Die Museen befürchten weniger Besucher, weil es kaum noch eine Gastronomie gibt.

Das Burg-Café von Othmar Leven war früher eines der beliebtesten Ausflugslokale am Niederrhein. Es steht zum Verkauf.
Das Burg-Café von Othmar Leven war früher eines der beliebtesten Ausflugslokale am Niederrhein. Es steht zum Verkauf.

Das Burg-Café von Othmar Leven war früher eines der beliebtesten Ausflugslokale am Niederrhein. Es steht zum Verkauf.

Das Burg-Hotel Kaisler ist geöffnet, wird aber zwangsversteigert.

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Das Burg-Café von Othmar Leven war früher eines der beliebtesten Ausflugslokale am Niederrhein. Es steht zum Verkauf.

Linn. Im beschaulichen Altstadtkern von Linn geht die Angst um: Es fehlt ein gastronomisches Angebot für die Besucher. Der Betreiber des Winkmannshof hat vor zwei Wochen Insolvenz anmelden müssen, wovon auch die Museumsscheune betroffen ist. Das Burg-Café auf der Rheinbabenstraße steht seit zwei Jahren leer und wird derzeit vom Eigentümer Otmar Leven verkauft. "Das ist eine Katastrophe für uns", sagt Christoph Reichmann vom Museum Burg Linn. Man arbeite zwar fieberhaft an einer kurzfristigen Lösung in der Burg, könne aber aus Platzmangel keine Dauerlösung schaffen.

Ein Angebot finden Touristen derzeit nur im Burg-Hotel Kaisler. Zwar findet am 17. Februar um 11 Uhr im Amtsgericht eine Zwangsversteigerung des Hauses statt (Verkehrswert: 638 000 Euro), der Restaurant- und Café-Betrieb läuft aber vorerst weiter, erklärt Betreiber Uwe Kaisler. Der Sanierungsbedarf ist allerdings groß. 350 000 Euro sind vor allem für den Brandschutz nötig. Der große Saal mit 300 Sitzplätzen ist deshalb Anfang Januar vom Bauordnungsamt gesperrt worden.

Gerd Staudacher fordert ein Eingreifen der Stadtverwaltung

"Viele Reiseunternehmen haben Linn inzwischen aus dem Programm gestrichen, weil ein gastronomisches Angebot fehlt", sagt Gerd Saudacher (SPD). Er meint, dass sich Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung mehr bemühen müssten, die Situation zu verbessern. Othmar Leven verweist auf die Beispiele in anderen Stadtteilen, wo ebenfalls Ausfluslokale schließen mussten: Das Café Werner und das Cafe Klatsch in Forstwald, Louven am Hülser Berg, Müller im Stadtwald.

Für Linn gibt es allerdings Hoffnungssschimmer: Anfang April wird Michaela Montz an der Albert-Steeger-Straße das Cafe Linnchen eröffnen. Es hat allerdings nur 20 Innenplätze. Das Museum plant eine enge Zusammenarbeit mit ihr, bestätigt Christoph Reichmann. Am Mühlenhof möchte Elisabeth Strumpen ein Bauerncafé eröffnen. "Der Bauantrag ist gestellt, die Gespräche mit der Verwaltung waren bisher sehr positiv", sagt Strumpen. Der Besitzer des Winkmannshof, Bodo Rothschuh, will das Haus kurzfristig wieder öffnen, der Insolvenzverwalter lasse ihn aber nicht hinein.

Die Bezirksvertreter von Oppum/Linn werden sich auf Antrag der FDP und der Grünen am Dienstag mit dem Thema beschäftigen.

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