Zusammen dem Textilmuseum hat sich die Realschule Oppum einem Projekt verschrieben, das eng an die Geschichte der Stadt gekoppelt ist.

Sophie Strelow und Zoe Burchertz (von links) nähen in dem Kurs Textilgestaltung unter Anleitung der Lehrerin.
Sophie Strelow und Zoe Burchertz (von links) nähen in dem Kurs Textilgestaltung unter Anleitung der Lehrerin.

Sophie Strelow und Zoe Burchertz (von links) nähen in dem Kurs Textilgestaltung unter Anleitung der Lehrerin.

Dirk Jochmann

Sophie Strelow und Zoe Burchertz (von links) nähen in dem Kurs Textilgestaltung unter Anleitung der Lehrerin.

Krefeld. Basir Amiri sitzt konzentriert an der Nähmaschine. Der 15-jährige Schüler der Realschule Oppum hat den Kurs Textilgestaltung belegt. Seit Oktober 2014 kooperiert die Schule mit dem Deutschen Textilmuseum in Linn. Die Schüler jedes Jahrgangs haben sich mit unterschiedlichen Themen rund um Textilien beschäftigt. Von der Sklaverei über die Baumwollherstellung bis hin zur Schafschur. Damit wurden viele Fächer abgedeckt.

„Es ist ein wichtiger Aspekt des Projekts, dass die Kinder ins Museum gehen. Das tun die meisten zum ersten Mal mit uns.“

Heide Schremmer, Schulleiterin

In Biologie untersuchten die Schüler, wie sich Naturfasern verhalten. Die Brennbarkeit und die Aufnahme von Wasser wurden getestet. Der sozialwissenschaftliche Ansatz wurde in der Diskussion um Billiglohnländer besprochen. „Das sind alles Themen, die wir im Lehrplan haben“, erklärt Lehrerin Angelika Billmann. Durch die Kooperation werden diese Themen eingeordnet. „Die Schüler nehmen viel mit, sowohl für das textile Bewusstsein als auch für die Geschichte der Stadt“, erklärt Annette Schieck, die Leiterin des Textilmuseums.

Im Fach Geschichte hat Archäologin Annette Schieck zur Mumifizierung einen Vortrag gehalten. „Die Schüler waren sehr interessiert und haben viele Fragen gestellt“, sagt sie.

Es wird eine Abschlussveranstaltung geben

Krefeld als Samt- und Seidenstadt spielt in dem Projekt eine Rolle und auch die Nähe der Schule zu den Museen in Linn waren ausschlaggebend für die Zusammenarbeit. „Oppum und Linn sind ja etwas, das zusammengehört. Wir schätzen unsere örtlichen Einrichtungen sehr“, sagt Schulleiterin Heide Schremmer. Als Schieck sie anrief und eine mögliche Zusammenarbeit anbot, hat sie sofort zugestimmt. „Ich stand auch in Kontakt zu anderen Schulleitern, aber die anderen sind nicht so richtig angesprungen“, sagt Schieck. Für das Projekt stehen Fördermittel zur Verfügung. „Die Zusammenarbeit mit Schülern ist wichtig, um ein Bewusstsein zu schaffen“, sagt Schieck.

Das Geld wurde für Exkursionen und auch für Material ausgegeben. „Es ist ein wichtiger Aspekt, dass die Kinder ins Museum gehen. Das tun die meisten zum ersten Mal mit uns“, sagt Schremmer.

Bis zu den Herbstferien läuft die Kooperation noch. Zum Abschluss wird es eine Präsentation aller Ergebnisse geben. Dazu gehören ein Apfelbaum aus Filz, Seidenmalerei, selbstgefertigte Kissenbezüge und noch einiges mehr. „Das hat so gut funktioniert, dass wir überlegen sollten, die Zusammenarbeit weiterzuführen. Das war ein Selbstläufer. Angefangen hatte alles mit nur ein paar Projektwochen“, sagt Schieck.

Die Schüler würden sich freuen, da ist sich Lehrerin Billmann, die das Projekt gemeinsam mit Kollegin Hiltrud Kroth betreut, sicher: „Das haptische und kreative Arbeiten tut vielen Kindern gut und die Nachfrage ist sehr groß bei den Schülern.“

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