Der Turm des zentralen Gotteshauses soll möglichst noch in diesem Jahr repariert werden.

Der Turm des zentralen Gotteshauses soll möglichst noch in diesem Jahr repariert werden.
Der Turm der Friedenskirche am Luisenplatz soll saniert werden.

Der Turm der Friedenskirche am Luisenplatz soll saniert werden.

Bischof

Der Turm der Friedenskirche am Luisenplatz soll saniert werden.

Krefeld. Voraussichtlich spätestens im Frühjahr sollen Handwerker mit der Reparatur des Turms der Friedenskirche am Luisenplatz beauftragt werden. Das Mauerwerk ist beschädigt und feucht. Deswegen werden ein Maurer und ein Steinmetz gesucht, und auch ein Kunstglaser, der Schäden an den Kirchenfenstern beheben kann.

Nachdem Handwerker von acht Unternehmen aus Krefeld und Umgebung 2015 den Turm von einem Hubsteiger aus beäugt haben, liegen nun die Angebote vor. Jetzt muss noch entschieden werden, wer den Zuschlag bekommt. Der Bauausschuss der evangelischen Gemeinde, in dem auch Baukirchmeister Günter Kruszona sitzt, wird dem Presbyterium eine „Entscheidung vorbereiten“, sagt er.

Die Kosten werden auf 350 000 bis 400 000 Euro geschätzt

Dabei ist die finanzielle Frage eine entscheidende. Die Friedenskirchengemeinde ist wie alle Gemeinden knapp bei Kasse. Die Kosten der Sanierung werden voraussichtlich zwischen 350 000 und 400 000 Euro liegen. Und dieser Betrag wird am Luisenplatz nicht aus eigener Kraft zusammenzubekommen sein. „Wir brauchen Hilfe von Stiftungen und anderen Spendern“, sagt Pfarrer Michael Windhövel und hofft auf so viel Hilfe, wie sie der Dionysiuskirche zuteil wurde.

Dass es überhaupt zu so schweren Schäden an der Fassade des 1984 in der Denkmalliste stehenden Gotteshauses kommen konnte, ist blanke Ironie. Denn bei einer Sanierung in den 1970er-Jahren dachte man, mit einem speziellen Verfahren den ganzen Turm für ewig gerettet zu haben. Dafür wurde das ganze äußere Gemäuer mit einer sogenannten hydrophoben Sperre versehen. Sie sollte verhindern, dass Wasser eindringen kann und Steine und Fugen beschädigen kann.

Etwas weniger als zehn Prozent der Oberfläche sind schadhaft

Doch diese äußere Haut wurde zum Fluch. Als sich kleine Risse bildeten, kam es zur Kettenreaktion. Durch sie drang eben doch nach und nach Feuchtigkeit ein, die aber wegen der Sperre nicht mehr nach außen abtrocknen konnte. Vor allem durch Frost verschlimmerte sich deshalb der Zustand. Denn das Wasser gefror, dehnte sich aus, es gab weitere Risse, abgeplatzte Stellen, durch die wiederum Wasser einziehen konnte. „Das war damals Stand der Technik“, sagt Windhövel zur Erklärung.

Nun sollen die schadhaften Stellen, die sich über die ganze Höhe der aus dem Jahr 1874 stammenden Kirche verteilen und schätzungsweise etwas weniger als zehn Prozent der Oberfläche ausmachen, voraussichtlich noch in diesem Jahr behoben werden. „Das hängt natürlich von der Auftragslage der Handwerker ab, für die wir uns entscheiden“, sagt der Baukirchmeister, „aber wir hoffen, es noch in diesem Jahr durchziehen zu können.“ Windhövel würde damit eine Bürde von den Schultern genommen, die seit Jahren besteht, weil es auch „dauert, bis man in solchen Fällen mal weiterkommt.“

Finanzielle Hilfe vom Land oder der Landeskirche wird es nicht geben. Einzige Hoffnung seien mögliche Mittel aus anderen Töpfen, da die Friedenskirche nicht nur Sakralgebäude, sondern auch Mahnmal sei, so Windhövel.

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