Ab April soll der Weg wieder für Spaziergänger freigegeben werden.

Uerdingen
Steffen Völkel, Polier der Firma Amand, kontrolliert die Breite des Bürgersteigs bis zur verklinkerten Spundwand. Fotos (2): Bischof

Steffen Völkel, Polier der Firma Amand, kontrolliert die Breite des Bürgersteigs bis zur verklinkerten Spundwand. Fotos (2): Bischof

Christian Kocks vom Fachbereich Tiefbau hat zurzeit die Bauoberleitung in Uerdingen. Wo die Sonne den Deich erreicht, grünt die Böschung bereits.

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Steffen Völkel, Polier der Firma Amand, kontrolliert die Breite des Bürgersteigs bis zur verklinkerten Spundwand. Fotos (2): Bischof

Uerdingen. Spaziergänger genießen an Sonnentagen wie gestern den Ausblick vom Deichweg und vom Uerdinger Steiger auf den Rhein. Die Arbeiter der Firma Amand und der städtische Bauoberleiter Christian Kocks sehen das gar nicht gerne. Denn noch sind der Deich und Hafenbereich eine Baustelle und gesperrt. „Wenn nichts dazwischenkommt, ist Anfang des zweiten Quartals alles fertig“, sagt Kocks, Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau, der für den Deichbau verantwortlich ist.

Deichkronenweg für Spaziergänger und Lkw

Pünktlich zum Beginn der Hochwasserperiode war der Schutzdeich am 31. Oktober 2014 fertig. Rund 600 Meter lang ist die Spundwand, die vom Rhein aus gesehen vor dem alten Deich versenkt wurde. Ummantelt von Stahlbeton, ist sie schwarz geklinkert und mit grauen Abschlusssteinen versehen. „Jeder einzelne wiegt 830 Kilogramm“, sagt Christian Kocks. Das lohnt, denn der Deich ist ein Jahrhundertbauwerk, wörtlich gemeint: „Vom Material her hält er 100 Jahre – unter ungünstigen Voraussetzungen“, erläutert Bauoberleiter Kocks. Zur Wasserseite wurde eine vollständig neue Böschung hergestellt, in die bereits eine Gras/Wintergerste-Mischung gesät wurde.

Der neue Weg auf dem Deich wird zurzeit angelegt. Im südlichen Bauabschnitt ab dem Rheinschlösschen ist die Grundlage bereits geschaffen, im nördlichen Bauabschnitt wird zurzeit noch das alte Material abgetragen. Man baut aus der Tiefe auf, denn die neue Grundlage muss viel aushalten können. Die 3,50 Meter breite Asphaltdecke wird künftig nicht nur Spaziergänger oder Skater tragen, sondern muss als Deichverteidigungsweg schweren Lastwagen, vollgepackt mit Sandsäcken, standhalten.

Christian Kocks und Steffen Völkel, Polier der Tiefbauer der Firma Amand, sind mit dem Fortschritt zufrieden, auch wenn der Wegebau aufwendiger und langwieriger als ursprünglich geplant ist. Die Bäume sind schuld – im besten Sinn. Sie sollen alle erhalten bleiben. Weil ihre Wurzeln aber nicht so gewachsen sind, wie die Planer es erwartet hatten, müssen nun 14 Baumbrücken, wuchtige Stahlbetonelemente, in den Deichverteidigungsweg eingelassen werden. Sie sollen die Versorgung und das Überleben der mächtigen Bäume gewährleisten. Neben der Funktion, die Menschen vor Hochwasser zu schützen, hat der Deich eine hohe „Freizeitqualität“. Treppen und Rampen werden angelegt, ein etwa zwei Meter breiter Fußweg gepflastert, kleine Buchten mit Bänken ausgestattet, und in Höhe des Uerdinger Steigers, wo früher das alte Fährhäuschen stand, wird eine große Aussichtsplattform geschaffen. „Die Barrierefreiheit ist gewährleistet“, sagt Kocks, „wenn auch nicht an jedem Zugang.“

Arbeiten und Zeitplan hängen von der Witterung ab

Kocks ist zuversichtlich, dass der aktuelle Zeitplan gehalten wird, „wenn es jetzt keinen Wintereinbruch gibt“. Mit einer Fertigstellung aller Arbeiten einschließlich der Erneuerung der Beleuchtung sowie dem Aufstellen von Bänken und Mülleimern rechnet er bis Anfang April.

Der alte Deich war nicht mehr standsicher und hätte bei einem starken Hochwasser brechen können. Auf etwa 600 Meter wurde er ab Mai 2014 saniert, eine Spundwand eingezogen. Ihre Bohlen sind zwischen vier und elf Meter lang

Der Deichkronenweg wird zurzeit angelegt, die Mauer, die die Spundwand verbirgt, muss noch gefugt werden. Die Böschung zur Wasserseite ist bereits begrünt, die Gleisbauarbeiten im Bereich der Unteren Werft sind fertig.
 

Das Investitionsvolumen beträgt 3,13 Millionen Euro, dazu kommen die Kosten für den aufwendigeren Wegebau und die Entsorgung kontaminierten Erdreichs.

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