Tobias Strerath und Khosrow Joorabchi vertreiben seit zehn Jahren von der Bischofstraße aus Basmati in viele Länder der Erde.

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Der gebürtige Perser Khosrow Joorabchi (r.) und Tobias Strerath (l.) vertreiben von Oppum aus Reis in die ganze Welt.

Der gebürtige Perser Khosrow Joorabchi (r.) und Tobias Strerath (l.) vertreiben von Oppum aus Reis in die ganze Welt.

Andreas Bischof

Der gebürtige Perser Khosrow Joorabchi (r.) und Tobias Strerath (l.) vertreiben von Oppum aus Reis in die ganze Welt.

Oppum. Reis ist die älteste und wichtigste Kulturpflanze der Welt und in vielen asiatischen und arabischen Ländern das Hauptnahrungsmittel. Doch auch die Deutschen schätzen ihn zunehmend aus geschmacklichen und gesundheitlichen Gründen. Der besonders aromatische und langkörnige Basmati ist der "Mercedes unter den Reissorten", wird am Fuß des Himalajas angebaut und bedeutet übersetzt "Königin der Düfte".

Mit dieser wohlklingenden Sorte, aber auch mit hochwertigem Jasmin-, Natur-, Sushi-, Wild- und Räucherreis haben Tobias Strerath und Khosrow Joorabchi von Oppum aus die Welt erobert. Mit ihrer Basmati Rice GmbH haben sie eine Nische in Deutschland und in benachbarten europäischen Ländern wie Belgien, den Niederlanden und Österreich gefunden.

Basmati macht gerade einmal 0,1 Prozent der Weltproduktion aus. Unter der Premiummarke Atry sowie unter den Bezeichnungen Scheherazade, Sultan und Sativa sind die Produkte im Handel erhältlich - unter anderem bei Metro, Edeka und Rewe.

"Im Jahr 1988 habe ich das Unternehmen als erster Basmati-Importeur in Deutschland gegründet", berichtet der gebürtige Perser Khosrow Joorabchi. Zwei Jahre zuvor hatte die indische Regierung den Export von Basmati-Reis überhaupt erst zugelassen, erklärt der Gesellschafter.

Das Geschäft mit hochwertigem Reis boomt seit mehreren Jahren

Angefangen hat alles in einer kleinen Halle in Düsseldorf. Doch in kurzer Zeit expandierte das Unternehmen so sehr, dass größere Räume nötig wurden. Die fand der Firmenchef im Oppumer Gewerbegebiet an der Bischofstraße in Reichweite der A57. Eine gute Wahl, meinen beide und haben soeben den Mietvertrag um fünf Jahre verlängert.

Reisauflauf mit Salat: Reis drei Mal waschen, um das Stärkemehl zu entfernen. Dann im Verhältnis zu je einer Tasse Reis eine Tasse Wasser in eine beschichtete Pfanne geben sowie einen Teelöffel Salz, eine gepresste Knoblauchzehe und einen Esslöffel Butter oder Oliven- bzw. Reisöl. Auf dem Herd auf hoher Stufe kochen, bis das Wasser aufgesaugt und verkocht ist, auf mittlerer Flamme 10 bis 15 Minuten köcheln lassen, auf kleiner Flamme weitere 10 bis 15 Minuten dünsten. Während des gesamten Kochvorganges ein Tuch über die Pfanne decken, um das Aroma zu erhalten. Die Pfanne auf einen Teller oder eine Platte umstülpen und den knusprigen Reisauflauf zusammen mit einem Salat servieren.

Die Basmati Rice GmbH ist seit 1998 im Oppumer Gewerbegebiet an der Bischofstraße zu Hause. Pro Jahr werden rund 5000 Tonnen Reis verarbeitet und vertrieben - von derzeit 25 Mitarbeitern. Geschäftsführender Gesellschafter ist Khosrow Joorabchi.

Der Reis, der aus Indien, Südostasien und Amerika importiert wird, landet per Schiff in Containern über Antwerpen in Duisburg und demnächst vielleicht schon am neuen Terminal im Krefelder Hafen an. Spediteure übernehmen den Transport nach Krefeld und danach in gebrauchsfertiger Form zu den Großhändlern.

Das Geschäft mit edlen Reissorten boomt. "Wir erwarten in diesem Jahr erneut ein kräftiges Umsatzwachstum in der Größenordnung von zehn Prozent", sagt Joorabchi. Inzwischen beschäftigen beide 25 Mitarbeiter in Oppum. Rund 5000 Tonnen Reis werden pro Jahr von Krefeld aus in die ganze Welt verkauft. Tendenz steigend, zumal Portugal gerade als neuer Markt erschlossen wird.

Sein liebstes ReisRezept gibt Khosrow Joorabchi gerne für die WZ-Leser preis, das dazu noch einfach und preiswert ist (siehe Info). "Wer sich lieber als Gourmet mit zubereitetem Basmati-Reis verwöhnen lassen möchte, muss in ein Feinschmeckerlokal gehen", empfiehlt er.

In riesigen Säcken von einer Tonne Gewicht kommt der Reis nach Oppum. Dann beginnt für Strerath und Joorabchi in mehreren Schritten die Veredelung. Der für das Tagesgeschäft verantwortliche Strerath verweist darauf, wie wichtig für ihn Qualität ist. "Der Gesetzgeber achtet bei Lebensmitteln auf strenge Einhaltung der Richtlinien nach IFS."

Daher wird aus jeder Lage eines Sackes eine Probe entnommen, auf Ungezieferbefall und auf seine Beschaffenheit geprüft, unter anderem auf Länge, Politur, Aroma und Feuchtigkeit. Dann wird der Reis in einer Art Waschmaschine gewaschen, gesiebt, getrocknet und im Silo gelagert.

Etwa zehn Prozent des Reises werden in der einzigen Anlage in Deutschland geräuchert. "Wenn Rauchzeichen an der A57 aufsteigen, ist Räucherzeit", erklärt Strerath lachend. "Diese Prozedur verleiht dem Reis eine eigene Geschmacksnote - vergleichbar mit dem Räuchern von Schinken."

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