Zehnjähriger wird in Russland Vize- Europa- und Vize-Weltmeister mit dem Schlauchboot.

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Der zehnjährige Jan-Philipp Nölle bei der Europa- und Weltmeisterschaft in Russland.

Der zehnjährige Jan-Philipp Nölle bei der Europa- und Weltmeisterschaft in Russland.

Privat

Der zehnjährige Jan-Philipp Nölle bei der Europa- und Weltmeisterschaft in Russland.

Uerdingen. Jan-Philipp Nölle ist stolz. Er ist der einzige Krefelder, der an der Europa- und Weltmeisterschaft im Schlauchbootfahren in Russland teilnehmen durfte. In seiner Altersklasse hat er die Titelkämpfe sogar gewonnen.

Seit er vier Jahre ist, begeistert ihn jede Art von Wassersport. Er schwimmt in der D-Jugend des Schwimmvereins Bayer und ist über seinen Großvater, den ersten Vorsitzenden des Crefelder Yacht Clubs, an den Motorboot-sport gekommen. Seit er acht Jahre alt ist, geht er bei Wettkämpfen an den Start. In diesem Jahr hat er das erste Mal an der Europa- und Weltmeisterschaft in Pushkin teilgenommen. Nach den Wettkämpfen steht fest: In seiner Altersklasse ist er der Beste weltweit.

Über die Club-, die Landes- und die Deutsche Meisterschaft hat er sich für EM und WM qualifiziert. "Ich trainiere einmal die Woche und vor den Wettkämpfen zweimal die Woche, dieses Jahr bin auch auch mit dem Verein in ein Trainingscamp gefahren", sagt der Zehnjährige. In der Deutschen Motorboot-Jugend, die mit zehn Teilnehmern antrat, waren nur zwei Teilnehmer aus NRW. Bei dem Sport kommt es vor allem auf Geschicklichkeit an. Mit einem motorisierten Schlauchboot müssen die Teilnehmer einen Parcours aus Bojen befahren. Sobald ein Fahrer mit seinem Boot eine Boje berührt, bekommt er Strafsekunden.

Die Disziplin Manoevering mag Jan-Philipp lieber als Slalomfahren

Dabei gibt es eine Wertung für Manoevering, eine fürs Slalomfahren und eine Gesamtwertung. Jan-Philipp ist in seiner Altersklasse und der Kategorie Manoevering Europa- und Weltmeister geworden. Im Slalomfahren wurde er vierter bei der Europa-, und dritter bei der Weltmeisterschaft. In der Gesamtwertung der beiden Kategorien wurde er Vize-Europameister und Vize-Weltmeister. "Ich mag Manoevering lieber als das Slalomfahren, weil man da mehr tun kann", sagt Jan-Philipp.

Auch die anderen Teilnehmer der Deutschen Motorboot-Jugend haben gute Ergebnisse erzielt. Insgesamt wurde zehn Mal Gold, neun Mal Silber und fünf Mal Bronze geholt, damit wurde die Mannschaft, hinter Russland Vize Europa- und Vize-Weltmeister. "Mir macht der Sport Spaß, weil man viele andere Kinder trifft und weil er so schön schnell ist", erklärt Jan-Philipp. Die Boote werden vom Verein oder von den Wettkampf-Ausrichtern gestellt.

Die Mannschaft der Deutschen Motorboot-Jugend wurde in Pushkin Vize-Europa- und Vize-Weltmeister. Nur Russland war dank des Heimvorteils stärker. Im Parallelslalom wurde Jan-Philipp Nölle bei der Europameisterschaft Vierter und bei der Weltmeisterschaft Dritter. In der Gesamtwertung von Manoevering und Slalom wurde er Vize-Europameister und Vize-Weltmeister.

Bei Jugendlichen werden in der Regel zwei Versionen der Schlauchboote eingesetzt. Ältere (14- oder 15-Jährige) fahren mit 15-PS-Viertaktmotoren, was international erlaubt ist. Die Jüngeren fahren mit sechs Pferdestärken. Bis zu 45 Stundenkilometer sind die Boote schnell. Sie sind meist 3,50Meter lang und 1,80 Meter breit.

Beim Manoevering muss zum Beispiel rückwärts gefahren werden. Beim Slalom müssen Bojen umfahren werden.

Sein siebenjähriger Bruder eifert ihm im Verein auch schon kräftig nach. "Jan-Philipp ist auf jeden Fall sehr ehrgeizig, sein Sport ist auf Wettkampf ausgerichtet und wenn er an den Start geht, will er auch gewinnen", sagt Mutter Susanne Nölle. Die gesamte Mannschaft hat in Russland Ausflüge unternommen, um sich in den fünf Tage das Land etwas näher anzusehen. "Am Besten fand ich die Siegerehrungen, wegen der Trommelwirbel", sagt der junge Weltmeister.

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