Der Uerdinger Heimatbund hat zum Traditionsfest geladen und das neue Heim präsentiert.

Der Uerdinger Heimatbund hat zum Traditionsfest geladen und das neue Heim präsentiert.
Hund Hilix war begeistert und versuchte mit der Nase zu „keppen“.

Hund Hilix war begeistert und versuchte mit der Nase zu „keppen“.

Emma (l.) und Marla „duellieren“ sich beim Eierkeppen.

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Hund Hilix war begeistert und versuchte mit der Nase zu „keppen“.

Krefeld. Trotz des Regens kommen viele Uerdinger zum traditionellen „Eierkeppen“ des Uerdinger Heimatbundes. Erstmals findet es anstatt am Brempter Hof auf dem Platz an der evangelischen Michaelskirche statt. Die Proviantmeister Rosemarie Dufeu und Dietmar Ortmanns haben palettenweise die bunten Ostereier angeschleppt.

Einige andere Ehrenamtler, so Vorsitzender Elmar Jakubowski oder Schatzmeister Matthias Schieferbein, sind für kurze Zeit mal weg, stellen einigen interessierten Gästen schon mal das bald neue Zuhause des 1925 gegründeten Heimatbundes vor: das denkmalgeschützte Haus an der benachbarten Ecke Am Zollhof/Bruchstraße, den Uerdingern unter „Et Büjelieser“ besser bekannt.

Die Außensanierung des Bügeleisens steht noch an

Elmar Jakubowki (75 Jahre) war bereits von 1974 bis 2006 Vorsitzender des Vereins gewesen, hatte den Führungsposten dann 2010 wieder übernommen. Die ehemalige Gaststätte „Bügeleisen“ stand etwa fünf Jahre lang leer. Noch ist längst nicht alles fertig, so muss noch vieles geordnet und oben in der ersten Etage das Heimatmuseum mit dem Industriemuseum noch aufgebaut werden.

Außerdem stehen die Außensanierung und der Einbau der neuen Heizungsanlage noch an. „Hier unten entsteht auf rund 80 Quadratmetern unsere Geschäftsstelle, mit Archiv, kleinem Vortrags- und Besprechungsraum“, erklärt der Vorsitzende, der zwei Wünsche äußert: Zum einen, dass die Einweihung im Herbst in festlicher Form mit einem Tag der offenen Tür erfolgen kann. Zum anderen: „Dass ich das noch erlebe, das 1000. Mitglied des Heimatbundes zu begrüßen.“

Man sei seit Jahren kurz davor, habe etliche Mitglieder dazu gewonnen, aber es seien immer etwas mehr ältere verstorben. Jedenfalls hat der Heimatbund in den vergangenen Jahren einen großen Zuspruch erfahren.

Tradition Viele beteiligten sich auf dem Platz vor der evangelischen Michaelskirche an diesem Brauch, den der Uerdinger Heimatbund seit langem lebendig erhält. „Bei uns dürfte es in den nächsten Tagen nur noch Eiersalat geben“, scherzt eine Dame. Tobias Horn hat gerade für 20 Cent das Stück eine ganze Palette mit 30 gefärbten Ostereiern erstanden. Die Kinder, so die beiden neunjährigen Tjorben und John, versuchen es. „Erst Spitz auf Spitz, dann Käppchen auf Käppchen“, erklärte die Mutter, dass man erst die Spitzen der beiden Eier und dann die breiteren Teile aufeinanderstoßen sollte. John gewinnt. Das heißt nicht „Käppchen op Käppchen“, sondern „Bohl op Bohl“, erklärt ein eingefleischter Uerdinger. Er kannte auch noch den Begriff des „Strutzelns“, dabei werden sogar die Seiten der Eier zusammen gestoßen. Früher hatte es bei Wettbewerben auch einige gegeben, die sich daran mit einem Gipsei beteiligten. „Wenn das herauskam, hieß es „Klomp uut“„ erklärt der Vorsitzende des Uerdinger Heimatbundes, Elmar Jakubowski, weiter: „Dann wurden die Klompen ausgezogen, gab es damit Prügel auf den Hintern des Übeltäters.“ Gipseier oder auch Klompen waren aber diesmal in Uerdingen nicht dabei.

Über 50 Jahre lang war der östliche Flügel des „Brempter Hofes“ seine Heimat gewesen. Dort konnte er aber nicht mehr bleiben, da ein privater Investor dort bald Büros und Wohnungen errichten möchte. Im Jahre 2015 war dann mit der Stadt als Eigentümer der Immobilie „Bügeleisen“ der Pachtvertrag für die Dauer von 50 Jahren klar gemacht worden.

An Zuschüssen hat bisher lediglich die Denkmalbehörde aus einem Bundesprogramm Fördermittel von 18 500 Euro bewilligt. Elmar Jakubowski sagt allen Dank, die den Traum der neuen Heimatbund-Zentrale möglich gemacht haben. Den vielen Einzelspendern, Handwerkern und seinen Leuten, unter anderem Koordinator Dietmar Ortmanns, Bauleiter Reinhold Deutmann oder Rosemarie Göldner, Dieter Rehbein, Dieter Lummler und Angelika Stört. Nicht zu vergessen den Architekten, Karl-Heinz Petermann.

Auch junge Leute aus der Lehrwerkstatt der Siemens AG gehören dazu. „Die haben bereits aus einem Blech ein etwa zwei Meter großes Bügeleisen gemacht, das wir in Kürze an der Außenfassade installieren und beleuchten werden“, sagt Jakubowski.

Wegen der erfolgten Umbauten ist das diesjährige Jahresprogramm etwas eingeschränkt. Stadtführungen finden aber nach wie vor statt. Und was dem langjährigen Vorsitzenden noch vorschwebt: „Dass wir unsere Rheinstadt auch mehr für Werften bekannt machen, die dann hier mit ihren Schiffen und Touristen aufkreuzen und unser schönes Uerdingen kennenlernen.“

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