Mit 47 Jahren ist Udo Heikaus das jüngste Mitglied des Krieewelschen Ensembles.

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Udo Heikaus hat in der laufenden Spielzeit der Pappköpp schon fleißig mitgemischt.

Udo Heikaus hat in der laufenden Spielzeit der Pappköpp schon fleißig mitgemischt.

Andreas Bischof

Udo Heikaus hat in der laufenden Spielzeit der Pappköpp schon fleißig mitgemischt.

Krefeld. Die Krieewelsche Pappköpp haben ein neues festes Ensemble-Mitglied. Udo Heikaus wurde offiziell und feierlich in die Reihe der verspielten Truppe aufgenommen. „Er hat seine Probezeit gut gemeistert“, sagt Pappköpp-Chef Ralf Kochann. Und der Neue ist von seinem Hobby total begeistert und glücklich, nun richtig dabei zu sein.

„Ich bin ein absoluter Fan der Pappköpp und habe fast alle Vorstellungen gesehen. Dabei zu sein, ist ein Riesenspaß“, sagt der 47-Jährige, der jetzt das jüngste Mitglied ist. Dabei musste eine Bekannte bei einem Theaterbesuch an der Peter-Lauten-Straße im März den Kontakt zu Kochann herstellen. Heikaus selbst hatte nicht den Mut dazu.

Großmutter Hanni brachte dem neuen Pappkopp Krieewelsch bei

Als er seine Mail-Adresse angab, hatte er nicht mit einer Antwort gerechnet. „Drei Wochen später wurde ich zum Vorsprechen eingeladen“, berichtet er und lacht. „Ich musste einen Dialog aus ,Der Stammbuom‘ mit Matthes als Schäng sprechen. Das war wohl in Ordnung.“

Absolute Voraussetzung für die Aufnahme ist ein reines Krieewelsch Platt. „Damit bin ich groß geworden, meine Oma Hanni hat es gesprochen“, erzählt der Bauingenieur.

„Ich bin ein absoluter Fan der Pappköpp und habe fast alle Vorstellungen gesehen.“

Udo Heikaus

Wie die Marionetten bewegt werden, bekam er von den anderen Mitgliedern gezeigt. „Jede ist unterschiedlich, jede muss anders an den Fäden bewegt werden“, berichtet er. „Manche sind richtig schwere Holzpuppen.“ Das Spiel auf den Bühnen mit den Puppen im heißen Scheinwerferlicht und in gebückter Haltung ist Schwerstarbeit. „Es gibt kaum Pausen. Oft müssen wir eine Puppe fünf bis sechs Minuten führen.“

Peter Krupp wurde am 5. Januar 60 Jahre, sein Kollege Peter Wimmers feierte am 8. Januar seinen 65. Geburtstag. Wie alle Ensemble-Mitglieder spielen und sprechen sie in den Vorstellungen.

Krupp ist seit fünf Jahren bei der Truppe. „Ich habe mich damals auf eine WZ-Annonce beworben. Darin suchten die Pappköpp neue Mitspieler.“ Auch er musste mit seinem Krieewelsch auf den Prüfstand. Für ihn ist die laufende Spielzeit immer die schönste. „Danach freue ich mich, etwas Neues anfangen zu können.“

Wimmers ist seit 2001 dabei. „Ich bin immer zu den Vorstellungen gegangen“, erzählt er. „Dann ist irgendwie bekannt geworden, dass ich gut Plattdeutsch sprechen kann. Es war bis zum sechsten Lebensjahr meine Muttersprache.“ Wimmers leiht Schäng seine Stimme ebenso wie Herrn Nösemes aus dem Stadthuus.

Die Truppe ist froh, einen jüngeren Mann in den Reihen zu haben. Kochann: „Es ist kaum Nachwuchs zu bekommen mit der Fähigkeit Krieewelsch Platt zu sprechen. Und der ,Neue‘ hat den Sprachtest gut bestanden und war wild entschlossen.“

Heikaus selbst ist begeistert, so freundlich aufgenommen worden zu sein. „Wir lachen viel“, berichtet er. In der laufenden Spielzeit hat Heikaus bei „Daarestiet TV“ schon fleißig mitgemischt und den Härtetest bestanden.

Beim Spot „Krieewel söckt dat Superjehirn“ hat er den Küeb bewegt und mit Pitter und Frau Nöthenbaum zwei weitere Marionetten in „Dä Burgjeist“. Nun sind die 27 Vorstellungs-Wochenenden im Jahr auch für ihn verplant. Im Moment ist Halbzeit in der Theatersaison.

Im Laufe des Jahres treffen sich alle Mitglieder einmal wöchentlich in der spielfreien Zeit. Doch für den Riesenspaß bei den Pappköpp opfert Udo Heikaus seine Freizeit nur allzu gerne.

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