Das Gymnasium unterstützt die Schule in Lima mit monatlichen Spenden in einer Höhe von etwa 200 Euro. Durch einen wöchentlichen Kuchenverkauf in den Pausen sammeln die Gymnasiasten wird das Geld gesammelt.

Spanischlehrerin Luisa Maria Blümke und Theresa Woithe schauen sich Bilder von der Partnerschule in Lima an.
Spanischlehrerin Luisa Maria Blümke und Theresa Woithe schauen sich Bilder von der Partnerschule in Lima an.

Spanischlehrerin Luisa Maria Blümke und Theresa Woithe schauen sich Bilder von der Partnerschule in Lima an.

Andreas Bischof

Spanischlehrerin Luisa Maria Blümke und Theresa Woithe schauen sich Bilder von der Partnerschule in Lima an.

Krefeld. Die Marienschule Krefeld pflegt eine enge Partnerschaft mit dem Colegio San Jose in Lima, Peru. Die Verbindung zwischen den beiden Ursulinenschulen besteht bereits seit 30 Jahren. Das Gymnasium unterstützt die Schule in Lima mit monatlichen Spenden in einer Höhe von etwa 200 Euro. Durch einen wöchentlichen Kuchenverkauf in den Pausen sammeln die Gymnasiasten dieses Geld.

Kinder in Lima leben in „schlimmen Zuständen“

„Die Kinder in Lima leben in schlimmen Zuständen und sind auf das Geld, das wir ihnen zusenden, angewiesen“, betont Spanischlehrerin Luisa Maria Blümke, die selbst gebürtige Peruanerin ist. Sie ist bereits seit sechs Jahren für das Projekt verantwortlich und reist selber einmal jährlich nach Lima, um die Schule zu besuchen. Letztes Jahr haben Schüler und Lehrer zusätzlich einen Flohmarkt veranstaltet, dessen Erlös gespendet wurde. Die Spanischlehrerin hat sogar einen Briefaustausch zwischen den deutschen und den peruanischen Schülern veranlasst. „Wir haben vor einiger Zeit angefangen, das Projekt auch in den Unterricht mit einzubringen“, betont sie stolz.

Klaus Neuenhofer, Schulleiter der Marienschule, ist eines der Gründungsmitglieder des Peru-Projekts gewesen. Das Ganze wurde von einer ehemaligen Schülerin von ihm veranlasst: „1985/86 ist eine meiner damaligen Schülerinnen nach Lima geflogen. Als sie die vorherrschende Armut dort gesehen hat, war ihr klar, dass geholfen werden muss.“ Neuenhofer war damals der Lehrer der Schülervertretung und hat sich dies zur Aufgabe gemacht.

Da Sachspenden aufgrund der hohen Transportkosten keine Option gewesen sind, wurde der wöchentliche Kuchenverkauf eingeführt. Zu Beginn wurde der Erlös hauptsächlich in das Essen und die Kleidung der Kinder investiert. Nach und nach wurde dann auch die medizinische Versorgung immer wichtiger.

Eine ehemalige Schülerin erzählt von ihren Erfahrungen

Theresa Woithe, die 2014 ihr Abitur an der Marienschule gemacht hat, hat selber ein Jahr in der Partnerschule mitgeholfen. Sie ist über den Kontakt zwischen den Schulen nach Lima geflogen. Gelebt hat sie bei den Nonnen auf dem Schulgelände. „Die Schwestern sind sehr herzlich. Genau so, wie man es sich vorstellt“, erzählt sie. Tagsüber hat sie sich um die Kindergartenkinder gekümmert und am Nachmittag hat sie die Grundschüler in Englisch unterrichtet. Die Spenden würden genau dort eingesetzt, wo sie auch gebraucht werden. „Wir waren selber manchmal mit dem gespendeten Geld auf dem Markt in Lima und haben Spielsachen für die Kinder gekauft“, erklärt die heute 21-Jährige.

Nach ihrem einjährigen Aufenthalt ist Woithe noch einige Male nach Lima gereist, um die Schule zu besuchen: „Es sind sowohl schöne, als auch traurige Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe. Die Kinder geben einem so viel zurück, und es ist unmöglich, sie je wieder zu vergessen.“

Sie habe sich sogar entschieden, bald ihr Berufsfeldpraktikum an der Partnerschule zu machen. Dennoch sei es schwer, die katastrophalen Umstände mitzuerleben.

„Sie sind auf unsere Hilfe angewiesen“, erklärt Spanischlehrerin Luisa Maria Blümke. Auf die 30 Jahre Unterstützung des Colegio San Jose werden wohl noch viele folgen.

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