Jörg Giesen tritt beim „Sand-Marathon“ an, der quer durch die Sahara führt.

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Der in Linn geborene und aufgewachsene Jörg Giesen läuft für sein Leben gern. Nun tritt er bei einem Lauf durch die Sahara an.

Der in Linn geborene und aufgewachsene Jörg Giesen läuft für sein Leben gern. Nun tritt er bei einem Lauf durch die Sahara an.

privat

Der in Linn geborene und aufgewachsene Jörg Giesen läuft für sein Leben gern. Nun tritt er bei einem Lauf durch die Sahara an.

Uerdingen / Linn. Die Sonne brennt vom Himmel, die Luft ist 50 Grad heiß und trocken. Die Bedingungen in der Sahara im Norden Afrikas, mit etwa neun Millionen Quadratkilometern ungefähr 26 Mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland, sind gnadenlos.

Für viele Menschen ist die Region zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Roten Meer mit ihrer steinigen, und felsigen Wüste ein Rotes Tuch - nicht so für Jörg Giesen.

Vom 27. März bis 6. April läuft er quer durch die Sahara

Der 45-Jährige wird vom 27. März bis 6. April zum 800-köpfigen Teilnehmerfeld gehören, das sich dem härtesten Marathonlauf der Welt stellt. Der 24. "Marathon des Sables" Ultramarathon führt die Vertreter aus 40 Nationen nahe der algerischen Grenze durch den marokkanischen Teil der Sahara. 240 Kilometer sind über sechs Etappen an sieben Tagen zu absolvieren.

"Ich bin ein Mensch, der das Abenteuer liebt. Ich habe gehörigen Respekt vor der Sahara, aber keine Angst. Der Lauf ist eine tolle sportliche Herausforderung", sagt der Triathlet, der in Linn geboren wurde und in seiner sportlichen Laufbahn für den Krefelder Kanu-Klub und Bayer Uerdingen aktiv war.

Schmunzelnd fügt er hinzu: "Andere besteigen den Kilimandscharo, ich laufe eben diesen Marathon". Diskussionen habe es in seiner Familie natürlich auch gegeben. Doch am Ende habe der Vater dreier Kinder seine Frau, die ebenfalls eine Leistungssportlerin ist, überzeugt. "Solch eine Gelegenheit ergibt sich einmal im Leben".

Temperaturen von 5 bis 50 Grad erwarten die Läufer

Der "Marathon des Sables", der übersetzt "Sand-Marathon” heißt, ist ein Ultramarathon, der 1986 zum ersten Mal vom Franzosen Patrick Bauer in der marokkanischen Sahara organisiert wurde. Einen dramatischen Zwischenfall gab es 1994, als sich der italienische Teilnehmer Mauro Prosperi in einem Sandsturm verirrte und erst nach neun Tagen, um 15 Kilo abgemagert und rund 200 Kilometer vom Kurs entfernt, in Algerien von Nomaden aufgefunden wurde.

Giesen, der Inhaber eines Laufsport-Geschäftes in der Krefelder Innenstadt ist, hat als Triathlet schon mehrfach am "Ironman" teilgenommen, doch dieser "Ultralauf" ist auch für den erfahrenen Sportler Neuland. Bei dieser Extrembelastung erwarten ihn Temperaturen von bis zu 50 Grad am Tag und kühle 5 Grad in der Nacht.

"Auf Schnee läuft es sich ähnlich wie auf Sand. Es ist eine gutes Training für den Lauf durch die Sahara."

Jörg Giesen

Der Veranstalter versorgt die Läufer mit den täglichen Wasserrationen, das die Teilnehmer samt zusätzlicher Ausrüstung in einem etwa 15 Kilo schweren Rucksack mitführen müssen und mit dem er derzeit rund um Krefeld trainiert.

Vorgeschrieben sind: Schlafsack, Messer, Feuerzeug, Stirnlampe, ein Kompass und eine Gegengiftpumpe, denn zu den wenigen Bewohnern der Wüste gehören auch Schlangen. Übernachtet wird in einfachen Biwaks entlang der Route.

Seit Dezember befindet sich Giesen, der für das Team eines amerikanischen Laufschuh-Herstellers kürzlich nominiert wurde, im Training. Der gebürtige Linner nutzte die hiesigen Bedingungen voll aus, um sich auf den Marathon vorzubereiten.

"Auf Schnee läuft es sich ähnlich wie auf Sand. Das war ein gutes Training". Giesen wird sich bis zu seiner Abreise am 26. März auf alle Eventualitäten einstellen. Sein Ziel ist das reine Ankommen.

Eine bestimmte Platzierung hat er nicht im Auge. Hauptsache ist für ihn erst einmal, durchzuhalten und gesund am Ziel anzukommen. Sein Krefelder Freundeskreis und seine Familie werden ihm bei dieser Herausforderung die Daumen drücken.

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