Was wird aus St. Franziskus? Am WZ-Mobil äußerten Mitglieder der Gemeinde ihre Befürchtungen.

Wird aus dem katholischen St. Franziskus ein orthodoxes Gotteshaus? Viele Gemeindemitglieder wollen ihre Kirche nicht verlieren.
Wird aus dem katholischen St. Franziskus ein orthodoxes Gotteshaus? Viele Gemeindemitglieder wollen ihre Kirche nicht verlieren.

Wird aus dem katholischen St. Franziskus ein orthodoxes Gotteshaus? Viele Gemeindemitglieder wollen ihre Kirche nicht verlieren.

Dirk Jochmann

Wird aus dem katholischen St. Franziskus ein orthodoxes Gotteshaus? Viele Gemeindemitglieder wollen ihre Kirche nicht verlieren.

Krefeld. Es ist ihre Kirche. Sie sind stolz auf das Gotteshaus, einige Gläubige haben vor Jahrzehnten für das Gebäude und die Orgel gespendet. Im Gemeindehaus treffen sie sich regelmäßig zu Gesprächen und einer Tasse Kaffee. Dieses aktive Gemeindeleben könnte bald Vergangenheit sein. Dann nämlich, wenn die Kirche St. Franziskus und das daneben liegende Gemeindehaus verkauft werden. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, aber allein die Diskussion über eine Schließung macht vielen Angst.

Aus Pommern mit Pferd und Wagen geflohen

Oft fällt in den Gesprächen mit Gemeindemitgliedern das Wort Heimat: Gertrud Esser zum Beispiel, die nach dem Krieg aus Pommern vertrieben wurde, mit Pferd und Wagen geflohen war: „Wir haben damals alles verloren. Jetzt verlieren wir schon wieder unsere Heimat.“ Das meint auch Agathe Kretschmann, die bei Kriegsende aus Ostpreußen fliehen musste: „Wenn es so kommt, ist das alles bitter und sehr traurig. Dann verliere ich zum zweiten Mal meine Heimat.“

Ähnlich sieht das auch Gunter Linssen von Kirchenchor St. Stephan: „Wir haben hier eine neue Heimat für unseren Chor gefunden und fühlen uns wohl. Wir haben viele schöne Konzerte in St. Franziskus gegeben. Jetzt wissen wir nicht, wie es weitergeht.“

Senioren müssen weitere Wege in Kauf nehmen

Es sind vor allem Senioren, die befürchten, künftig weite Wege in Kauf nehmen zu müssen, wenn sie sich mit den Bekannten aus der alten Gemeinde treffen oder zur Messe gehen wollen. Agatha Thomas zum Beispiel, die seit 60 Jahren zur Gemeinde gehört. Sie ist auf Hilfe angewiesen, schiebt ihren Rollator in das Kirchenschiff von St. Franziskus und sagt, dass sie die Entfernung bis zur „Ersatzkirche“ St. Elisabeth kaum bewältigen könne.

Irmgard Lickes glaubt, dass in St. Franziskus einfach die Jugend fehlt. Aber auch sie weiß, dass die Entwicklung nicht umkehrbar ist. In der Kirche an der Wielandstraße gibt es keine Kommunionkinder mehr – diesen wichtigen Schritt erleben die jungen Katholiken aus der Gegend in einem anderen Gotteshaus.

Stefan Hölters, ein Vertreter der jüngeren Generation in der Gemeinde, Messdiener und Mitglied im Pfarreirat, sieht auch, dass die Senioren sehr enttäuscht über die Entwicklung sind und bei einem Verkauf der Kirche viel weitere Wege in Kauf nehmen müssen. Er kann sich allerdings auch vorstellen, warum die orthodoxe Gemeinde an dem Gebäude interessiert ist: Die Kleeblattform macht das Gebäude für sie interessant.

„Schade“ findet es Johannes Minwegen, ebenfalls ein Vertreter der jüngeren Generation, dass „eine Entscheidung getroffen werden muss. Allerdings ist es beruhigend, dass sich eine andere christliche Glaubensgemeinschaft für die Kirche interessiert“.

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