Die Lofts bei Dujardin sind fertig. Zugleich öffnet sich der riesige rote Bau nach außen hin.

uerdingen
Architekt Stefan Mengden (l.) und Dujardin-Mitarbeiter Günter Haase in einem der neuen Lofts.

Architekt Stefan Mengden (l.) und Dujardin-Mitarbeiter Günter Haase in einem der neuen Lofts.

Dirk Jochmann

Architekt Stefan Mengden (l.) und Dujardin-Mitarbeiter Günter Haase in einem der neuen Lofts.

Krefeld-Uerdingen. Wer hier leben will, braucht Geld – vor allem aber braucht er kreative Energie. Die fünf Wohnungen, die in diesen Tagen in der ehemaligen Weinbrennerei Dujardin fertig geworden sind, entziehen sich gängigen Standards, sie lassen eher an New York denken als an Uerdingen. Alles ist groß, hoch und hell – mit dem Ikea-Katalog stößt man hier schnell an Grenzen. „Unsere Mieter sind Leute mit Fantasie“, sagt Matthias Melcher, Inhaber, Chef und guter Geist von Dujardin.

Eine aufregende Mischung aus Bewahren und Erneuern

Drei der fünf Lofts hat er bereits vermietet, 80 bis 170 Quadratmeter groß, jeder einzelne Quadratmeter kostet 13,50 Euro Miete pro Monat. „Für Krefeld ist das viel, aber Düsseldorfer finden es so günstig, dass sie fragen, wo der Haken ist“, sagt Melcher. Die Interessenten sind oft Paare: „Jüngere, die ein paar Jahre cool wohnen wollen, oder ältere, denen ihr Haus zu viel Arbeit macht.“

Der Blick aus den hohen Fenstern reicht weit über den Rhein Richtung Ruhrgebiet, der Chemiepark und die Industriebrachen rundum sorgen für ein eigentümliches Flair. Innen lebt der ursprüngliche Charakter des Dujardin-Gebäudes ebenfalls weiter, zahllose Details erinnern an seine fast 100-jährige Geschichte.

Es ist diese Mischung aus Bewahren und Erneuern, die das Millionenprojekt so aufregend macht. Auch nach außen wird dieser Wandel mehr und mehr sichtbar, da der riesige rote Klotz sich auf allen Ebenen öffnet. Sei es in den Obergeschossen, wo die Fässer früher im Dunkeln lagern mussten und Fenster deshalb zugemauert waren. Oder unten, wo hinter Bunkermauern gefährliche chemische Prozesse und sensible Zollgeschäfte abgewickelt wurden. „Dujardin musste ungastlich und abweisend sein“, sagt Melcher. „Das kehren wir um.“ Dafür steht auch der Arkadengang. Er soll bald auf 80 Metern Länge den Innenhof mit dem Rhein verbinden. Dann ist Dujardin auch optisch in Uerdingens Mitte angekommen.

Die Glasfassade in Richtung Dujardinstraße (Foto) ist in Teilen fertig. Am Ende wird sie 80 Meter lang sein. Gewerbe soll sich in den Räumen dahinter ansiedeln, allerdings kein innenstadttypischer Einzelhandel. Die Gesamtfläche liegt bei rund 2000 Quadratmetern.
 

Das Restaurant in der ehemaligen Küferei im Innenhof soll bereits im Frühjahr eröffnen.
 

Fünf Wohnungen und die darunter liegenden Büros sind fertig. Sieben weitere Lofts und mehr Büros sollen folgen.

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