Die Bahn müsse zuerst mit ihren Sanierungsarbeiten fertig sein. Die SPD wittert mangelnden Mut, will die Planung forcieren.

Der Bahnhofsvorplatz Oppum an der Werkstättenstraße wird (noch) nicht ausgebaut.  (Archiv
Der Bahnhofsvorplatz Oppum an der Werkstättenstraße wird (noch) nicht ausgebaut. (Archiv

Der Bahnhofsvorplatz Oppum an der Werkstättenstraße wird (noch) nicht ausgebaut. (Archiv

Andreas Bischof

Der Bahnhofsvorplatz Oppum an der Werkstättenstraße wird (noch) nicht ausgebaut. (Archiv

Oppum/Linn. Und nun ist alles wieder ganz anders. Die Christdemokraten, die sich vor einiger Zeit noch vehement für den Ausbau des nördlichen Bereichs am Oppumer Bahnhof eingesetzt und 280000 Euro dafür vorgesehen haben, "damit die Bürger endlich etwas sehen", rudern nun wieder zurück. "Wir wollen nicht mit Stückwerk an einer Ecke beginnen", sagte Werner Siebertz jetzt in der Sitzung der Bezirksvertretung Oppum/Linn. "Die Sache muss erst planerisch reif sein."

Den Grund für den Rückzieher erklärt der Oppumer CDU-Sprecher so: "Die Bahn muss mit ihren Sanierungsarbeiten auf ihrem Gebiet zuerst fertig sein." Es gehe nicht, dass die schweren Baufahrzeuge einen neuen Platz wieder zerstörten.

Die Sozialdemokraten sind da jedoch anderer Meinung. Sie möchten die Planung forcieren. "Wir wollen die Oppumer Mitte gestalten und alle Mittel ausschöpfen für Gesamtplanung und Gesamtfinanzierungsplan", sagt Helmut Späth (SPD). "Wir drehen uns seit zwei Jahrzehnten im Kreis. Sind wir ein Operettenhaus? Es fehlt der Mut. Die Planung der Bahn läuft auf vollen Touren, eine vernünftige Anschlussplanung für die Oppumer Mitte muss vorhanden sein."

Er regte an, Fördermittel aus dem Konjunkturprogramm II einzufordern. Beschlossen wurde erneut der Prüfungsauftrag an die Verwaltung für die gesamte Ausbauplanung Oppumer Mitte und für Mittel aus dem Konjunkturprogramm.

"Die für die Anwohner untragbaren Zustände auf der schadhaften Hafenstraße" sind ebenfalls eine unendliche Geschichte. Helmer Raitz von Frentz (FDP): "Ich halte die Einrichtung von 30 Stundenkilometern für unumgänglich. Außerdem rege ich ein Halteverbot für Lkw an der Hafenstraße an. Dann kann der Verkehr auch über die noch intakte rechte Fahrbahn fahren."

Der zunehmende Schwerverkehr durch Uerdinger, Oppumer und Linner Wohngebiete sei nicht mehr akzeptabel. Hier fehle ein schlüssiges Verkehrskonzept. Der Liberale schlägt zur Anbindung des südlichen Hafengebietes und des sich dort entwickelnden Industriegeländes an die Autobahn eine Trassenführung südlich des Latumer Bruchs vor.

Heidrun Hillmann (CDU) erinnerte daran, dass die Straße im nächsten Jahr saniert werde. Der parteilose Reinhard Klausmann erklärte: "Nach dem nächsten Frost können Sie die ganze Straße schließen."

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