Geschäftshäuser an der Oberstraße gibt, ist für Lohmar ein weiterer Grund für das „Riesenproblem Oberstraße“. So stehen allein drei Häuser an der St. Peter Kirche leer. „Es sah zeitweise so aus, als würde sich an dieser Stelle etwas tun“, sagt er. „Aber gegenüber am Gardinen-Geschäft hängt das Schild ,Ausverkauf‘. Auch dort wird es wohl ruhig.“

Mit Meyers Bücherinsel ist auch der WZ-Punkt von der Ober- an die Niederstraße umgezogen. Günter Meyer (Foto: Dirk Jochmann) führt das Geschäft an der Niederstraße 63-67.

„Spielwarengeschäft, Kinderboutique, Apotheke und Sozialkaufhaus halten die Oberstraße noch ein wenig lebendig. Aber die erste Hälfte vom Markt ausgesehen stirbt ab. Da helfen auch unsere Blumenkästen und -ampeln nicht mehr.“ Die „unrealistisch hoch erscheinenden Mietpreise“ sieht Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski als Grund für die Leerstände an der Oberstraße.

Lohmar möchte nun ebenso wie Jakubowski verstärkt aktiv werden. Der Vorsitzende: „Ich werde die Hausbesitzer, Geschäfts- und Verwaltungsleute an einen Tisch bringen, um zu beraten, was zu tun ist.“ Notfalls müsse die Straße umgestaltet werden. Lohmar könnte sich als Lösung eine Verkehrsregelung wie es sie auf der Königstraße gibt, vorstellen: eine Einbahnstraße mit Geschwindigkeitsbeschränkung auf zwanzig Stundenkilometer.

Bezirksvorsteher möchte sich vom Fachmann beraten lassen

„Wir haben in der Vergangenheit bereits an Vertreter aller fehlenden Branchen geschrieben, um die Straße zu beleben, bisher erfolglos. Es scheint lediglich zwei Interessenten für ein Café zu geben“, sagt Jakubowski. Er möchte gerne einen Fachmann nach Uerdingen bitten, der einen – nicht zu teuren – Blick auf die Einkaufsstraßen wirft.

Denn der Vorsteher erwähnt noch zwei weitere Problembereiche: So müsse zwischen Evangelischer Kirche und Bahnhofstraße und an der Alten Krefelder Straße zwischen Untere Mühlengasse und Niederstraße ebenfalls etwas passieren. Letztere könnte seiner Meinung nach attraktiver werden, wenn sie fußgängerbetonter gestaltet würde.

Das Stück zwischen Fußgängerzone Nieder- und Bahnhofstraße könnte aufgewertet werden, indem breitere Bürgersteige und schräge Parkbuchten, ebenfalls als Einstieg in die Fußgängerzone, gebaut werden. „Wir werden das alles prüfen lassen“, verspricht der Politiker.

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