Hip Hop ist seine Leidenschaft: Mit dem Soloprojekt „LukeundBetrug“ will Rapper Lukas Coelen frischen Wind in das Musik-Genre bringen.

Süd
Hartes Auftreten und durchdachte Texte sind das Markenzeichen des Rap-Projektes „LukeundBetrug“.

Hartes Auftreten und durchdachte Texte sind das Markenzeichen des Rap-Projektes „LukeundBetrug“.

A. Bischof

Hartes Auftreten und durchdachte Texte sind das Markenzeichen des Rap-Projektes „LukeundBetrug“.

Krefeld-Süd. Texte ausdenken und dazu passende Beats und Rythmen kreieren. Welche der beiden Zutaten zuerst in seinem Kopf Formen annehmen, kann der Krefelder Rapmusiker Lukas Coelen nicht genau sagen. Dass er für diese beiden typischen Elemente des Hip Hop ein Talent besitzt, ist dem 22-Jährigen aber bereits vor rund fünf Jahren bewusst geworden.

Ende 2011 hat er nun das erste Album seines Soloprojektes „LukeundBetrug“ fertiggestellt. Und darauf ist Coelen stolz: „In den letzten beiden Jahren hat Musikmachen einen großen Teil meiner Zeit ausgefüllt“, beschreibt der Musiker den Entstehungsprozess von „Hypochonda“, so der Titel des Albums. Zum Rap, also dem Sprechgesang mit gereimten Texten, ist Coelen Ende der 1990er Jahre gekommen, als die Hip Hop-Kultur in Deutschland extrem populär wurde. Szene-Größen wie die Musiker Sammy Deluxe oder Curse hatte Coelen häufig im Radio gehört. „Ich fand das cool und habe angefangen, mich selbst mit Sprache auseinanderzusetzen“, erinnert sich der 22-Jährige.

Das Zusammenspiel aus Sound und Text, das sich fließend entwickelt, ohne dass man zu sehr darauf achtet, was genau man sagt – diesen „Flow“ zu spüren, ist für Lukas Coelen das schönste am Rap. Zunächst macht er sich mit Auftritten in der Schule in Krefeld und Umgebung einen Namen als Rapmusiker – später bei Rap-Wettbewerben, sogenannten Jams, in ganz NRW. Dabei treten die Interpreten nacheinander gegeneinander an (Battle-Rap) und das Publikum entscheidet, wessen Auftreten am besten ankommt. „Dabei habe ich meistens positives Feedback bekommen“, sagt Coelen. Er fühlt sich als Künstler bestärkt, vertieft sich weiter in die Musik.

Die Popularität des Genres ist für ihn dabei kein Hindernis: „Viele wollen Rapper sein und meinen, sie hätten den Style gepachtet – dabei ist ein Großteil nicht wirklich ernstzunehmen.“ Für Lukas Coelen ist es wichtig, bei dem was man macht, authentisch zu sein. „Die Message muss rüber kommen“, sagt er, und das müsse die Musik vermitteln. In den Songs von „LukeundBetrug“ verarbeitet Coelen vor allem Dinge, die er in seiner Umgebung beobachtet. „Ich versuche zu reflektieren und zu kritisieren, was falsch läuft und stelle fest, dass ich dadurch oft sehr nachdenklich werde“, sagt Colen.

Wenn er nicht Musik macht, studiert er Sozialwissenschaften

Spaß und eine gewisse Leichtigkeit im Umgang mit seiner Musik leiden darunter jedoch nicht: „Genau diese Mischung spornt mich an.“ Seine Songs drücken genau das aus: In Liedern wie „Maschinerie“ kritisiert Coelen die Angepasstheit vieler Menschen oder die Leistungsgesellschaft. „Alle Hände hoch“ hingegen ist Ausdruck purer Lebensfreude und guter Laune. Und als Solokünstler fühlt er sich ebenfalls wohl. Coelen produziert die Musik selbst, baut sie mit seinen Texten zusammen. „Dabei muss ich keine Kompromisse wie in einer Band eingehen“, sagt er. Vor kurzem hat Coelen Abitur gemacht und ein Studium der Sozialwissenschaften in Siegen begonnen. Er lässt trotzdem keinen Zweifel daran, dass die Musik weiter „die zweite Hälfte seines Lebens ausfüllen“ werde. Hat er vor, eines Tages damit Geld zu verdienen? Coelen: „Schlecht wär das nicht – aber im Vordergrund steht auf jeden Fall der Spaß am Rap.“

„Hypochonda“, das erste Soloalbum ist im Dezember erschienen.
 

Wer sich über das Rap-Projekt „LukeundBetrug“ informieren möchte, kann das im Internet tun: www.lukeundbetrug.de

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