Während die Ursachenforschung bei Siempelkamp läuft, klagen weitere Betroffene über ähnliche Symptome.

Uerdingen
Die Ursache für den „lautlosen Lärm“ an der Hülser Straße könnte auf dem Siempelkamp-Gelände zu finden sein. Anwohner in Uerdingen sehen sich den Schallwellen ebenfalls ausgesetzt. Archiv

Die Ursache für den „lautlosen Lärm“ an der Hülser Straße könnte auf dem Siempelkamp-Gelände zu finden sein. Anwohner in Uerdingen sehen sich den Schallwellen ebenfalls ausgesetzt. Archiv

Andreas Bischof

Die Ursache für den „lautlosen Lärm“ an der Hülser Straße könnte auf dem Siempelkamp-Gelände zu finden sein. Anwohner in Uerdingen sehen sich den Schallwellen ebenfalls ausgesetzt. Archiv

Krefeld. Momentan forscht Siempelkamp nach der Ursache des Infraschalls. Anwohner der nördlichen Hülser Straße hatten über die unhörbaren Schallwellengeklagt, die sie auch erheblich gesundheitlich belasten würden. Leser-Zuschriften als Reaktion auf die Berichterstattung der WZ lassen den Schluss zu, dass die Hülser Straße kein Einzelfall ist.

Alt-katholische Gemeinde führte einen Musterprozess

Pfarrer Cornelius Schmidt von der altkatholischen Gemeinde schrieb: „Schon vor 20 Jahren traten im Bereich zwischen Inrath und Hüls Bodenschwingungen auf, welche die in der Umgebung lebenden Menschen nachts um den Schlaf brachten und auch tags bei Vielen zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führten. Auch damals erschien die Ursache zunächst rätselhaft.“

Die Alt-katholische Kirchengemeinde hatte dann drei Jahre lang für die am schlimmsten Betroffenen eine Art Musterprozess geführt. Im Verlauf des damit verbundenen Beweissicherungsverfahrens stellte sich eine sogenannte Vibramill-Anlage der Firma Schmolz & Bickenbach als Ursache heraus. „Angesichts der möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern und anderen besonders empfindsamen Personen sollte man die Klagen der betroffenen Menschen also unbedingt ernst nehmen.“

Auch die Familie von Johannes Minten von der Erlenweinstraße in Uerdingen teilt die Meinung, dass die Problematik an der Hülser Straße kein Einzelfall ist. Sie schrieb uns: „Auch wir sind seit einiger Zeit im Uerdinger Norden vom gleichen Problem betroffen. Die Quelle dürfte hier das Gewerbegebiet Uerdingen-Nord oder die Müllverbrennungsanlage der Krefelder Entsorgungsgesellschaft (EGK) an der Parkstraße sein.

Die Familie habe sich Hilfe suchend an das Umweltamt der Stadt Krefeld gewandt, an die Bezirksregierung, an die Grünen und an die EGK. Ergebnis: „Die einzig engagierte Antwort kam von der EGK-MKVA. Was aber nichts an der Situation geändert habe. Alle anderen Angeschriebenen antworteten nur vage und nicht wirklich hilfreich. Dabei werde der „Infraschall Geräuschpegel immer intensiver und damit wie an der Inrather Straße lebenseinschränkend und gesundheitsschädlich, weil vor allem auch die Nachtruhe stark gestört ist.“

Die mögliche Quelle des Infraschalls ist eine 20 Meter lange Halle, deren Öffnungen Siempelkamp deshalb verschlossen hat. Dies hatte aber, wie das Unternehmen am Montag  mitteilte, keinen Einfluss auf den Schalldruck in den Wohnungen der betroffenen Krefelder. Siempelkamp sucht nun weiter nach der Ursache für den Infraschall.

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