Sportvereine am Elfrather See klagen über schwierige Bedingungen durch Baumbestand und fordern die Stadt zum Handeln auf.

Der Baumbestand am Elfrahter See macht den Segelsportlern schwer zu schaffen.Durch die hohe Baumdichte gibt es oft keinen Wind auf dem See. Archiv
Der Baumbestand am Elfrahter See macht den Segelsportlern schwer zu schaffen.Durch die hohe Baumdichte gibt es oft keinen Wind auf dem See. Archiv

Der Baumbestand am Elfrahter See macht den Segelsportlern schwer zu schaffen.Durch die hohe Baumdichte gibt es oft keinen Wind auf dem See. Archiv

Frank Suchanek vom Segeklub Bayer Uerdingen erläutert die vorherrschenden Windverhältnisse am Elfrather See.

R. Gayk, Bild 1 von 2

Der Baumbestand am Elfrahter See macht den Segelsportlern schwer zu schaffen.Durch die hohe Baumdichte gibt es oft keinen Wind auf dem See. Archiv

Krefeld. Die Windfahne auf dem Vereinsgelände des Segel Club Crefeld (SCCR) am Elfrather See hängt in rund sechs Metern Höhe schlaff herunter. Nur gelegentlich flattert sie bei einer leichten Windböe auf. Unten am Steg ist von dem bisschen Wind rein gar nichts zu spüren. Auch auf dem See sieht man kaum Wellengang. Und Segler? Die sind auf dem Wasser überhaupt nicht zu sehen. Lediglich ein Ruderboot zieht darauf seine Bahnen. Für Steffen Sommer, den 1. Vorsitzenden des SCCR, und die Vertreter der anderen Segelvereine am Elfrather See ist es ein trauriges Bild, das aber zur Gewohnheit werden könnte. „Wenn sich nicht bald etwas ändert, könnte es sein, dass es in Zukunft keinen Segelsport in Krefeld am Elfrather See mehr gibt“, sagt Sommer.

Zu den Regatten kommen nur noch die Hälfte der Teilnehmer

Frank Suchanek vom Segelklub Bayer Uerdingen pflichtet ihm bei: „Die Bedingungen am Elfrather See werden immer schlechter“, sagt der Top-Segler. Den Grund für den schwachen Wind auf dem Wasser sehen die Vereinsverantwortlichen aller Segelvereine an der aus ihrer Sicht nicht sachgemäßen Baumpflege vonseiten der Stadt. „Seit Jahren wächst hier rund um den See alles zu. Das führt dazu, dass der Wind über die Baumkronen hinweg gleitet und es am Ufer zu so genannten Verwirbelungen kommt, die es gerade Anfängern schwer machen, ihr Boot entsprechend zu steuern“, sagt Suchanek. Neben den Anfängern sind es aber auch die Profis, die sich zunehmend an den lauen Winden am E-See stören und deshalb immer öfter fernbleiben – und das wird zum großen Problem für die Vereine.

„Die Teilnehmerzahlen an den verschiedenen Regatten haben im Vergleich zu früher nahezu um die Hälfte abgenommen“, sagt Suchanek. Die Stadt erklärt auf Nachfrage der WZ, dass die Windsituation am Elfrather See die Verwaltung schon lange beschäftige, man aber anhand des von den Segelvereinen erstellten Veranstaltungskalenders keine Ausfälle von Segelveranstaltungen am Elfrather See erkennen könne, so Pressesprecher Manuel Kölker. Die Segler erklären, dass die Veranstaltungen zwar aufrechterhalten werden, die Zahl der Teilnehmer aber trotzdem abnehme. „Aber das kann die Stadt ja nicht erkennen“, sagt Sommer, der zudem beklagt, dass es seit mehreren Jahren einen Baumpflegeplan gebe, der aber vonseiten der Stadt nicht umgesetzt werde.

„Dabei würde es ja schon reichen, wenn am Ufer und auf der Insel Schneisen in die Baumreihen geschnitten würden“, sagt Suchanek. Die Stadt hat sich nach Aussage der Segler in den vergangenen Jahren oft damit erklärt, dass aufgrund des Nothaushaltes weder Geld noch Personal für die nötige Arbeit vorhanden seien. Jetzt soll aber anscheinend etwas passieren. Bei einem heutigen Treffen, zudem der SCCR zur Terminfindung der Veranstaltungen für 2016 eingeladen hat, soll den Seglern ein „Pflegeplan Elfrather See“ vorgestellt werden. Die rund 1800 Segelsportler am E-See hoffen, dass die Verwaltung dann einen Plan offenlegt, um die Situation zu verbessern.

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