Kinderschminken und eine chilenische Strauchratte füttern: Das stand in diesem Jahr auf dem Stundenplan von Jasmin Kellner und Lisa Stenhorst.

Uerdingen
Jasmin Kellner (rechts) und Lisa Stenhorst haben bei dem Projekt „Soko“ mitgemacht.

Jasmin Kellner (rechts) und Lisa Stenhorst haben bei dem Projekt „Soko“ mitgemacht.

Dirk Jochmann

Jasmin Kellner (rechts) und Lisa Stenhorst haben bei dem Projekt „Soko“ mitgemacht.

Krefeld. Das Projekt heißt „SoKo – Soziale Kompetenz in der Schule erwerben“; 42 Schüler der Jahrgangsstufe Acht des Gymnasiums Fabritianum haben daran teilgenommen. „Das Projekt soll die Selbstständigkeit fördern. Deswegen gibt es bei uns keine Teilnahmepflicht, sondern die Schüler können sich freiwillig dafür entscheiden, mitzumachen“, erklärt Martin Westbomke. Der Lehrer koordiniert das Projekt „Soko“ am Fabritianum. Wer teilnehmen wollte, musste sich zunächst eine passende Stelle suchen: So haben die Schüler in Pfarrgemeinden, Seniorenheimen oder Sportvereinen Freiwilligendienst geleistet.

„Ich habe viel gelernt und oft positive Rückmeldungen bekommen.“

Jasmin Kellner, Schülerin

 

Jasmin Kellner fiel die Entscheidung leicht: „Ich bin schon seit längerer Zeit Mitglied im Junior-Club des Zoos und darf einmal im Monat hinter die Kulissen gucken.“ In ihrem „Soko-Jahr“ durfte die 14-Jährige nun einmal pro Woche hinter die Kulissen des Forscherhauses schauen. Dort können Besucher unter anderem Fliegenaugen und Schmetterlingsschuppen unter einem Mikroskop betrachten oder eine Naturerkundung durch den hauseigenen Garten unternehmen. Jasmin Kellner hat die Besucher bei den verschiedenen Angeboten betreut, Fragen geklärt und beim Mikroskopieren geholfen.

Zu Beginn musste sie dabei über ihren eigenen Schatten springen, wie sie erklärt: „Am Anfang war es schon gewöhnungsbedürftig, weil ich eigentlich eher schüchtern bin. Aber dann habe ich mich schnell daran gewöhnt, auf die Leute zuzugehen.“

„SoKo“ ist ein Projekt des Jugendrotkreuzes in Kooperation mit den Schulen. Für mindestens 60 Stunden engagieren sich Schüler ehrenamtlich im sozialen Bereich. Begleitet werden sie von Senioren, die als Paten dienen und bei Problemen helfen.

So konnte sie auch viele interessante Gespräche mit den Zoobesuchern führen. „Mit einer alten Dame habe ich mich eine Stunde lang unterhalten. Sie hat mir von ihren Reisen erzählt, bei denen sie Tiere gesehen hat, die es bei uns nur im Zoo zu sehen gibt.“

Während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit hat sich Jasmin Kellner außerdem um eine acht Jahre alte chilenische Strauchratte gekümmert und in der Ferienbetreuung des Zoos ausgeholfen. Ihre Erfahrungen möchte sie nicht missen. „Ich habe viel gelernt und oft positive Rückmeldungen von den Mitarbeitern des Zoos bekommen.“

Auch ihrer Klassenkameradin Lisa Stenhorst hat die ehrenamtliche Tätigkeit viel Spaß bereitet. Beim Ferienangebot „Spiel ohne Ranzen“ hat sie Schulkinder betreut, mit ihnen gebastelt und beim Kinderschminken Farbe in die jungen Gesichter gebracht. „In meiner Kindheit habe ich selber das Angebot auf der Stadtwaldwiese genutzt und ich gehe gerne mit Kindern um“, sagt die 14-Jährige.

Die Belohnung für die ehrenamtliche Arbeit waren die fröhlichen Gesichter. „Es war schön zu sehen, dass die Kinder lächeln. Manche haben sich bei mir für die Betreuung auch bedankt.“

Beide Schülerinnen würden „SoKo“ auch zukünftigen Achtklässlern empfehlen. „Man sammelt viele Erfahrungen, wenn man sich sozial engagiert“, sagen sie. Außerdem mache sich das soziale Engagement gut im Lebenslauf, habe ein Lehrer ihnen verraten.

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